MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Praktiker Aktie: Diese Gewinnspiele sollten Sie meiden

Die Börsen-Medien erregen immer dann am meisten Aufmerksamkeit, wenn sie Spektakuläres zu berichten haben. Dass sind entweder starke Kurszuwächse oder starke Kursverluste.

So dürfte beispielsweise der Name der Baumarktkette Praktiker in den vergangenen Tagen öfter Ihr Ohr erreicht haben: Nach einer Gewinnwarnung stürzte der Kurs der Aktie von Freitag bis gestern um rund -35% ab.

Wenn darüber geredet wird, ist es fast immer zu spät

Doch mal ehrlich: Welchen Nutzen bringt diese Information für Ihre Investments? Wenn Sie die Aktie vorher bereits gehalten haben, wäre es begrüßenswert gewesen, schon vor dem Kursabsturz einen Hinweis zu bekommen. Wenn Sie die Aktie nicht gehalten haben, können Sie sich über diesen Umstand freuen, weil Sie kein Geld verloren haben.

Sie können auch überlegen, ob die Aktie nun, nach einer Kursdrittelung für ein Investment in Frage kommt. Doch gerade an diesem Punkt machen viele Anleger ihre größten Verluste. Denn: Solche Spiele sind es, auf die die großen Investoren warten. Und sie gewinnen dabei praktisch immer. Weil der Mechanismus stets der gleiche ist.

Greife nie in ein fallendes Messer!

Wie sagt eine alte Börsenweisheit: „Greife nie in ein fallendes Messer!“ Schließlich könnten Sie statt des Messergriffes die Schneide erwischen und sich schwer verletzen. Und wenn eine Aktie wie Praktiker in nur 3 Handelstagen ein Drittel ihres Wertes verliert, dann kann man das sehr wohl als fallendes Messer bezeichnen.

Warum ein Investment in die Praktiker-Aktie jetzt sehr risikoreich ist und warum Sie bei diesem „Gewinnspiel der Großen“ eigentlich nur verlieren können, möchte ich Ihnen heute einmal demonstrieren. Schauen Sie dazu gemeinsam mit mir auf den nachfolgenden Chart der Praktiker-Aktie.

Wenn Sie den reinen Kursverlauf, also den spektakulären Kurssturz um -35% einmal um die an diesen Tagen erzielten Umsätze (mit 1,2 und 3 gekennzeichnet) erweitern, dann fällt eines sofort auf: Die Umsätze sind extrem angestiegen.

Die Umsätze sind ein Schlüssel

Und das ist ein wichtiger Hinweis für Sie! Wurden vor dem Kursabsturz im 3-Tages-Durchschnitt im Juni in der Spitze 671.000 Praktiker-Aktien gehandelt, so waren es gestern im 3-Tages-Durchschnitt 4,754 Mio. Anteile, also 7x (!) so viel wie an den „normalen“ Tagen zuvor.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Weiterhin sehen Sie, dass der Umsatz am Montag mit 7,561 Mio. gehandelten Aktien den höchsten Wert von allen 3 Tagen erreichte. Der Hintergrund dafür ist relativ einfach: Praktiker veröffentlichte die Gewinnwarnung laut dpa-Meldung (Deutsche Presse-Agentur) am Freitagnachmittag gegen 16:55 Uhr. Mithin also 35 Minuten vor Börsenschluss. In diesen noch für den Handel zur Verfügung stehenden 35 Minuten gab der Praktiker-Kurs von 6,04 Euro auf 4,78 Euro, also um fast -21% nach.

Die Informierten sind die ersten

Was glauben Sie? Wer hat in diesen 35 Minuten verkauft? Private Investoren? Wohl kaum. Hier haben vor allem die Investoren verkauft, die über die schnellsten Kommunikationswege verfügen und entscheidungsfreudig sind: die institutionellen Investoren wie Fonds, Versicherungen, Vermögensverwaltungen und so weiter.

Und nun dürfte Ihnen auch schon klar sein, warum der Umsatz am Montag (Tag 2) auf mehr als das Doppelte vom Freitag (Tag 1) angeschwollen ist: Hier haben insbesondere die Aktionäre verkauft, die erst nach Börsenschluss am Freitag von der Gewinnwarnung erfahren hatten.

Sie standen am Wochenende vor einem Scherbenhaufen und hatten nur noch zu entscheiden, ob sie ihre Praktiker-Anteile trotz des bereits 21%-Kursverlustes halten sollen oder zum Schutz vor weiteren Verlusten am Montag verkaufen.

