Optionen-Handel: 7 Anfängerfehler vermeiden (Teil 2)

Heißmanns Börsenkommentar
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Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Anleger „Anfängerfehler“ im Optionen-Handel und an der Börse machen.
7 dieser Fehler habe ich zusammengefasst. Und ich gebe Ihnen Tipps, wie Sie diese Anfängerfehler im Optionen-Handel vermeiden. (Hier Teil 2 von 3.)
3. Anfängerfehler im Optionen-Handel:
Unfähigkeit, Verluste zu akzeptieren
Lösung: Gewinnen heißt auch, Verluste realisieren
Jeder von uns liebt Gewinne. Gewinne zu realisieren ist das Ziel jedes Investors. Das Wort Verlust ist mit negativen Emotionen behaftet.
Das emotionslose und konsequente Realisieren von Verlusten ist ein Schlüsselelement auf dem Weg zum erfolgreichen Trader. Sie müssen alle Ihre Anlagen objektiv analysieren und emotionslos entscheiden, welche Investitionen positive Aussichten haben und welche nicht beziehungsweise nicht mehr.
Hohe Verluste werden durch eine solche Vorgehensweise vermieden. Das Kapital kann für neue und profitablere Chancen bereitgehalten werden.
Für den Fall, dass der Markt sich anders entwickelt, als Sie es erwarten, müssen Sie ein Ausstiegsszenario vorbereitet haben. Das heißt: Ab einem bestimmten Zeitpunkt müssen Sie Verluste einfach akzeptieren und realisieren.
Das gehört zum erfolgreichen Optionen-Handel (und überall an der Börse) dazu. Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 3. Anfängerfehler im Optionen-Handel.
4. Anfängerfehler im Optionen-Handel:
Gier
Lösung: Ziel-Gewinn realisieren
Ein weit verbreiteter Anfängerfehler im Optionen-Handel vieler Anleger ist, dass sie Buchgewinne in Teilen wieder abgeben oder sogar zu Verlusten werden lassen.
Sie haben dann den richtigen Zeitpunkt für den gewinnbringenden Ausstieg aus einem Trade verpasst. Sie müssen Gewinne realisieren, auch wenn sich Ihre Position scheinbar eindeutig in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt.
Beim Handel mit Optionen muss vor dem Kauf schon festgelegt werden, zu welchem Zeitpunkt oder mit welchem Gewinn Sie wieder aussteigen werden. Ist dieser Gewinn oder Zeitpunkt erreicht, müssen Sie den Gewinn konsequent realisieren. Nur realisierte Gewinne kann Ihnen niemand mehr wegnehmen.
Sind die Aussichten für den Basiswert nach der Gewinn-Realisierung weiterhin gut, kaufen Sie einfach eine neue Option mit einem anderen Basispreis, die günstiger ist.
Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 4. Anfängerfehler im Optionen-Handel.
5. Anfängerfehler im Optionen-Handel:
Alles auf eine Karte setzen
Lösung: Begrenzter Kapitaleinsatz optimiert Gewinne Oftmals starten Anfänger im Optionen-Handel und erzielen sofort schnelle und sehr hohe Gewinne. Das geht mehrfach gut. Dann glauben sie, den „Stein der Weisen” und damit den schnellen und einfachen Weg zu großem Reichtum gefunden zu haben.
Sie investieren ihr ganzes Geld, inklusive des gewonnenen, in einen einzigen Trade, um endgültig reich zu werden – und der Markt nimmt ihnen alles. Daraus ziehen sie die Konsequenz, nie wieder mit Optionen zu handeln.
Dieses Anlegerverhalten war lehrbuchmäßig beim explosionsartigen Kursanstieg der Aktien des Neuen Marktes bis Anfang des Jahres 2000 und dem darauf folgenden dramatischen Kursverfall innerhalb von rund einem Jahr zu beobachten. Parallel dazu verließen Anleger geradezu scharenweise für immer die Börsen.
Erfolgreiche Anleger wissen, dass das Money-Management entscheidend für stetige Gewinne ist. Sie müssen immer festlegen, wie viel Geld Sie in einen einzelnen Trade mit Optionen investieren.
Wenn Sie beispielsweise maximal 10 Positionen im Depot halten, dürfen Sie in einen einzelnen Trade nie mehr als 10% der Gesamtmittel investieren. Ist der Trade sehr spekulativ, investieren Sie nur 5% des Geldes in diesen Trade.
Das bietet Ihnen 3 Vorteile:
a. Sie können bei einem einzelnen Trade nie zuviel verlieren.
b. Wenn Ihr Depot steigt, ist jede folgende Investition in einen einzelnen Trade absolut höher als die vorhergehende. Denn 10% von z. B. 11.000 € sind mehr als 10% von 10.000 €. Auf diese Weise schalten Sie den „Turbo” im Depot ein.
c. Nach Trades mit Verlusten reduzieren Sie automatisch das Risiko. Denn analog zum vorhergehenden Punkt gilt, 10% von 10.000 € sind weniger als 10% von 11.000 €. Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 5. Anfängerfehler im Optionen-Handel.
Die „Anfängerfehler“ im Optionen-Handel 1 und 2 finden Sie hier und die „Anfängerfehler“ im Optionen-Handel 6 und 7 folgen in den nächsten Tagen.
Zum guten Schluss: Am 01.08.1911, also heute vor genau 101 Jahren, verließ der Gymnasiallehrer Konrad Alexander Friedrich Duden diese Welt. Er hatte die Idee für das auch nach ihm benannte Rechtschreib-Wörterbuch der deutschen Sprache: "Duden". Konrad Duden sagte:
„Die so entstandene Rechtschreibung ist weit davon entfernt, ein Meisterwerk zu sein.“
Ach wie tröstlich für mich, der ich mich 101 Jahre nach dem Todestag von Konrad Duden mit den Irrungen und Wirrungen der letzten Rechtschreibreform rumplagen muss, die, so meine bescheidene Meinung, „weit davon entfernt ist, ein Meisterwerk zu sein“.
Wie tröstlich, dass auch der „Erfinder“ des Dudens seine Probleme hatte. In der Hoffnung, dass es mir gelingt, diese Probleme mehrheitlich zu meistern, sende ich Ihnen beste Grüße
© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet



