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Rational-Aktie: Gastronomie-Liferant im Höhenflug

Das Sie auch mit vermeintlich langweiligen Geschäftsmodellen richtig Geld verdienen können, zeigt Ihnen die Rational-Aktie.

Der führende Anbieter von Geräten zur thermischen Speisezubereitung in Großküchen hat bereits seit Jahren einen wahren Lauf.

Herausragende Margen und starkes Wachstum gepaart mit einer langfristig ausgerichteten Firmen-Politik der Familien-Aktionäre bildeten den Cocktail der Erfolgsgeschichte.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die jüngste Prognose-Anhebung schob den Kurs auf ein neues Rekordhoch. Das Kurs-Plus liegt damit seit Jahresbeginn bei knapp 20%.

Noch beeindruckender fällt der Blick auf den langfristigen Zeitraum aus: So summieren sich die Kursgewinne der vergangenen 14 Jahre auf immerhin knapp 1.300%.

Was sind die Gründe für die sensationelle Entwicklung? Ist die Luft jetzt raus, was zukünftige Kurssteigerungen angeht? Was schätzen die Analysten das Potenzial der Aktie ein?

Großküchen setzen auf Rational

Auch wenn Sie vielleicht noch nichts von der Rational AG gehört haben; bei Großküchen ist die Firma so gut wie gesetzt.

Der Marktanteil des globalen Marktführers von Geräten zur thermischen Speisen-Zubereitung für Profiküchen liegt bei beeindruckenden 54%.

Dabei macht Europa exklusive Deutschland rund die Hälfte des Umsatzes aus.

Im Jahr 1973 gegründet, begann die Gesellschaft mit der Produktion und dem Vertrieb von Heißluft-Geräten in Deutschland.


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3 Jahre später startete das Unternehmen mit der Fertigung von Combi-Dämpfern für Groß- und Profiküchen.

Der Markt für Kombidämpfer wurde nach eigenen Angaben von Rational durch die Einführung des 1. Gerätes 1976 kreiert und wird seither entwickelt.

5x so groß wie der nächstgrößte Wettbewerber

Die Positionierung von Rational ist extrem stark:

Da sich der Einsatz der Dampfgarer in Profiküchen bereits ab 30 Essen pro Tag rechnet, erzielen die Kunden massive Kosten-Einsparungen mit den Geräten.

Auf Grund des speziellen Zubereitungs-Verfahrens sparen die Küchen sowohl Arbeitszeit und Energie als auch beim Einsatz der Rohware.

Typischerweise haben die Kunden den Kaufpreis bereits in weniger als 6 Monaten wieder eingespielt.

Mittlerweile ist der Vorsprung auf die Rivalen kaum mehr aufzuholen. So ist der Konzern aus Landsberg am Lech 5x so groß wie der nächstgrößere Wettbewerber.

Zu den größten Konkurrenten zählen Firmen wie Lainox, Electrolux und Convotherm.

Mit dem deutlichen Größenvorteil ergeben sich für Rational massive Skaleneffekte in der Fertigung, dem Vertrieb und der Produkt-Entwicklung.

Großaufträge sorgen für Anhebung der Jahresziele

Dank einiger Großaufträge aus den USA zeigt sich jetzt die Konzern-Führung optimistischer und hebt die bisherige Jahres-Planung an.

Erwartet wird ein Jahres-Plus beim Umsatz von 11 – 13%. Sollten die Mitte erreicht werden, könnte Rational auf einen Umsatz von 687 Mio. € kommen.

Besonders erfreulich: Das zusätzliche Wachstum soll nicht auf Kosten der Marge gehen.

Denn bei der sogenannten EBIT-Marge (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) soll mit 26 – 27% weiterhin eine ausgesprochen hohe Rendite erreicht werden.

Neue Produkte sorgen für Wachstum

Zuletzt profitierte Rational von einer breiten Palette neuer Produkt-Einführungen, die in Q4 des Vorjahres mit der Markteinführung des SelfCookingCenter XS begonnen hatte.

Rational hat im letzten Jahr eine neue Version seines Basismodells Combi Master Plus (ca. 20% des Absatzes) eingeführt.

Dieses ist nun mit einer vollautomatischen Reinigungsfunktion ausgestattet und auch in der neuen XS-Kompaktgröße erhältlich.

Hohe Bewertung macht Aktie anfällig für Rückschläge

Keine Frage: Das Geschäftsmodell und die Positionierung des Familienbetriebs (63% der Aktien in den Händen der Gründerfamilie) sind bemerkenswert.

Das wird an den nackten Zahlen deutlich:

Immerhin kletterten die Erlöse seit 2002 von 177,3 auf zuletzt 613 Mio. €. Die Gewinne zogen sogar deutlich stärker von 26,6 auf 127,1 Mio. € an.

Aber der Börsenwert von mittlerweile 5,85 Mrd. € zeigt Ihnen, dass ein Großteil der zukünftigen Phantasie bereits eingepreist sein dürfte.

Wenig verwunderlich, dass die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 40 für dieses Jahr bereits ein sportliches Niveau erreicht hat.

So liegt auch das durchschnittliche Kursziel der Analysten mit 490 € im Moment knapp 5% unter dem aktuellen Kursniveau.

17. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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