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Schlussgong klärt auf: Der Unterschied bei den Ölpreisen

Im Zentrum des Interesses rückte der Automobil-Konzern VW, der bei der Vorlage der  Geschäftszahlen für das Jahr 2010 die Erwartungen der Analysten auf breiter Front schlagen konnte. Neben VW war auch der LKW-Bauer MAN an der Indexspitze – hier scheint eine Übernahme schon in den nächsten Wochen möglich.

International wurde weiterhin die Entwicklung in Libyen heiß diskutiert. Da das Regime Gaddafi immer stärker wankt, gehen die ersten Beobachter davon aus, dass der Konflikt in den nächsten Tagen beendet sein könnte. Der Ölpreis geriet jedoch (noch) nicht unter Druck und notiert in etwa auf Vortagesniveau.

Ausgleich bei Lieferungsausfall hängt von den anderen Öl-Staaten ab

Seit der Verschärfung der Libyen-Krise ist der Ölpreis um rund 10% gestiegen. Das ist kein Wunder, denn Libyen ist als Opec-Mitglied (Organisation erdölexportierender Länder) ein wichtiger europäischer Öl-Lieferant. Ein längerer Komplett-Ausfall der libyschen Lieferungen könnte kurzfristig zu einem Versorgungsengpass führen, eher andere Ölförder-Länder den Lieferausfall kompensieren können.

Eine kurzfristige Erhöhung der Liefermenge ist auch nur dann möglich, wenn die anderen Machtgebilde in den Öl-Staaten stabil bleiben. Ob sich die Krise auf andere arabische Opec-Staaten ausweitet, kann zur Zeit niemand mit Sicherheit sagen.


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Ein weiteres Problem: Die Länder müssen auch gewillt sein, die Fördermenge zu erhöhen. Da die Opec-Kartell-Mitglieder an den Preissteigerungen prächtig mitverdienen, ist es fraglich, ob die Fördermenge so schnell ausgeweitet wird, wie es nötig wäre.

Öl bleibt daher eine spannende „Story“, aber es ist für Privatanleger gar nicht so einfach, vom Öl-Boom zu profitieren. Es gibt eine verwirrende Vielfalt an Anlageprodukten und Basiswerten (Ölsorten).

WTI, Brent Crude und 270 andere Öl-Sorten

Der Ölpreis notiert derzeit bei 111 Dollar für die Sorte Brent Crude. Die Sorte WTI notiert bei 97 Dollar. Daneben gibt es noch rund 270 weitere Ölsorten, die sich alle unterscheiden. Welcher Ölpreis ist aber der „entscheidende“ Preis?

Für Europa ist der Preis der Nordsee-Öl-Sorte Brent Crude maßgeblich. Diese Ölsorte gilt als vergleichbar mit den Sorten aus Arabien und besitzt einen höheren Schwefelgehalt als das nordamerikanische WTI-Öl. Der höhere Schwefelgehalt hat zur Folge, dass Brent Crude Öl eine schlechtere Verarbeitungsqualität als WTI-Öl besitzt. Trotzdem ist Brent-Öl derzeit teurer.

Langfristig betrachtet sind beide Öl-Sorten in etwa gleich teuer

Eine längerfristige Betrachtung der beiden Ölpreise zeigt, dass WTI-Öl im Verhältnis zu Brent-Öl meist leicht teurer oder gleichteuer war. Dass momentan die Sorte Brent teurer ist, liegt in erster Linie an der stärker gestiegenen Ölnachfrage. Die Wirtschaft brummt. In Amerika dagegen lahmt die Wirtschaft noch.

Der große Preisunterschied zwischen WTI und Brent spiegelt eine weitere Entwicklung wider: WTI-Öl ist seit Aufflammen der Unruhen in Nordafrika prozentual langsamer gestiegen als Brent-Öl. Der Preisunterschied ist also nicht nur auf die unterschiedliche Nachfragesituation zurück zu führen. Die Libyen-Krise wirkt sich auf die Sorte Brent stärker aus als auf das WTI-Öl.

Eine Investition in WTI-Öl (-Kontrakten), um den aktuellen Preisunterschied auszunutzen, birgt allerdings Gefahren. Es muss nicht sein, dass WTI-Öl die Bewertungslücke mit einem schnellen Kursanstieg schließt. Es kann genauso gut sein, dass Brent-Öl schneller fällt als WTI-Öl, wenn die Libyen-Krise beendet ist. Jetzt noch auf einen steigenden Ölpreis zu „wetten“ ist daher ein riskantes Unterfangen. Entspannt sich die Lage, könnte eine Put-Strategie das bessere Investment sein.

25. Februar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.