Umsätze werden von 2 Parteien gemacht

Doch HALT! Umsätze in einer Aktie bedeuten eben nicht nur Verkäufe, sondern auch Käufe. Denn nur wenn Ihnen jemand anderes Ihre Praktiker-Anteile abkauft, können sie diese überhaupt verkaufen.

Und nun überlegen Sie einmal, was diese Käufer nun machen werden?

Wer hat zugegriffen?

Zunächst einmal sollten wir uns klar machen, wer denn diese Käufer überhaupt sind. Denn immerhin reden wir bei einem Umsatz am Freitag von 3,053 Mio. Anteilen über ein Handelsvolumen von rund 15 Mio. Euro (Umsatz x Aktienkurs). Am Montag dürfte das Handelsvolumen mehr als doppelt so hoch gewesen sein. Mit solchen Beträgen jonglieren nun einmal vor allem institutionelle Investoren.

Was planen die Käufer als nächstes?

Und nun stellen Sie sich vor, Sie hätten an diesen beiden Tagen als Fonds-Manager kontinuierlich Praktiker-Aktien in ihr Portfolio aufgenommen. Angenommen, Sie haben damit bei etwa 5,50 Euro begonnen und die letzten Anteile zu Kursen von 4,00 Euro hereingenommen.

Unterstellen wir weiter, Sie hätten auf diese Weise seit Freitag einen Durchschnittskurs von, sagen wir, etwa 4,50 Euro erzielt.

Welchen Schritt würden Sie als Fonds-Manager nun planen?

Richtig: Bei einer Kurserholung in den kommenden Tagen würden Sie ab etwa 4,60 Euro langsam damit beginnen, Ihre Position wieder abzubauen, um damit einen hübschen schnellen Gewinn zu erzielen. Ganz vorsichtig würden Sie Ihr „Material“ in den Markt geben, sobald Praktiker-Aktien nachgefragt werden, um nur ja keinen Verkaufsdruck zu erzeugen.

Börse funktioniert anders als Sonderangebote im Supermarkt

Und wer kauft den frischgebackenen Praktiker-Groß-Aktionären diese Anteile dann ab? Genau: Vor allem die Privat-Investoren, die glauben, dass die Börse so funktioniert wie eine Supermarktkette.

Denn leider nehmen diese Anleger an, dass Sie nur abgestürzte Aktien kaufen müssen, um den „großen Reibach“ zu machen. Denn die Aktien „müssen“ ja einen Großteil des Absturzes wieder aufholen.

Der Unterschied zum Supermarkt ist jedoch: Die dort gekauften Waren werden konsumiert. An der Börse kaufen Sie eine Aktie aber mit der Erwartung, jemand anderes diese Aktie später zu einem höheren Kurs, also mit Gewinn, zu verkaufen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie jemanden finden, der dann die Erwartung hegt, die Sie bei Ihrem Kauf hatten!

Kaufen Sie besser das, was im Kurs steigt

Genau das Gegenteil sollten Sie tun: Aktien kaufen, die kräftig steigen! Denn steigende Aktienkurse sind attraktiv und sorgen so in der Regel für weiteres Kaufinteresse.

(Eine Strategie, die ich übrigens seit nunmehr 7 Jahren erfolgreich in meinem Börsendienst Momentum Trader umsetze. Sogar seit EXAKT 7 Jahren: Am 7. Juli 2004 erschien nämlich die erste Ausgabe des Momentum Trader!)

Denn: Wenn die institutionellen Investoren den Großteil ihrer rund 11 Mio. aufgekauften Praktiker-Aktien wieder an die Privat-Anleger mit schönem Gewinn verkauft haben, wer soll dann bitteschön Praktiker-Aktien kaufen, um den Kurs für die Privat-Investoren weiter in die Höhe zu treiben?

Abwarten ist besser als unüberlegt kaufen

Falls Sie also mit dem Gedanken gespielt hatten, günstig Praktiker-Aktien zu kaufen, dann lautet mein Rat an Sie: Vergessen Sie das ganz schnell wieder! Derzeit ist die Aktie nur etwas für Zocker. Und für die großen Investoren, die stets auf solche „Gewinnspiele“ warten.

Schauen Sie sich die Praktiker-Aktie vielmehr in einigen Wochen wieder an. Prüfen Sie dann, ob der Kurs einen Boden gefunden hat. Und falls er dann Momentum nach oben aufbaut, können Sie noch immer zuschlagen.

6. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.