Ölpreis-Crash mit Ansage: Warum in 2 Monaten ein neuer Crash droht

Der rasante Verfall des Ölpreises hat kürzlich einen Boden gefunden und ist seither wieder leicht gestiegen. Doch nun beginnt der Boden zu bröckeln, das Fundament wird brüchig. Schon bald könnte der Ölpreis erneut abschmieren – und dann noch deutlich tiefer fallen als zuletzt.

Das Problem: Der Effekt ist teilweise hausgemacht und somit durchaus vorhersehbar. Die Wurzel des Übels liegt in den USA. Dort wurden die Fördermengen trotz der sinkenden Preise nicht zurückgefahren, stattdessen wurde und wird munter weiter gefördert, was das Zeug hält.

Lagerkapazitäten in 2 Monaten erschöpft

Nun sind die Lagerkapazitäten nahezu vollständig ausgelastet. Bereits im Mai 2015 könnten die Silos zu voll werden. Amerika wäre gezwungen, das Öl billigst an den Mann zu bringen statt es einzulagern und zu horten.

Die Auswirkungen sind absehbar: Fließt mehr Öl auf den Markt, steigt das Angebot, ohne dass die Nachfrage ebenfalls erkennbar anziehen würde. In der Folge fallen die Preise.


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Unabhängigkeit von den Golfstaaten – ein Bumerang?

Tag für Tag wird in den USA mehr Öl produziert als verbraucht oder verkauft. Vor allem Schiefer-Fördermethoden und das umstrittene Fracking haben in den vergangenen Jahren massiv dazu beigetragen, die energiehungrigen und öldurstigen USA unabhängiger zu machen von teuren Importen aus arabischen Regionen. Doch was einst politisch gewollt war, könnte sich nun wirtschaftlich als Bumerang erweisen.

Der Preis pro Barrel für die Sorte WTI, die in den USA vornehmlich gefördert wird, rauschte in den vergangenen Monaten in den Keller. Binnen kürzester Zeit hat sich der Wert von über 100 Dollar je Barrel auf nur noch knapp über 40 Dollar mehr als halbiert.

Und Experten sehen noch Luft nach unten: Sollte sich die Förderpolitik der Unternehmen nicht ändern, rechnen sie mit einem Rückgang auf bis zu 20 Dollar je Barrel WTI.

Förderfirmen an der Schmerzgrenze

Spätestens dann allerdings würde der Markt wohl beginnen, sich selbst zu bereinigen und die Kurse zu stabilisieren – denn zu einem solchen Preis könnten die Konzerne schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich arbeiten, geschweige denn Profite abwerfen.

Bereits das jetzige Preisniveau ist für viele kleinere Förderfirmen hart an der Schmerzgrenze. Manch ein Unternehmen hat bereits damit begonnen, Tankschiffe anzumieten, um das Öl auf hoher See einzulagern, bis lukrativere Zeiten anbrechen.

Doch ob diese Rechnung aufgehen wird, bleibt fraglich. Denn das Wechselspiel aus Angebot und Nachfrage, Überproduktion und mangelnden Lagerkapazitäten setzt sich unerbittlich fort. Bereits in wenigen Wochen wird das Limit erreicht sein und dann dürften die ersten Auswirkungen ebenfalls nicht lang auf sich warten lassen.

Effekt an der Zapfsäule?

Ob der Ottonormalverbraucher in Deutschland an der Zapfsäule von einem solchen Szenario profitieren würde, hängt allerdings auch noch von anderen Faktoren ab – etwa der Verfassung des Euro. Sollte dieser erneut schwächeln, bleibt das Tanken hierzulande verhältnismäßig teuer – zumindest im Vergleich zum Jahresbeginn, als deutsche Autofahrer mit den niedrigsten Spritpreisen seit Jahren verwöhnt wurden und der Liter Super zeitweise für unter 1,30 Euro zu haben war.

Diese Zeiten sind nun erst einmal vorbei. Doch ein Trost bleibt: So teuer wie im vergangenen Frühjahr ist die Tankfüllung noch lange nicht.

27. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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