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Börsenhausse: So nutzen Sie Ihre Chancen auf schnelle Gewinne

So nutzen Sie Ihre Chance auf schnelle Gewinne

Erinnern Sie sich noch an die Emission der Telekom-Aktien? Viele Anleger haben 1996 erstmals erfahren, welche Vorteile ihnen eine Geldanlage am Aktienmarkt bescheren kann. Nirgends sonst war die Chance auf Gewinne in den letzten Jahren so groß wie an der Börse. Dies gilt für die normale Anlage in Aktien im allgemeinen, trifft aber besonders auf den Einstieg in noch junge, gerade an der Börse eingeführte Unternehmen im Zuge von Neuemissionen zu.

Doch wenn Sie die Entwicklung genauer verfolgt haben, ergibt sich daraus ein sehr viel differenzierteres Bild. Denn nicht alle Neuemissionen haben sich als Highflyer erwiesen. Neben viel Mittelmaß gibt es auch manche lahme Enten. Und falls Sie nicht gleich bei der Emission, sondern erst im Zuge der ersten Börsennotierungen eingestiegen sind, haben Sie bei manchen Aktien gegenüber der 1. Notierung sogar Verluste einstecken müssen.

Aktie Emissionspreis in DM 1. Kurs in DM Kurs in DM 22.6.98 Gewinn/Verlust geg. 1. Kurs EM.TV (NM)

34,00 35,50 850,00 2.294%

Mobilcom (NM)

15,63 23,75 435,00 1.732%

Aixtron (NM)

50,00 72,50 340,00 369%

DIS (AM)

51,00 55,00 136,00 147%

Heidelb. Druckm. (AM)

96,00 100,00 152,00 52%

Kling, Jelko (GM)

100,00 240,00 357,00 49%

Jenoptik (AM)

34,00 45,30 63,60 40%

Wenn Sie nicht die Sondersituation und teilweisen Übertreibungen am Neuen Markt (NM) zum Maßstab nehmen, konnten Sie auch mit Neuemissionen im Amtlichen Handel (AM) oder Geregelten Markt (GM) in den vergangenen Monaten gute Gewinne erzielen. Es spricht viel dafür, dass diese Tendenz auch noch eine Weile anhalten wird.

Wenn Sie dagegen den richtigen Riecher (oder einen guten Berater) haben, sind solche Emissionen für Sie derzeit den noch überwiegend ein gutes Geschäft. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie bereits zum Emissionspreis zum Zuge kommen und zu den Glücklichen gehören, die bei stark überzeichneten Emissionen gleich am 1. Börsentag stattliche Gewinne von 20, 50 oder manchmal sogar über 100% und mehr einstreichen können.

EM.TV: Die Kursrakete am Neuen Markt

Zum Kurs von 34 DM im Oktober 1997 emittiert und zu 35,50 DM am 1. Börsentag eröffnet, hat die Aktie inzwischen auf über 1.370 DM (oder 700 Euro) zugelegt. 1 bis 2 Werte von diesem Kaliber in Ihrem Depot machen aus wenigen tausend DM Einsatz schnell Ihre 1. Million.

Doch es müssen nicht gleich solche Supergewinne sein, wie Sie sie mit manchen am Neuen Markt hochgejubelten Neuemissionen wie EM.TV oder Mobilcom erzielen konnten. Mit der Ihnen mehrfach zur Zeichnung empfohlenen Aktie von Jenoptik konnten Sie zwischenzeitlich – selbst noch im Vergleich zum Eröffnungskurs des 1. Börsentags – mehr als 40% gewinnen. Und wenn Sie die Aktie möglicherweise zum Emissionskurs ergattert hatten, waren es in der Spitze sogar fast 90%.

Auf den folgenden Seiten zeige ich Ihnen,

  • mit welchen Strategien Sie an Neuemissionen am besten herankommen und wann Sie Ihre im Zuge der Emission erhaltenen oder in den ersten Börsentagen nach der Einführung erworbenen Aktien besser gleich wieder verkaufen sollten.

Auf diese noch 1999 anstehenden Neuemissionen sollten Sie besonders achten

Bis Ende 1999 kommt noch eine Fülle von Neuemissionen an die Börse, deren Rahmenbedingungen derzeit nur in Umrissen bekannt sind. Sie sind bei Neuemissionen also gehalten, sich ständig zu informieren, weil die entscheidenden Daten in den meisten Fällen erst kurz vor Zeichnungsbeginn bekanntgegeben werden.

