Rettung vor dem Währungscrash: die Analyse zu Währungszertifikaten

Der internationale Währungsmarkt wird weiterhin turbulent bleiben. Denn:

Nicht nur der Euro steht unter Druck, auch das amerikanische Pendant dazu.

Der Dollar steht aus zwei Richtungen unter erheblichem Beschuss. Dies ist das Vermögen der chinesischen Zentralbank. Die Chinesen verfügen über einen Dollar-Bestand in Höhe von immerhin 2 Billionen US-Dollar. Damit könnten sie jederzeit den Welt-Währungsmarkt fluten und den Dollar extrem schwächen.

Dagegen spricht, dass die Chinesen das Geld nicht auf einmal am Markt platzieren können und daher die eigenen Bestände wertloser machen würden, wenn sie den Dollar massiv schwächen. Deshalb werden sie den Dollar nur nach und nach am Markt platzieren.

Goldpreis steigt

Wer dies beobachten und prüfen möchte, muss nur den Goldpreis – dauerhaft – im Auge behalten. Denn die Chinesen kaufen Gold und stocken den Anteil vom gelben Edelmetall an den Devisenbeständen des Landes deutlich auf: von 2% auf mehr als 10%, meinen wir mit Blick auf die USA.

Denn: Die Amerikaner haben Goldanteile von mehr als 70% und zeigen, wie hoch sie das Gold einschätzen. Ein zweiter Grund für die Dollar-Schwäche, die sich langfristig ankündigt, ist und bleibt die hohe Verschuldung der USA. Die Amerikaner haben Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 15 Billionen Dollar.

Die Schulden steigen sogar minütlich noch an. Bei den aktuell geringen Zinsen von um die 0% besteht auch kein Potenzial mehr, durch neue Zinssenkungen die Neuverschuldung einzubremsen. Deshalb sind sowohl Euro als auch US-Dollar Kandidaten für einen massiven Geldsturz.

Währungszertifikate sollen helfen

In dieser Situation, so die Haltung der Anbieter, sollen Währungszertifikate helfen, die Preisbewegungen mitzumachen und Profite zu erzielen.

  • So können Sie reine Preiszertifikate kaufen, die den Wert einer Währung gemessen in der anderen darstellen, etwa EUR/Dollar. Diese Preiszertifikate gibt es auch in Hebelform, sodass die Rendite deutlich steigen würde, wenn Sie richtig liegen.
  • Sie können sogar "short" gehen, also bei einem Währungspaar wie EUR/YEN auf fallende Kurse des Euro gehen - auch dies gehebelt um einen Faktor, den Sie aussuchen können, da der Markt verschiedene Modelle bereithält.
  • Darüberhinaus bieten sich Zertifikate an, die Währungskörbe abbilden: So etwa "Asian Currency Baskets", die den Wert asiatischer Währungen im Vergleich zum Dollar gemittelt im Durchschnitt widerspiegeln.
  • Zudem gibt es Zertifikate, die auf den Zins in verschiedenen Währungen setzen, so den "TopZins Währungspicker" (WKN LBB1WS).

GeVestor meint: für eine sichere Anlage ist aus unserer Sicht kein einziges der Zertifikate geeignet. Sie können zwar gehebelt ordentlich profitieren, wenn Sie die richtige Richtung "erwetten". Sichere Renditen jedoch benötigen bei Devisen einen Marktüberblick, den private Investoren nicht besitzen können.

Eine Alternative sind auch Investitionen in Aktien aus verschiedenen Währungszonen. Aus den USA bietet sich Berkshire Hathaway an.

18. Juni 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

Infografik des Monats

Wahlversprechen Steuersenkung

Gratis Newsletter von GeVestor
Weitere Newsletter