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Schon wieder: „Grünes“ Investment endet in der Insolvenz

Der deutsche Aktienmarkt profitierte heute von sehr starken Konjunkturdaten. Die deutsche Wirtschaft hat trotz der größeren und kleineren Krisen einen neuen Exportrekord aufgestellt. Der DAX gewann 1,6% und kletterte auf 10.271 Punkte.

Doch in diesen Tagen können nicht alle Anleger jubeln. Es gibt auch schlechte Nachrichten aus einigen angeschlagenen Unternehmen.

Nach der Insolvenz des Windenergiespezialisten Prokon steht jetzt ein weiteres Unternehmen, welches „grüne“ Investments angeboten hat, vor der Insolvenz. Die Teak Holz International AG wollte mit Teakbäumen als „wachsenden Investments“ ihren Anlegern eine steigende Rendite liefern, muss jetzt aber einen Insolvenzantrag stellen.

9 Jahre nach dem Börsengang wird das Unternehmen nun den Gang in die Insolvenz antreten. Kommende Woche will der Vorstand der Teak Holz International AG einen Insolvenzantrag beim zuständigen Handelsgericht stellen.


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Details zu der Pleite von Teak Holz International

Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen war kurz nach dem Börsengang 2007 bereits negativ in die Schlagzeilen geraten. Damals waren Zweifel an der Qualität der Teakholzplantagen in Costa Rica aufgekommen und der damalige Vorstands-Chef Johannes Hofer musste 5 Monate nach dem Gang auf das Börsenparkett bereits seinen Hut nehmen.

Der Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hatte angesichts der angespannten Finanzsituation Anfang des laufenden Jahres den Börsengang von Teak Holz International im Nachhinein als einen Fehler bezeichnet.

Er unterstrich zu diesem Zeitpunkt, dass ein Unternehmen, welches erst 15 bis 20 Jahre später bei der Ernte der Teakbäume erstmals Erträge erzielt, nicht für die Börse geeignet sei. Um diese lange Durststrecke bis zur Ernte zu überstehen, hätte man nach seiner Einschätzung (und auch nach meiner) eine andere Finanzierung gebraucht.

Parallelen zum Fall Prokon

Die Parallelen zum Fall Prokon bestehen aus meiner Sicht vor allem in der falschen Finanzierung des Geschäftsmodells. Bei Prokon wurden Windkraftanlagen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren mit Genussscheinen finanziert, die kurzfristig kündbar waren. Das Geld, welches die Anleger Prokon zur Verfügung stellten, war somit langfristig gebunden.

Das Problem: Sobald viele Anleger kurzfristig ihre Genussscheine kündigen – wie am Ende tatsächlich geschehen – bricht das Konstrukt zusammen, da nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um die Anleger auszuzahlen.

Bei Prokon machte sich in dieser Situation Panik unter vielen Anlegern breit und es wurden noch mehr Genussscheine gekündigt, was schlussendlich zur Insolvenz führte. Aufgrund einer falschen Finanzierung können auch Unternehmern plötzlich von einer Insolvenz bedroht sein, die im Prinzip über ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen.

Ob die Geschäftsmodelle bei Prokon und/oder Teak Holz International tragfähig oder sogar gut waren, lässt sich hier nicht abschließend klären.

Was ich Ihnen jedoch sagen kann, ist, dass Sie immer dann vorsichtig sein sollten, wenn Unternehmen langfristige Investitionen mit kurzfristig kündbarem Kapital finanzieren (Prokon) oder wenn beim Börsengang das Erreichen der Gewinnschwelle zeitlich noch in den Sternen steht (Teak Holz).

Leider ist es oft so, dass Anleger diese Vorsichtsmaßnahmen vergessen, wenn es um „Grüne“ Investments geht. Das oft positive Ziel dieser Investitionen überdeckt dann Zweifel, ob das Geschäft auch profitabel zu führen ist.

Laufen Sie nicht in diese Falle und rechnen Sie auch bei „Grünen“ Investments immer genau nach, wie überzeugend das Geschäftsmodell mit der entsprechenden Finanzierung ist.

8. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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