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Pech für die Crash-Propheten: DAX kann nie auf 1.000 Punkte fallen!

„Meine Herren, jetzt zieht der Mahnert aber vom Leder!“

Ich vermute mal, dass Sie jetzt genau das denken, lieber Leser.

Auf den ersten Blick ist ja die Aussage „Der DAX kann nie auf 1.000 Punkte fallen“ in Anbetracht der aktuellen Lage schon sehr kühn.

Aber bevor Sie jetzt denken, dass ich „ein Eck weg habe“, wie wir in Aachen liebevoll einen geistigen „Dachschaden“ bezeichnen, lesen Sie erst noch meinen Beitrag zu Ende.

Mentaler Blutsturz auf der INVEST

Das heutige Thema „Der DAX kann nicht auf 1.000 Punkte fallen“ wurde auf der letzten INVEST, der Anlegermesse in Stuttgart geboren.

Ich schlenderte in einer meiner kurz bemessenen Pausen zwischen Vorträgen und Lesergesprächen ein wenig über die Messe, bis ich, wie gefühlte 300 andere Besucher auch, an einem Stand mit Vortrag stehen blieb.

Dort vertrat der Redner die These, dass die Gesamtlage besonders in Europa so schlimm sei, dass der DAX faktisch gezwungen sei, auf mindestens 1.000 Punkte zu fallen. Die Kombination aus kommender Rezession, Zusammenbruch des Euros und darauf folgenden Unruhen würde nichts anderes zulassen.

Ich dachte so bei mir: „Gut, das ist eine Meinung, die ich respektieren kann, der ich aber nicht zwangsläufig folgen muss.“

Aber dann kam der Schlag in meine Magengrube. Der Redner zeigte nämlich, während er sich weiter in Untergangs-Ekstase übte, einen DAX-Chart.


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Leider war es der DAX, den wir alle kennen, also der Chart des Performance-Index.

Jetzt muss ich doch ein wenig weiter ausholen, damit Sie verstehen, warum ich in diesem Augenblick zusammenzuckte.

Performance- und Kursindex, ein wichtiger Unterschied

Der DAX, den wir alle kennen und der aktuell bei rund 6.500 Punkten notiert, ist ein sogenannter Performance-Index.

In einen solchen Performance-Index fließen nicht nur die aktuellen Kurse der in ihm vertretenen Aktien ein, sondern auch die seit Bestehen des DAX ausgeschütteten Dividenden und andere Sonderausschüttungen.

Und da kommt beim Performance-Index des DAX so einiges zusammen.

Im Gegensatz dazu berücksichtigt ein Kurs-Index diese Ausschüttungen nicht.

Übrigens sind die meisten großen Aktienindizes Kurs-Indizes, in die also keine Dividenden einfließen.

Bekannte Beispiele sind der Dow Jones Industrial, der Nikkei 225, der Euro Stoxx 50 und der französische CAC 40.

Diese Kurs-Indizes könnten theoretisch sogar auf 0 fallen, wenn alle in Ihnen vertretenen Aktien komplett ihren Kurswert verlieren würden.

Wie tief kann der DAX denn nun theoretisch fallen?

Der Performance-Index des DAX notiert aktuell bei rund 6.500 Punkten. Erfreulicherweise gibt es noch den weniger bekannten Kursindex des DAX, der heute bei rund 3.590 Punkten steht.

Die aufgehäuften Dividenden und andere Ausschüttungen im DAX ergeben sich aus der Differenz dieser beiden Indizes und machen 6.500 – 3.590 Punkten = 2.910 Punkte aus.

Tiefer als 2.910 Punkte kann der Performance-Index des DAX also nicht fallen.

Denn dann müssten die DAX-Aktien ja einen negativen Kurswert annehmen, um einen Teil der bereits aufgelaufenen Dividenden zu verringern. 

Nun verstehen Sie, warum ich diesen Schlag in die Magengrube verspürte, als der Redner das Ziel von 1.000 Punkten ausrief.

Ehrlich gesagt, war ich ein wenig entsetzt, als ich bemerkte, wie „blauäugig“ der Vortragende seine Thesen vertrat. Ein solcher „Lapsus“ sollte eigentlich nicht passieren.

Mein Rat an Sie:

Achten Sie also immer darauf, ob der Index, den Sie betrachten, ein Kurs-Index oder ein Performance-Index ist.

Und diese Empfehlung gilt besonders, wenn Sie einen Vortrag auf einer der kommenden Anlegermessen planen sollten.

10. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jörg Mahnert
Von: Jörg Mahnert. Über den Autor

Jörg Mahnert, Jahrgang 1966, kam bereits in jungen Jahren in Kontakt mit der Börse. Bereits mit 18 Jahren betreute er sowohl eigene Depots als auch den familiären Aktienbesitz.