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Scheitert der Gazprom-Deal mit OMV?

Wenn politische und wirtschaftliche Interessen aufeinanderprallen, wird es häufig kompliziert. Das bekommt derzeit auch die österreichische OMV zu spüren.

Das Unternehmen plant einen Asset Swap, also einen Tausch mit dem russischen Großkonzern Gazprom:

OMV will sich Zugang zu sibirischen Gasvorkommen sichern – und hat den Russen im Gegenzug Teile der eigenen Ölförderung in der Nordsee angeboten.

Politische Skepsis

Der geplante Deal steht nun aber auf der Kippe. So äußerten die Nordsee-Anrainerstaaten Großbritannien und Norwegen ihre Bedenken.

Insbesondere in Oslo stoßen die Pläne auf eine skeptische bis ablehnende Haltung. Demnach ist Gazprom „nicht präqualifiziert“, um vor Norwegens Küste zu arbeiten.


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In Großbritannien zeigte man sich bereits im Frühjahr verschnupft. Hintergrund sind hier vor allem die politischen Verwerfungen zwischen Moskau und dem Westen in Bezug auf den Ukraine-Konflikt.

Zur Erinnerung: Russlands Präsident Wladimir Putin hatte nach schweren Straßenkämpfen die ukrainische Halbinsel Krim zu russischem Staatsgebiet erklärt.

Ukrainische Separatisten jubelten, der Westen zeigte sich erbost über die als Annexion gewertete und völkerrechtlich bislang nicht anerkannte Aktion aus Moskau.

In der Folge hagelte es Wirtschafts-Sanktionen gegen das Riesenreich, Exporte aus der Europäischen Union wurden beschränkt, das politische Klima kühlte sich spürbar ab.

Ein Engagement von Gazprom mitten in europäischen Gewässern erscheint daher politisch zumindest heikel.

Verhandlungen ziehen sich hin

Auch bei der OMV rudert man inzwischen zurück und hat es wohl nicht mehr ganz so eilig mit der Umsetzung der Tauschpläne. Wollte man den Deal ursprünglich noch in diesem Jahr in die Wege leiten, ist davon mittlerweile keine Rede mehr.

Stattdessen heißt es nun, dass sich die Verhandlungen zwischen beiden Firmen wohl bis ins kommende Jahr hinein ziehen werden – und erst danach will man sich um die notwendigen Genehmigungen der Behörden kümmern.

Auch eine Zustimmung des norwegischen Öl- und Energie-Ministeriums wäre dann erforderlich, und ob die erteilt werden wird, scheint derzeit mehr als fraglich.

Und auch bei den wirtschaftlichen Details scheint es noch offene Fragen zu geben, etwa inwieweit sich der Brexit auf die Geschäfte bzw. deren Bewertungen und Prognosen auswirken wird, oder auch die Entwicklung des Ölpreises, die die Wirtschaftlichkeit der Nordsee-Bohrungen beeinflusst.

Der Fall zeigt einmal mehr das ambivalente Verhältnis zwischen Europa und Russland: Auf dem Energiemarkt ist man immer mehr auf Kooperationen angewiesen, die es aus politischen Gründen jedoch zu begrenzen gilt.

Sich voneinander zu lösen und wieder unabhängiger zu werden, erscheint in Zeiten der globalisierten Welt kaum realistisch.

Man wird also sehen müssen, dass man sich irgendwie einigt. Dennoch steht der Deal zwischen OMV und Gazprom auf wackligem Fundament.

15. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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