Ölpreis schwankt wild: OPEC-Deal geplatzt?

Die ernüchternde Nachricht kam wenig überraschend:

Mit der Einigkeit der OPEC-Staaten in Sachen Produktions-Drosselung und Preisstabilisierung ist es offenbar erst einmal vorbei.

Vor wenigen Tagen trafen sich Vertreter der in der OPEC organisierten Staaten, um über Details zu verhandeln. Doch nicht alle zogen am gleichen Strang:

Sowohl der Iran als auch der Irak wollen demnach ihre Förder-Quoten sogar noch ausweiten, woraufhin andere OPEC-Staaten ihrerseits ihre Bemühungen hinsichtlich einer Begrenzung erst einmal auf Eis legten.

Ein weiteres Treffen mit Vertretern von Nicht-OPEC-Ländern im Anschluss fand eher pro forma statt, Ergebnisse konnten nach dem internen Eklat auch hier nicht erzielt werden.

Ölpreis erneut im Keller

Die Märkte reagierten ernüchtert und schickten den Ölpreis einmal mehr auf Talfahrt:

Binnen einer Woche hat sich das Barrel der Sorte Brent um 5% verbilligt, zuletzt kostete das Fass zu 159 l Öl etwas mehr als 46 US-Dollar.


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Noch heftiger stürzte im gleichen Zeitraum der Preis je Barrel für die US-Sorte WTI ab, die mehr als 6% verlor und sich nicht über der 45-Dollar-Marke halten konnte.

Für zusätzliche allgemeine Verunsicherung an den Märkten sorgte zuletzt auch der unsichere Ausgang der US-Präsidentschaftswahl in der kommenden Woche.

Medien hatten über einen Paukenschlag berichtet, als die OPEC-Staaten vor wenigen Wochen nach jahrelangem Zwist verkündeten:

Man habe sich auf eine gemeinsame Linie verständigt und wolle die Ölförder-Quoten gemeinsam begrenzen, um den Ölpreis zu stabilisieren und ansteigen zu lassen.

Kein Kompromiss in Sicht

Viele Beobachter zweifelten jedoch schon damals daran, dass ein solcher Kompromiss tatsächlich in die Realität umgesetzt werden würde – immerhin müssten sich dafür Erzfeinde wie Saudi-Arabien und Iran zusammenraufen.

Das galt schon deshalb als unwahrscheinlich, weil der Iran seine Förderkapazitäten nach dem Auslaufen westlicher Sanktionen seit Jahresbeginn gerade erst wieder hochgefahren hat.

Zudem hätte ein Kompromiss der OPEC-Staaten, so er denn funktioniert hätte, wohl nur relativ geringe Wirkung entfalten können, solange mächtige Nicht-OPEC-Staaten wie Russland oder die USA nicht ebenfalls Anstrengungen unternehmen, um die Fördermenge zu reduzieren – und damit für eine Angebots-Verknappung zu sorgen.

Aus Moskau waren hierzu in den vergangenen Wochen widersprüchliche Signale zu vernehmen.

BP halbiert Quartals-Gewinn

Nun jedoch scheinen die Kritiker einmal mehr Recht zu behalten. Aus Sicht der Verbraucher und vieler Unternehmen in Öl importierenden Staaten wie Deutschland sind das keine schlechten Nachrichten.

Tanken und Heizen bleibt auf diese Weise günstig, im Haushalts-Budget ist mehr Luft für andere Anschaffungen.

Auch viele Industriezweige können dank der niedrigen Ölpreise seit 2 Jahren wesentlich kostengünstiger produzieren als zuvor.

Leidtragende sind neben den Staaten, deren Haushalts-Politik auf den Einnahmen aus dem Öl-Export fußt, die großen Player der Branche:

BP beispielsweise hat gerade eine Halbierung seines Gewinns im 3. Quartal bekanntgegeben. Nach 1,8 Mrd. US-Dollar im Vorjahres-Zeitraum wurden diesmal nur noch 933 Mio. Dollar erwirtschaftet.

Immerhin: Analysten hatten Schlimmeres befürchtet. An der Dividende von 10 Cent je Aktie will der britische Konzern festhalten.

4. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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