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Sharp-Übernahme durch Apple-Zulieferer Foxconn geglückt

Der Apple-Zulieferer Foxconn hat die finale Hürde auf dem Weg zur Sharp-Übernahme genommen:

Die chinesischen Behörden haben der 3,5 Mrd. Dollar schweren Mehrheits-Übernahme heute Morgen grünes Licht erteilt.

Eigentlich sollte die Übernahme schon vor 2 Monaten wasserdicht sein, doch der Deal dauerte länger als geplant.

Anleger befürchteten daraufhin, dass etwas nicht stimmen könnte. Trotz der Offerte geriet die Aktie weiter unter Druck.

Denn neben der Befürchtung, dass die Zustimmung von den chinesischen Behörden verweigert wird, wurden auch Erinnerungen an 2012 wach.

Foxconn machte damals nämlich trotz eines unterschriftsreifen Sharp-Deals einen unerwarteten Rückzieher.

Aktionäre reagieren erleichtert

Aufgrund der Vorgeschichte und des langen Genehmigungs-Prozesses reagierten die Sharp-Aktionäre heute sehr erleichtert, dass der Deal jetzt wasserdicht ist. An der Heimatbörse in Tokio legt das Papier um 19% auf 106 Yen zu.

Damit notiert die Aktie deutlich über dem Angebotspreis von 88 Yen. Dies hängt damit zusammen, dass Anleger auf eine Wiederauferstehung des seit Jahren kriselnden Konzerns spekulieren.


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Rückkehr in die Erfolgsspur wird schwierig

Ob Sharp unter dem Dach von Foxconn  wieder in die Erfolgsspur findet, ist allerdings fraglich. Die Probleme sind gravierend, wie auch aktuelle Geschäftszahlen zeigten.

Sharp hat zwar operativ Fortschritte gemacht, doch der Fehlbetrag im 2. Quartal lag immer noch bei 27,4 Mrd. Yen (236 Mio. €). Der Umsatz brach sogar um über 30% auf 423,4 Mrd. Yen ein.

Einst technologisch führend bei LCD-Bildschirmen rennt Sharp mittlerweile der Konkurrenz aus China und Korea hinterher. Foxconn wird einen langen Atem benötigen, um das Ruder bei den Japanern herumzureißen.

Von der „alten Sharp“ dürfte in wenigen Jahren nicht mehr viel übrig geblieben sein…

Erst unerwartet schlechte Geschäfts-Entwicklung, dann unbekannte Schulden: Mehrheits-Übernahme gelingt erst im 3. Anlauf

Der Einstieg von Foxconn bei Sharp verlief alles andere als reibungslos:

2012 wollte der Apple-Zulieferer bereits zu 550 Yen je Aktie einsteigen. Eine Einigung lag unterschriftsreif auf dem Tisch, doch dann überlegte es sich Foxconn anders und wollte aufgrund der schleppenden Sharp-Geschäfte plötzlich weniger zahlen.

Der Deal wurde abgesagt.

Der 2. Anlauf kam dann im Februar dieses Jahres: Nachdem sich der Foxconn-Investitionsplan gegen einen nationalen Plan durchsetzte, einigten sich die Parteien auf einen Deal im Volumen von 4,3 Mrd. Dollar.

Doch dann tauchten plötzlich Schulden auf, die Foxconn nicht bekannt waren. Der Deal drohte erneut zu platzen. Erst nachdem der Kaufpreis auf 3,5 Mrd. Dollar reduziert wurde, erfolgte eine Einigung.

Übernahme darf bei Investitionen nicht einzige Gewinnchance sein

Mit einer Übernahme-Spekulation auf Sharp wurde viel Geld verbrannt. Trotz der Aussicht auf einen Deal verlor das Papier seit Februar 36%. Der gestrige Kursanstieg reduziert das Minus ein wenig, doch das ist nur ein schwacher Trost.

Noch schlimmer ist allerdings der Niedergang des Konzerns für langfristige Aktionäre:

2010 kostete das Papier mehr als 1000 Yen. 2007 sogar 2400 Yen. Jetzt zahlt Foxconn für einen 66%-Einstieg 88 Yen pro Aktie – und das ist der bestmögliche Deal den Sharp ergattern konnte.

Dies zeigt Ihnen zum einen, wie wichtig es ist, sich von verlustreichen Papieren trennen zu können, wenn sich die Geschäfts-Entwicklung über mehrere Quartale oder sogar Jahre hinweg verschlechtert.

Ein 50% Verlust schmerzt zwar, doch wer nicht die Reißleine zog, sitzt heute auf einen Verlust von 95%.

Der Sharp-Kursverlauf zeigt Ihnen auch, dass Sie nicht blind Übernahme-Chancen hinterher rennen sollten.

Wenn das Unternehmen stark angeschlagen ist und eine Übernahme quasi die einzige Chance auf einen Gewinn ist, dann lassen Sie lieber die Finger davon.

12. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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