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Schlechter Versuch: K+S will mit Staatshilfe Übernahme durch Potash verhindern

Das Management des Kasseler Düngemittel-Herstellers K+S ist aktuell auf dem besten Weg sich lächerlich zu machen. Einem Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge suchte das Unternehmen Hilfe beim Deutschen Staat, um eine feindliche Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash abzuwehren.

Es habe bereits mehrere Gespräche mit den Beteiligten gegeben, heißt es. Unter anderem sei dabei ein Modell diskutiert worden, dass den Einstieg der Förderbank KfW bei K+S vorsieht.

Die Idee dahinter ist, dass sich die KfW einen 25,1%-Anteil an K+S sichert und somit über eine Sperrminorität verfügt. Das würde bei wichtigen Entscheidungen das Einverständnis der KfW erfordern und gleichzeitig eine Übernahme unattraktiver zu machen.

Chancen auf staatlichen Eingriff gehen gegen 0

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es am Ende zu einem derartigen Eingriff durch die Politik kommen wird. Als Hochtief vom spanischen Konkurrenten ACS feindlich übernommen wurde, wurde auch der Ruf nach einem politischen Eingriff laut.

Doch am Ende passierte (zu Recht) nichts und die Essener wurden geschluckt. Damals war die Übernahme sogar deutlich stärker in den Medien präsent. Es fehlten letztendlich aber handfeste Gründe, warum in die Marktordnung eingegriffen werden sollte.


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Politische Eingriffe in die Wirtschaft oder politischer Einfluss bei Unternehmen sind häufig ohnehin kontraproduktiv. Man erinnere sich an die Holzmann-Rettung. Auch ein gutes Beispiel ist Airbus. Ein Hickhack zwischen der französischen und deutschen Seite des Managements lähmten den Konzern über Jahre.

Nur die umstrittene Commerzbank-Rettung während der Euro-Krise könnte als positiver Eingriff gewertet werden, wenn der Bund am Ende mit einer schwarzen 0 oder einem Plus die Investition wieder abstoßen kann.

Potashs Angebot mit mehr als 40% Prämie: K+S will trotzdem nicht verhandeln

Es ist schon verwunderlich, dass die K+S-Manager den Staat um Hilfe bitten. Man fragt sich: Wie kommen die darauf? Und wie sehen die ihre Erfolgschance einer solchen Anfrage? Wieso sollte der Staat ausgerechnet den Spieler im Markt schützen, der so ziemlich (aktuell noch) die schlechteste Kostenstruktur aufweist?

Wovor schützen? Da kommt ein Bieter aus Kanada, der dem Unternehmen eine Langfrist-Perspektive bietet und eine ordentliche Prämie auf den Aktienkurs als Verhandlungsgrundlage vorlegt. Zudem wurde bereits angedeutet, dass man auch über Arbeitsplatzgarantien und andere Zusagen sprechen könne.

Bei dem Angebot nicht einmal verhandeln zu wollen bedeutet, dass der Markt das Potenzial des Unternehmens nicht einmal erahnt hat. Vor wenigen Monaten lagen die Kursziele noch bei unter 20 Euro. Die Erstofferte von Potash liegt mit 41 Euro mehr als 40% über dem Schlusskurs vom Tag vor Bekanntwerden der Übernahme-Pläne.

Es wundert nicht, dass angesichts dieses hohen Aufschlags einige Aktionäre – also einige Mit-Eigentümer des Unternehmens – wenig Verständnis für die Management-Haltung haben.

Bekommt Potash am Ende viel bessere Deal-Bedingungen, weil K+S-Manager schlafen?

Wohl auch deshalb versucht K+S jetzt den Staat als „Beschützer“ ins Boot zu holen. Dem Unternehmen droht ganz klar die feindliche Übernahme. Die Erfolgschancen einer solchen Offerte sind nicht schlecht – K+S hat keinen Großaktionär und der Preis entspricht dem höchsten Kurs seit 2012. Das Management muss befürchten, dass es sich ordentlich blamiert.

So ist das aber im Übernahme-Geschäft: Wenn es dem Management nicht gelingt, überzeugend darzulegen, warum die Aktie noch mehr wert sein soll als geboten wird, dann geben die Eigentümer ihre Anteile ab.

Anstelle des Standard-Wegs „Verhandlung“, ruft K+S nach einem Staat, der nicht kommen wird. Es ist Zeit, dass sich die Kasseler mit Potash zusammensetzen. Sonst droht der wirkliche Gau.

Denn dann gibt es womöglich keine oder schlechtere Job- und Standort-Garantien, keine Zusagen bezüglich des Salzgeschäfts und für die Aktionäre wurde auch nicht das Maximum rausgeholt. Wo ist dann die Verantwortung den Aktionären und Arbeitern gegenüber, die jetzt als Grund für die Ablehnung von Gesprächen genannt wird?

29. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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