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Riskantes Geschäft: Biotech-Aktien leben häufig vom Prinzip Hoffnung

Die Biotechnologie (kurz: Biotech) bleibt an der Börse ein heißes Pflaster.

Viele Anleger dürften sich noch an den Neuen Markt und die Boomjahre der Biotech-Branche vor dem Zusammenbruch der Aktienmärkte im Jahr 2001 erinnern.

Auch heute gelten Investments innerhalb des Biotech-Sektors häufig als überaus riskant und spekulativ. Dabei gibt es einige Aspekte, auf die Sie als Anleger unbedingt achten müssen.

Finanzierung von Biotech-Unternehmen bricht ein

Zunächst jedoch erst mal ein grober Überblick.

Die deutsche Biotech-Branche konnte auch in 2011 ihren moderaten Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen und am Ende ein Umsatzwachstum von rund 10,0 % auf 2,6 Milliarden Euro erzielen.

Jedoch wurde im vergangenen Jahr 2011 einmal mehr deutlich, wie schwer es für die meisten Biotech-Unternehmen ist, ihre Finanzierung sicherzustellen.

Denn insgesamt wurde laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in 2011 mit 187 Mio. € extrem wenig Kapital in die Branche investiert.

Zum Vergleich: Im Vorjahr 2010 floss mit 700 Millionen Euro noch eine Rekordsumme an Kapital in die deutsche Biotech-Branche. Ein Einbruch von 73,2 %.

Gleichzeitig musste mit sieben Insolvenzen in 2011 jedoch nur ein Unternehmen mehr aufgeben als im Vorjahr 2010.


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Anleger brauchen viel Risikobereitschaft und etliche Jahre Geduld

Dabei muss Ihnen als Anleger generell stets bewusst sein, dass Biotech-Unternehmen ihren Aktionären oft ein hohes Maß an Geduld und Risikobereitschaft abverlangen.

Denn, zum einen dauert die Entwicklung neuer Wirkstoffe für Arzneimittel oftmals viele Jahre und zum anderen scheitert die Mehrzahl der Produkte häufig an der Zulassung.

Bis ein Wirkstoff irgendwann tatsächlich marktreif ist und nennenswerte Umsätze generieren kann, muss er sich in mehreren klinischen Studien behaupten.

Sehr schnell kann ein Hoffnungsträger gerade im späten Stadium die Träume der Aktionäre auf die lang ersehnte Vervielfachung des Aktienkurses zerplatzen lassen.

Biotech-Unternehmen Agennix steht vor dem Aus – Kurssturz von 75 % an einem Tag

Das deutsche Biotech-Unternehmen Agennix etwa musste Anfang vergangener Woche einen herben Rückschlag vermelden: der Hoffnungsträger Talactoferrin hatte die Ziele einer Studie nicht erfüllt.

Für Aktionäre des Unternehmens hatte diese Meldung verheerende Folgen: nach einem Kurssturz von 75 % innerhalb eines Tages ist die Aktie nun lediglich noch einige Cent wert.

Das Management von Agennix prüft nach eigenen Aussagen nun alle Optionen, bis hin zur Abwicklung des Unternehmens.

Kluge Anleger setzen auf Kooperationen mit großen Pharmaherstellern

Allgemein sollten Anleger in dieser hochriskanten Branche deshalb ihre Anlageentscheidung äußerst sorgfältig treffen.

Biotech-Unternehmen, deren gesamte Zukunft oftmals von der erfolgreichen Einführung eines einzigen, meist noch in der Entwicklung stehenden, Medikaments abhängt, würde ich Privatanlegern aufgrund des hohen Risikos eines Totalverlustes definitiv nicht empfehlen.

Stattdessen sollten Sie nur jene Biotech-Unternehmen in die engere Auswahl einbeziehen, welche Partnerschaften und Kooperationen mit großen Pharmaherstellern vorzuweisen haben.

Hier könnte sich eine erfolgreiche Entwicklung schon eher abschätzen lassen, gerade weil bei fortgeschrittenen Wirkstoffen häufig Lizenzzahlungen an das Biotech-Unternehmen vereinbart sind.

Überzogene Kursziele: Selbst auf Branchen-Analysten ist kein Verlass

Generell sehe ich die Biotech-Branche jedoch nicht als empfehlenswerten Sektor an und würde Anlegern an der Börse lieber zu soliden und nachhaltig erfolgreichen Branchen raten.

Hier haben Sie den Vorteil, dass die Geschäftsmodelle der Unternehmen und deren Wettbewerbsvorteile gut verständlich und nachvollziehbar sind.

In der Biotech-Branche hingegen sind sie leider zu sehr auf die Empfehlungen so genannter Experten angewiesen, welche sich im Übrigen oftmals eher als das Gegenteil herausstellen.

So hat die Hamburger Beratungsgesellschaft Kirchhoff-Consult ermittelt, dass die Kursziele der Branchen-Analysten zu den sieben nach dem Börsenwert größten deutschen Biotech-Unternehmen um durchschnittlich 79 % über den tatsächlichen Kursen an der Börse liegen.

Des Weiteren erzielte von den sieben betrachteten Unternehmen des medizinischen Sektors lediglich ein Unternehmen, nämlich die Mologen AG aus Berlin, eine positive Kursentwicklung.

Für investierte Anleger sicherlich eine mehr als ernüchternde Bilanz.

14. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.