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Schweiz im Fokus: Ist die Angst vor dem großen Immobilien-Crash gebannt?

Ein Blick in die Schweiz lässt dieser Tage einen verhaltenen Optimismus spüren. Während die Wirtschaft bereits zaghaft eine gewisse Erholung sieht, schwächelt der Immobilienmarkt noch.

Es spricht jedoch einiges dagegen, dass es zu einem starken Rückgang der Immobilienpreise kommen wird. Im Gegenteil: Viele Investoren möchten in diesen Markt einsteigen und warten auf attraktive Angebote. Lesen Sie im Folgenden die Gründe für diese Einschätzung.

Solide Finanzierung hat Leichtsinn verhindert

Schweizer Immobilien wurden schon in der Vergangenheit mit mehr Eigenkapital finanziert als beispielsweise Immobilien in den USA, in Großbritannien oder Spanien.

Die „Modeerscheinung“, dass private und auch institutionelle Käufer quasi ohne Eigenkapital Immobilien erwerben können, hat sich in der Schweiz nicht durchgesetzt.

Die börsennotierten Schweizer Immobiliengesellschaften kommen im Durchschnitt auf Eigenkapital-Quoten von 40 bis 50%.

Auch nach der Lehman-Pleite gab es daher – anders als in vielen anderen internationalen Immobilienmärkten – keinen verstärkten Druck auf die Schweizer Immobiliengesellschaften.


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Die Refinanzierungskosten von rund 3% liegen deutlich unter den Werten in Deutschland oder auch in den USA. Ein ähnliches Bild bei den privaten Immobilienbesitzern: Da der Kreditanteil relativ gering und das Einkommen relativ hoch ist, hält sich auch dieser Markt besser als viele Auslandsmärkte. Obwohl die Rahmenbedingungen sehr günstig sind, ist eine zu laxe Kreditvergabe unwahrscheinlich. In der Schweiz gab es um das Jahr 1990 herum eine Immobilienblase, deren Platzen zu einer Verschärfung der Vergabevorschriften für Hypothekendarlehen führte.

Das bedeutet: Zwar hemmt die vergleichsweise restriktive Kreditvergabe in der Schweiz die Nachfrage nach Immobilien, aber es kommt dadurch bei den Immobilienpreisen auch nicht zu einer übertriebenen Preissteigerung.

Für langfristige Investoren am Immobilienmarkt kann es nur gut sein, wenn die Nachfrage nicht durch leichtsinnig vergebene Kredite angeheizt wird.

Dennoch bin ich der Ansicht, dass es auch in Zukunft eine immer größere Nachfrage nach Schweizer Immobilien geben wird, weil sich auch die Schweizer Investoren vor der drohenden Inflationswelle schützen wollen.

Demografie: Wachsende Bevölkerung sorgt für steigende Nachfrage

In vielen europäischen Industriestaaten einschließlich Deutschland sinkt die Zahl der Bewohner.

Für die Immobilienmärkte ist das schlecht, denn eine sinkende Einwohnerzahl bedeutet langfristig eine geringere Nachfrage nach Wohn- und Büroimmobilien und damit auch fallende Preise. Nicht so in der Schweiz: Dort steigen die Einwohnerzahlen beständig und kräftig.

Der stetige Zustrom von ausländischen Bürgern sorgt für ein vergleichsweise starkes Bevölkerungswachstum. Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) gab Mitte 2009 bekannt: Die Schweizer Bevölkerung ist 2008 stärker gewachsen denn je.

Aufgrund der strengen Einreisebestimmungen lassen sich vor allem hochqualifizierte Menschen in der Schweiz nieder, um dort zu arbeiten. Deren Einkommen, das entsprechend ihrer Qualifikation vergleichsweise hoch ist, spricht für eine weiterhin gute Nachfrage nach Immobilien.

Interessant ist vor allem die Prognose der Preise für Büroimmobilien: In der Schweiz sorgt die stetige Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte voraussichtlich für eine weiterhin starke Nachfrage nach Büroimmobilien.

Konjunkturbedingter Rückgang bzw. Stagnation

Wie bereits oben beschrieben, reagiert der Schweizer Immobilienmarkt vergleichsweise träge auf das Konjunkturgeschehen.

Durch den Konjunktureinbruch verringerte sich aber der Zustrom qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte und erst jetzt wird die Auswirkung auf den Immobilienmarkt allmählich spürbar.

In Basel, Bern und der gesamten Westschweiz gab es im 2. Halbjahr 2009 einen Preisrückgang von etwa 7%. Auch in Zürich, der Ost- und Südschweiz kam es zu einem Preisrückgang oder stagnierenden Preisen, vor allem bei Eigentumswohnungen.

Trotzdem spricht vieles dagegen, dass es bei einem Preisrückgang bleiben wird. Die Erholung der Konjunktur wird auch den Schweizer Immobilienmarkt beleben.

3. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.