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Schweiz: Franken-Aufwertung löst Erdbeben an der Börse aus

Ich bin seit rund 25 Jahren an der Börse aktiv, aber an einen Handelstag wie gestern kann ich mich nicht erinnern. Auslöser war die Schweizer Notenbank, die völlig überraschend den Franken-Mindestkurs aufgegeben hat.

Vorher hat die Notenbank 3 Jahre lang alles getan, um den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro zu verteidigen. Mit dieser Wechselkursbindung sollte verhindert werden, dass die Schweizer Währung zu stark aufwertet.

Eine zu starke Aufwertung behindert den Export (Schweizer Waren werden im Ausland teurer) und schädigt den wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus (Schweiz-Reisen werden für Ausländer zu teuer, wenn der Franken aufwertet).

Gestern wurde die Wechselkursbindung Knall auf Fall aufgegeben. Die Marktteilnehmer wurden völlig überrascht. Die Reaktion war daher: Panik!

Zweistelle Kursveränderungen am Devisen- und Aktienmarkt

Am Devisenmarkt wertete der Franken kurzzeitig um weit mehr als 20% auf. Wenn Sie bedenken, dass der Devisenmarkt an sich recht ruhig ist und Tagesveränderungen fast immer eine 0 vor dem Komma haben, können Sie verstehen, was eine Tagesschwankung von über 20% bedeutet.


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Am Ende des Tages wertete der Franken gegenüber dem Euro um rund 15% auf. Wir haben aktuell die Parität: Ein Franken ist so viel wert wie ein Euro.

Hier ein kurzer Hinweis zu mehreren Leserzuschriften, die ich gestern erhalten habe: Der neue Wechselkurs bedeutet nicht, dass der Schweizer Franken eingebrochen ist. Im Gegenteil!

Der Franken ist jetzt – in Euro gerechnet – viel mehr wert. Vorgestern mussten Sie noch 1,20 Franken pro Euro zahlen, heute nur noch 1,00 Franken. Begriffe wie „fallender Wechselkurs“ können hier zu einem Missverständnis führen. Der Franken hat gewonnen, der Euro verloren (nicht umgekehrt).

Ähnlich dramatisch war die Lage am Aktienmarkt. Der Schweizer Aktienindex SMI mit den Schwergewichten Nestle, Roche und Novartis brach zeitweise zweistellig ein und erlebte das größte Minus in der Geschichte der Schweizer Börse. Innerhalb von Minuten wurde ein Börsenwert von rund 140 Mrd. Franken ausgelöscht.

Der Grund: Investoren haben Angst, dass der starke Franken die Umsätze und Gewinne der Unternehmen abwürgt. Der erste Abwärtstrend wurde dann von ausgeführten Stop-Loss-Marken und charttechnisch orientierten Computerprogrammen massiv verstärkt.

Das Risiko wurde zu groß

Die Frage lautet jetzt: Warum hat die Schweizer Notenbank dieses Erdbeben ausgelöst? Die Antwort haben Sie von mir bereits 3 Tage vor dem großen Knall in „Morriens Schlussgong“ erhalten. Am Montag habe ich hier an dieser Stelle die Politik der Schweizer Notenbank untersucht. Die Kernaussage war:

„Die offensive (und riskante) Geldpolitik der Schweizer Notenbank hat zuletzt hohe Gewinne abgeworfen. Der Wind kann sich aber auch schnell drehen. Um die Franken-Kurs-Grenze zu verteidigen, musste die Schweizer Notenbank große Mengen an Euro erwerben. Dadurch ist die Bilanz der Notenbank extrem aufgebläht. Allein die Devisenreserven der Schweizer Notenbank belaufen sich auf fast 500 Mrd. Franken.

Daraus ergeben sich erhebliche Risken. Denn schon eine Kursschwankung nach unten von nur einem Prozent würde einen Tages-Buchverlust von 5 Mrd. Franken für die Schweizer Notenbank bedeuten. Wenn sich der Wechselkurs auf Jahressicht um 10% zu Ungunsten der Schweizer Notenbank entwickeln würde, bedeutete das einen Verlust von 50 Mrd. Franken.

Daher sollte die Schweizer Notenbank aus meiner Sicht keinen allzu großen Teil ihres letztjährigen Gewinns von 38 Mrd. Franken ausschütten und stattdessen größere Rücklagen bilden.“

Diese Rücklagen werden jetzt dringend benötigt. Innerhalb von Minuten hat die Notenbank mehr Geld verloren als sie im gesamten Vorjahr an Gewinn erwirtschaftet hat. Die Risiken wurden zu groß. Und wenn die Notenbank die alte Politik fortgesetzt hätte, wären die Risiken von Tag zu Tag gestiegen. Daher der Strategiewechsel.

Kritisch hinterfragen muss man allerdings, ob der „Überraschungscoup“ alternativlos war. Die Schweizer Notenbank hätte versuchen können, den Franken schrittweise aufwerten zu lassen. Dann hätten sich die Marktteilnehmer vorbereiten können.

16. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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