Ölpreis: Woran Sie eine Trendwende erkennen

Was für ein Jahresauftakt! Selten wurden die Börsen im Januar so durchgeschüttelt wie in diesem noch jungen 2016. Binnen weniger Wochen hat der Dax seinen kompletten Vorjahresgewinn pulverisiert.

Einer der zentralen Faktoren, die für Verunsicherung und teils heftige Verluste am Parkett führten, ist der Ölpreis. Seit mittlerweile anderthalb Jahren befindet sich das einstige „schwarze Gold“ nun schon auf dem absteigenden Ast, gerade in den letzten Wochen ging es noch einmal rasant abwärts.

Ölpreis rauscht ins Bodenlose

Rückblick: Im Frühsommer 2014 kostete das Barrel der Sorte Brent rund 120 Dollar, Autofahrer ächzten unter den Kosten an der Zapfsäule, Fluggesellschaften litten unter immensen Kerosinpreisen und die Autoindustrie setzte zunehmend auf Elektroantriebe.

Dann allerdings setzte eine Trendwende ein, die bis zum heutigen Tage anhält. Innerhalb weniger Monate halbierte sich der Ölpreis, fiel erst unter 60, dann unter 50 und schließlich unter 40 Dollar. Anfang Januar nun fiel die nächste Marke, der Barrelpreis rutschte unter 30 Dollar.


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Zwar hat er sich seitdem wieder etwas gefangen. Doch Anleger wie Analysten sind stark verunsichert: Fällt der Preis noch weiter ins Bodenlose oder ist der Tiefpunkt erreicht und ein Anstieg steht bevor?

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Wer mit Spekulationen auf den Ölpreis richtig viel Geld machen will, sollte den Zeitpunkt möglichst treffsicher erwischen, an dem die Kehrtwende einsetzt und der Kurs wieder nachhaltig zu steigen beginnt. Wenn das Gros der Anleger noch auf fallende Preise setzt, profitieren die wenigen, die die Trendumkehr frühzeitig erkennen.

Doch woher weiß man, wann es soweit ist?

Ganz sicher lässt sich der Zeitpunkt nicht vorhersagen, doch es gibt Indikatoren, die Hinweise liefern können. Verdichten sich diese Momente, könnte die Zeit reif sein, wieder genauer hinzuschauen.

Woran man eine Trendwende erkennen kann

Die wichtigsten Faktoren hängen dabei eng zusammen: das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in wachstumsstarken Regionen wie China oder Indien.

Erholt sich die zuletzt bedrohlich schwächelnde Konjunktur etwa in China, steigt aus dieser Richtung die Nachfrage wieder an. Doch auch der umgekehrte Effekt ist denkbar: Der anhaltend niedrige Ölpreis der vergangenen Monate sorgt zunehmend für Belastungen bei den Ölkonzernen. Insbesondere in den USA, wo der Rohstoff vor allem mittels der teuren Fracking-Methode gewonnen wird, sind viele Firmen am Limit.

Beobachter rechnen damit, dass sich dies in den kommenden ein bis zwei Quartalen auch in den Bilanzen niederschlagen wird und einige Unternehmen womöglich aussteigen müssen. Damit hätte Saudi-Arabien eines seiner Ziele erreicht: die ungeliebte US-Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Das Land der Scheichs jedenfalls kann das Billigöl im Verhältnis wesentlich besser verkraften, sodass von dieser Seite vorerst keine Drosselung der Produktion zur Preisstabilisierung zu erwarten ist.

Kurzfristig kein Boden in Sicht

Weitere Indikatoren, die auf eine Trendwende bei der Ölpreisentwicklung hindeuten könnten, sind die Reaktionen des Kurses auf schlechte Nachrichten. Bleibt ein erwarteter Rückschlag aus, scheinen die „Bad News“ bereits eingepreist zu sein – ein möglicher Hinweis auf eine Bodenbildung.

Kurzfristig allerdings dürfte sich am aktuellen Preisniveau von um die 30 Dollar je Barrel nicht allzu viel ändern. Im Gegenteil, Beobachter rechnen mit einem weiteren Rückgang auf 25 oder auch 20 Dollar – spätestens dann aber lohnt es sich vermutlich, aufmerksam zu bleiben und nach den beschriebenen Hinweisen auf eine mögliche Trendwende Ausschau zu halten.

29. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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