Ölpreis: Autofahrern winken günstigere Spritpreise

Der Ölpreis sinkt, und damit fallen endlich auch die Benzinpreise wieder – derzeit auf rund 1,479 Euro.

Immer häufiger taucht der Literpreis an deutschen Tankstellen in den letzten Tagen unter die Marke von 1,50 Euro, an die wir Autofahrer uns schon wieder gewöhnt hatten. Der Crash an den Finanzmärkten hat also – wenigstens in dieser Hinsicht – auch mal einen positiven Effekt.

Auch die Rohstoffe sind unter Druck geraten

Und dieser positive Trend für Autofahrer könnte sich durchaus verstärken. Denn die langfristige Entwicklung für den Ölpreis steht in diesen Tagen auf der Kippe. Die beinahe täglichen neuen Allzeithochs beim Goldpreis kaschieren ein wenig, dass die Preise für Rohstoffe insgesamt ähnlich stark unter Druck geraten sind, wie die Aktienkurse.

Der Rohstoff-Index schlechthin, der CRB-Futures-Index, hat seit Ende Juli in der Spitze -7,8% verloren. Hier schlägt sich der positive Effekt der Goldpreis-Steigerung von knapp elf Prozent nieder. Basis-Metalle wie Zinn, Nickel, Blei oder Kupfer gaben seither -19,1%, -16,2%, -16,0% und -12,6% ab.

Auch der Ölpreis hat seit dem 29. Juli rund -12% abgegeben. Und nun drohen, wie bereits angedeutet, weitere deutliche Kursrückgänge. Schauen Sie dazu einmal gemeinsam mit mir auf den Chart des Brent Oil Index.

Der Ölpreis startete von seinem Tief im Dezember 2008 einen kräftigen Aufwärtstrend in den vergangenen Monaten. Im Rahmen dieses Aufwärtstrends (gestrichelte grüne Linien) hatte er sich bis zum Mai dieses Jahres etwas mehr als verdreifacht.

Seit dem Erreichen des Jahreshochs im Mai bildete der Ölpreis innerhalb des Aufwärtstrend-Kanals einen Abwärtstrend-Kanal aus (rote Linien). Dieser Abwärtstrend führte ihn nun aus dem Aufwärtstrend heraus: Die Aufwärtstrend-Linie wurde in den soeben verletzt.

Bereiten Sie sich auf einen Trend-Wechsel vor

Das ist noch keine endgültige Trend-Wende. Aber zumindest steht der Trend eben „auf der Kippe“. Darauf deutet auch das Verhalten des 50-Tage-Momentum, das in den letzten Tagen wie ein Stein fiel.

Sollte das Momentum einen neuen Tiefpunkt im laufenden Abwärtszyklus erreichen, dann wäre das als endgültiges Kaufsignal anzusehen. Falls Sie also noch Positionen im Öl halten, dann sollten Sie diese mindestens durch ein Stop-Loss absichern.

Für die Autofahrer unter uns wären das sicherlich gute Nachrichten. Ich persönlich jedenfalls könnte mich auch sehr gut mit Literpreisen für Superbenzin von unter 1,40 Euro anfreunden.

11. August 2011
von
andreas_sommer
Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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