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Ölpreis: Für die Scheichs läuft alles nach Plan

„Jedes OPEC-Land kann so viel Erdöl fördern, wie es will!“

Diese Entscheidung der „Organisation Erdöl fördernde Staaten“ (OPEC) leitete am 7. Dezember 2015 das „Finale Furioso“ für den ohnehin schon seit 18 Monaten schwächelnden Ölpreis ein.

An jenem Montag im Dezember knickte der Preis des Brent Crude Oil-Futures um -6% von 43,22 USD auf 40,60 USD ein.

Die Schussfahrt endete erst am 20. Januar dieses Jahres bei 27,10 USD und zog die Aktienmärkte zum Jahres-Auftakt in einen Mini-Crash hinein.

Öl-Fördermenge wird begrenzt

Nun soll alles anders werden: Gestern beschloss die OPEC eine Begrenzung der Fördermengen.

Die Medien begleiten das „Ereignis von historischer Bedeutung“ mit teils euphorischen Kommentaren: Denn diesmal reagierte der Ölpreis mit einem Anstieg um +6%.

Klar: Erstmals seit 8 Jahren werden die Mengen an täglich gefördertem Öl begrenzt. Und die verhandelnden Parteien benötigten für diese Einigung 2 ½ Jahre und diverse Anläufe.

Insbesondere Saudi-Arabien hatte eine Einigung blockiert, weil der seit diesem Jahr vom Embargo befreite Iran unbedingt eingebunden werden sollte.

Die Ayatollahs wollten sich nach den Jahren der Enthaltsamkeit bei der Förderung jedoch nicht einschränken lassen.


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Nun stimmten auch sie zu. Die Entscheidung hat also schon etwas Besonderes. Indes:

Gibt es wirklich einen Grund zur Euphorie?

Schauen wir zunächst einmal auf die Details der Einigung:

Die Öl-Produktion soll künftig auf 32,5 – 33,0 Mio. Barrel (1 Fass = 159 Liter) sinken – bisher finden etwa 33,24 Mio. Barrel pro Tag den Weg ins Tageslicht.

Also ich weiß ja nicht wie Sie das sehen: Aber das ist nun nicht gerade eine Drosselung der Fördermenge, die mich „vom Hocker haut“. Und ich denke, das ist auch genau so gewollt.

Denn Saudi-Arabien hat mit 25 USD die geringsten Förderkosten pro Barrel. Die restlichen OPEC-Staaten fördern im Schnitt zu Kosten von etwa 40 USD, Russland liegt einen „Schnaps“ darüber.

Der weltweite Durchschnitt der Förder-Kosten beträgt rund 50 USD je Fass, die Nicht-OPEC-Staaten zahlen gar knapp 60 USD.

Für die Scheichs läuft alles nach Plan

Angesichts eines aktuellen Ölpreises von 49 USD wird so das vitale Interesse Saudi-Arabiens an einem auf dem jetzigen Niveau stabilen bzw. nur moderat steigenden Ölpreis offensichtlich.

Überhaupt kam der von 115 USD im Sommer 2014 auf 27 USD sinkende Ölpreis der Strategie der Saudis entgegen (um es vorsichtig zu formulieren):

Den Scheichs war vor allem das Fracking der USA ein Dorn im Auge, die sich auf diese Weise unabhängiger vom importierten Erdöl machen wollten und das auch eine Zeitlang schafften.

Inzwischen wurden die meisten Fracking-Quellen jedoch geschlossen: Laut Experten lohnt sich diese Form der Öl-Förderung erst ab einem Ölpreis-Niveau von 70 – 75 USD.

Wenn wir nun zum Abschluss auf den Chart des Brent Crude Oil-Futures schauen, dann sehen Sie, dass die Saudis auch in Zukunft die Fäden in den Händen halten werden:

brent-crude-oil-future-29-09-2016

Brent Crude Oil-Future: Bei 55 USD je Barrel ist der „Deckel drauf“

Grundsätzlich bedeutet eine gedrosselte Förderung ja ein vermindertes Angebot. Bei gleichbleibender Nachfrage sollte dies dann zu Preissteigerungen führen.

Fazit

Goldman Sachs-Analysten räumten in einer ersten Analyse dem Ölpreis ein Steigerungs-Potenzial von 7 bis 10 USD ein.

Wenn wir diesen Wert auf den Ölpreis von 46 USD am Dienstagabend aufschlagen, enden wir bei 53 USD bis 56 USD je Barrel.

Das passt! Denn im Chart sehen Sie, dass bei genau 55 USD ein langfristiger Widerstand liegt. Ich sehe daher auch weiterhin wenig Aufwärts-Spielraum für den Ölpreis.

Wahrscheinlich dürfte ein anhaltendes Pendeln zwischen dem genannten Widerstand und der Unterstützung um 42 USD sein.

Denkbar ist auch eine Seitwärts-Bewegung zwischen einer weiteren Unterstützung bei 46 USD und 55 USD. Mit einer solchen Ölpreis-Entwicklung können die Saudis prima leben:

Sie verdienen nicht so viel wie früher, aber noch immer mehr als die Wettbewerber. Die Konkurrenz wird unverändert in Schach gehalten und eine Wiederauferstehung des Frackings weiterhin unterbunden.

29. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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