Panik bei offenen Immobilienfonds: SEB und CS-Fonds auf dem Prüfstand

Offene Immobilienfonds stehen weiterhin am Pranger, weitere schließen. Denn:

Nach dem Schock vom Aprilanfang durch die DWS geht das Drama nun weiter.

Die DWS hatte den Dachfonds DWS Immoflex vorübergehend vom Handel genommen und damit eine weitere Runde in der Krise um offene Immobilienfonds eingeläutet.

Denn Investoren können damit Ihre Anteile zunächst nicht mehr zurückgeben. Die Folge: Wer investiert ist, muss warten und zittern.

Warten und Zittern für Fondseigner

Das heißt: Die Gefahr in diesem Fall ist besonders groß, denn dieser Fonds kann wie bei Immobiliendachfonds üblich sogar zu einer längerfristige Sperre führen. Fonds, die andere Immobilienfonds halten – also ein Dachfonds – sind an die Rücknahmefrist von zwei Jahren nicht gebunden.

Andere Fonds müssen innerhalb von zwei Jahren die nächsten Schritte geplant haben, das heißt: sie müssen entscheiden, ob die Fondsanteile wieder zurückgenommen werden oder ob der Fonds ganz schließen wird.

Nach dem DWS Schock…

Nach dem DWS Schock steht für Investoren bald das nächste Problem auf dem Programm. Anfang Mai läuft die Rücknahmefrist für die Fonds CS Euroreal sowie SEB Immoinvest aus.

Die beiden Fonds hatten vor fast zwei Jahren die Pforten vorübergehend geschlossen. Seitdem sind die Anteile nur noch der Form halber zu handeln – an der Börse. Das Problem:

Die Fonds verwalten mehr als sechs Milliarden Euro und sind daher so genannte Dickschiffe. Sollte beide Fonds beschließen, dass sie abzuwickeln sind, wird dies die Branche erneut in eine massive Vertrauenskrise stürzen. Das heißt:

  • Wer betroffen ist, wird zunächst nicht 100% des eingezahlten Geldes verlieren. Die Immobilien im Eigentum der Fondsgesellschaft gehören anteilig "Ihnen". Die Fondsgesellschaft muss die Immobilien durch Verkauf verwerten.
  • Das Geld wird dann Ihnen ausgezahlt. Nur: Dies kann einige Zeit dauern. Bis zu drei Jahre Zeit wird sich das Fondsmanagement Zeit lassen.
  • Wer dann über die Börse verkaufen will, wird in aller Regel keine große Nachfrage mehr antreffen. Das bedeutet: die Kurse sinken, der Verkauf wird zu Verlusten führen, die ähnlich denen mit der Fondsgesellschaft selbst sind.
  • Ein Anwalt räumt ein, Klagen seien möglich – sofern vor dem Kauf die entsprechende Bank, vielleicht auch die Fondsgesellschaft selbst, fehlerhaft beraten hätten. Hiervon raten wir jedoch ab, da der Nachweis schwierig werden dürfte.

GeVestor meint: Wer ganz sicher gehen will, wird die mögliche Panik bei Immobilienfonds Anfang nur umgehen können, wenn die Anteile vorher bei der Fondsgesellschaft erneut abgegeben werden. Beachten Sie bitte:

Wir empfehlen an dieser Stelle des öfteren den Fonds HausInvest. Mit diesem hat es bis dato noch keine Schwierigkeiten gegeben.

17. April 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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