MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

RWE Aktie: Insider kaufen – Atomenergie als Unsicherheitsfaktor

Der deutsche Aktienmarkt schloss heute sehr fest. Während sich der DAX am Vormittag noch orientierungslos zeigte, konnte der Index später deutlich anziehen und fast schon wieder die 6.000-Punkte-Marke erreichen.

Gleich zwei Kurstreiber sorgten für die gute Stimmung: Zum einen scheinen sich Befürchtungen, dass sich die chinesische Konjunktur abkühlt, nicht zu bestätigen. Die neuesten Daten deuten auf eine robuste wirtschaftliche Entwicklung hin.

Zum anderen äußerte sich Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Notenbank, optimistisch zur wirtschaftlichen Situation in den USA und beruhigte die Märkte mit der Aussage, dass auch Europa „alles im Griff“ habe.

RWE Aktien Vorstand deckt sich ein

Nur ein kleines Plus verbuchte heute der Aktienkurs der beiden Versorger-Aktien Eon und RWE. Seit Wochenbeginn schneiden die Versorger-Aktien schlechter ab als der Gesamtmarkt. Der Grund: Die Regierung will die Gewinne aus dem Geschäft mit dem Atomstrom abschöpfen und pro Jahr über 2 Mrd. Euro kassieren.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die RWE-Aktie. Nicht nur, dass der Energieversorger vom Sparpaket betroffen ist, auch kam es in der letzten Woche zu massiven Insider-Käufen – hier im Schlussgong habe ich bereits über diese Käufe berichtet.

Wenn Sie auf die größten Volumen bei den Insider-Käufen schauen, sticht in diesem Jahr die Aktie des Essener Energieversorgers RWE hervor. Hier schlug gleich der gesamte Vorstand zu. Allein der Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann kaufte seit Jahresbeginn RWE-Aktien im Wert von 5 Mio. Euro.

Gründe für den Kauf

Die Gründe für den Kauf können vielschichtig sein. Auf der einen Seite kann es sein, dass der Vorstand von einer Unterbewertung der Aktie überzeugt ist. Insbesondere der Vorstand kennt die aktuelle Entwicklung des eigenen Unternehmens sehr genau. Liegen die eigenen Schätzungen zum Gewinn oberhalb der Markterwartung, lockt eine günstige Einstiegsgelegenheit.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Auf der anderen Seite kann der Kauf auch unternehmensintern „gesteuert“ worden sein. So könnte der Aufsichtsrat dem Vorstand nahe gelegt haben, Aktien zu kaufen, um das  Signal „die RWE-Aktie ist unterbewertet“ zu senden. Das soll Nachahmer anziehen, damit der Aktienkurs von RWE anzieht. Dieser steigende Aktienkurs führt zu einer höheren Marktkapitalisierung und bietet eine Reihe von Vorteilen.

So kann zum Beispiel bei einer Kapitalerhöhung mehr Geld in die Kasse gespült werden und das Risiko einer feindlichen Übernahme verringert sich. Ein zusätzliches Motiv: Bei vielen DAX-Unternehmen orientieren sich die Bonus-Zahlungen am Aktienkurs. Ein hoher Aktienkurs ist daher auch im Sinne der Manager.

RWE-Aktie: günstig bewertet, aber Politik-Eingriff kann Wachstum bremsen

Analysten rechnen für 2010 mit einem Gewinn von ungefähr 7 Euro pro Aktie. Damit sind die RWE-Stammaktien bereits jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 8 vergleichsweise günstig. Bestätigt sich auch die Dividendenrendite von über 6%, ist das ein attraktives Investment.

Die Analyse der zukünftigen Gewinnentwicklung gestaltet sich allerdings schwieriger. Das Sparpaket der Bundesregierung soll eine Brennelemente-Steuer beinhalten, die auch RWE hart treffen würde.

Die Details sind noch nicht bekannt. Aus der Politik kamen schon die ersten Stimmen, dass es bei den momentan im Raum stehenden 2,3 Mrd. Euro pro Jahr nicht bleiben wird. Eine noch höhere Belastung würde den künftigen Wachstumskurs bremsen.

Laufzeit-Verlängerung wäre jedoch positiv zu werten

Durch die Extra-Besteuerung der Energieunternehmen hat die Politik unmissverständlich gezeigt, dass sie jederzeit in die Wirtschaft eingreifen kann. RWE ist dagegen machtlos. In der Vergangenheit galten die Energieversorger als sichere, unspektakuläre „Witwen- und Waisen-Papiere“ mit hoher Sicherheit. Diese Zeit ist vorbei.

Insgesamt sehe ich den aktuellen Eingriff jedoch nicht ganz so negativ wie der Markt. Wird erst einmal die Brennelemente-Steuer eingeführt, erwarte ich eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke.

Zwar hat Finanzminister Wolfgang Schäuble medienwirksam mitgeteilt, dass die Besteuerung von einer Laufzeitverlängerung losgelöst sei, dem kann ich allerdings nur begrenzt Glauben schenken. Denn: „Eine Kuh, die noch viele Jahre gemolken werden soll, schlachtet man nicht“.

Regierung und Energielieferanten profitieren von Laufzeit-Verlängerung

Auch in der Vergangenheit hat sich dieses Sprichwort insbesondere in Steuerfragen bewahrheitet. So kam einst massiver Widerstand aus den Reihen der Opposition als es um die Einführung der Öko-Steuer ging.

Dass die Öko-Steuer nach dem Regierungswechsel zur Disposition stand, ist mir nicht bekannt. Die Erfahrung zeigt immer wieder: Ist erst einmal eine Steuer eingeführt, wird das Geld von allen Regierungen gerne genommen.

Auch jetzt gilt es wieder, die Kuh zu melken. Die FDP hat nie einen Hehl daraus gemacht, auf billigen Atomstrom zu setzen. In Zeiten leerer Kassen wäre also beiden Seiten geholfen.

Die Energieunternehmen RWE und Eon profitieren aufgrund der billigen Produktionskosten von der möglichen Laufzeitverlängerung, die Regierung von den dringend benötigten Steuereinnahmen. Der Kursabschlag der Versorger-Aktien war daher vielleicht etwas voreilig.

Gut möglich, dass sich Energieversorger und Regierung zukünftig die Milliardengewinne aus der Atomenergie teilen.

>> lesen Sie mehr zum Thema „Aktien“

9. Juni 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.