Ölpreis: Trendwende bei der OPEC?

Steht ein Kurswechsel bei der OPEC bevor?

Bislang hat die Organisation Öl exportierender Staaten kein allzu hohes Interesse an einer Stabilisierung der Ölpreise gezeigt.

Um dies zu erreichen, hätten die Förder-Mengen gedrosselt werden müssen, um somit das Angebot zu verknappen – ein Schritt, zu dem die OPEC-Staaten und allen voran Saudi Arabien nicht bereit sind.

Lieber harren sie mit dem niedrigen Ölpreis aus, der immerhin einen aus Sicht der Opec positiven Nebeneffekt hat:

Die Fracking-Industrie, die in den USA in den vergangenen Jahren erstarkt war, kommt mehr und mehr zum Erliegen.

Die Förderung per Fracking ist vergleichsweise teuer und die Technologie noch nicht lang genug etabliert, um bei anhaltend so niedrigen Ölpreisen wirtschaftlich rentabel zu sein.

Ölpreis auf geringem Niveau stabilisiert

Dementsprechend gingen die Förder-Mengen durch US-Fracking-Firmen seit Mitte 2015 spürbar zurück, als der Ölpreis im Begriff war, auf seinen im Januar 2016 erreichten Tiefststand von unter 30 Dollar je Barrel zu fallen.


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Allen Unkenrufen zum Trotz wurde damals eine Talsohle erreicht, seitdem ging es wieder deutlich aufwärts.

Allerdings sind die beiden wichtigsten Sorten Brent und WTI noch weit entfernt von ihren Werten vor Beginn des Preisverfalls:

Im Sommer 2014 wurden beide Ölsorten noch zu jeweils rund 110 Dollar pro Barrel gehandelt, inzwischen kostet das Fass nicht einmal mehr die Hälfte.

Beobachter schätzen, dass das auf Sicht der nächsten Monate wohl auch noch so bleiben wird. Eine Preisspanne zwischen 40 und 50 Dollar, wie wir sie seit einigen Monaten erleben, wird uns wohl noch weiterhin begleiten.

in zwischenzeitlicher Anstieg in Richtung 60 Dollar erscheint je nach Rahmenbedingungen möglich, allzu große Sprünge darüber hinaus erwarten Branchen-Kenner jedoch vorläufig nicht.

Trendwende bei der Opec?

Und das obwohl sich bei der Opec eine Trendwende abzuzeichnen scheint:

Bislang sträubten sich die in der Gruppe organisierten Länder gegen preisstabilisierende Maßnahmen, nun scheint der Iran einzulenken und zu Verhandlungen bereit zu sein.

Nachdem die westlichen Sanktionen vor einigen Monaten gelockert wurden, hat der Staat seine Öl-Fördermenge wieder deutlich hochgeschraubt; das erklärte Ziel von 4 Mio. Barrel pro Tag liegt in erreichbarer Nähe.

Beim Energieforum, das im September in Algerien stattfindet, wollen die Staaten nun über Möglichkeiten beraten, den Ölpreis zu stützen. Es bleibt jedoch fraglich, ob ihnen das gelingen wird.

Denn zum einen haben die Opec-Staaten untereinander ihre Differenzen, zum anderen vertreten sie aber auch innenpolitische bzw. eigene wirtschaftliche Interessen – und die stehen einer Reduzierung der Öl-Fördermenge entgegen.

Erschwerend kommt hinzu, dass bei höheren Ölpreisen wohl auch die Fracking-Industrie aus den USA zu neuem Leben erwachen und ihrerseits zusätzliches Öl auf die Angebots-Seite spülen würde.

Und das würde die Preisentwicklung wiederum belasten, solange die Nachfrage nicht entsprechend anzieht.

Fazit

Kurzum: Für einen nachhaltig steigenden Ölpreis braucht es konjunkturelle Erholung und stärkere industrielle Nachfrage.

Für einen kurzfristigen Anschub reichen indes schon psychologische Signale wie eben die jüngst bekannt gewordene Gesprächsbereitschaft aus Teheran:

Kaum war die Meldung in der Welt, schoss der Ölpreis förmlich nach oben – allerdings nur kurz, inzwischen ist der Effekt wieder verpufft.

Auch in den kommenden Wochen und Monaten ist mit Volatilität zu rechnen, aber wohl eher nicht mit einem nachhaltigen Ausbruch nach oben.

2. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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