Prüfen Sie daher anhand der folgenden Liste, welche der aus heutiger Sicht vielversprechendsten Kandidaten 1999/2000 für Sie in Frage kommen.

Neuemissionen 1999/2000: 6 vielversprechende Kandidaten Unternehmen Branche Markt Konsortium voraussichtl. Termin 1998 CineMedia Film Filmvertrieb Neuer Markt HypoVereinsbank Februar/März TFG Venture Capital Venture Capital Amtl. Handel WestLB 1. Quartal Utimaco Safeware Software Neuer Markt Sal. Oppenheim 1. Quartal EDM Software Software Neuer Markt noch unbekannt Frühjahr NSE Software Bankensoftware Neuer Markt noch unbekannt Frühjahr IDS Prof. Scheer Informationsmanagement NeuerMarkt noch unbekannt Frühjahr

Beachten Sie dabei aber das zum Zeitpunkt der Emission gegebene Börsenumfeld. Trüben sich die Aussichten für den Aktienmarkt insgesamt ein, sind davon auch Neuemissionen betroffen.

In diesem Fall sollten Sie vorsichtiger agieren und davon ausgehen, daß die derzeit überwiegend gesehenen schnellen Zeichnungsgewinne sich nicht so ohne weiteres einstellen werden.

Das Preisfeststellungsverfahren: Darauf müssen Sie sich einstellen

Eine Neuemission ist für Sie als Anleger um so attraktiver, je günstiger Sie in die Aktien des Unternehmens einsteigen können. Daher ist eine faire Bewertung des Unternehmens im Zuge der Aktienplatzierung durch das beteiligte Bankenkonsortium unerlässlich.

Früher geschah dies durch eine einfache Preisfestsetzung der Banken, wobei ein faires Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) die wichtigste Größe darstellte. Auch jetzt spielt das KGV noch eine wichtige Rolle. Ein Emissionspreis gilt als fair, wenn der Kurs – je nach Wachstumsqualität des Unternehmens – zwischen 25 und maximal 35 angesiedelt ist. Bei dem seit 1995 auch in Deutschland üblichen Bookbuilding-Verfahren geben die Banken dabei einen Kurskorridor vor.

Innerhalb dieser Preisspanne können Sie dann Ihrer Bank einen Auftrag erteilen, bei dem Sie die Stückzahl und den von Ihnen noch akzeptierten Kaufkurs angeben.

Nach meiner Erfahrung lohnt es sich allerdings nicht, um den Emissionspreis zu pokern. Wenn es der Markt hergibt, wird der von den Banken vor dem Hintergrund der Auftragseingänge letztlich festgelegte Emissionskurs immer im oberen Bereich der Preisspanne liegen.

Ordern Sie also bei Neuemissionen unlimitiert – aber eben nur für Ihre Aufträge zum Emissionspreis. Sie sollten schon froh sein, wenn Sie angesichts der in letzter Zeit fast automatisch entstehenden Zeichnungsgewinne noch einen Teil vom Kuchen abbekommen.


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Doch genau das ist derzeit der Haken: Sie müssen schon ziemlich viel Glück haben, um im normalen Verfahren zum Zuge zu kommen. Wenn Sie es dabei ein wenig geschickter anstellen als viele Privatanleger, können Sie Ihre Chancen, aus solchen Neuemissionen schnell Gewinne zu erzielen, allerdings erheblich erhöhen.

Wie Sie sich neu emittierte Aktien sichern

Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, an Neuemissionen zu kommen. Je nach Attraktivität des Unternehmens und allgemeiner Börsenstimmung ist die eine Strategie erfolgversprechender als die andere.

Der Handel per Erscheinen: vorteilhaft, wenn Sie sehr eng am Markt agieren

Eines meiner „Spielchen“ in den 80er Jahren war es, Aktien oder Optionsscheine zu kaufen und zu verkaufen, bevor sie überhaupt an der Börse erhältlich waren. Das Schöne daran: Abgerechnet wurden die Geschäfte erst nach Einführung der Werte in den Handel. Manchmal war es mir auf diese Weise möglich, dabei Gewinne zu machen, für die ich noch gar kein Geld eingesetzt hatte.

Sie müssen bei diesem Handel am Grauen Markt aber sehr genau wissen, was Sie tun, und noch viel stärkere Disziplin mitbringen, als sie im Normalfall an der Börse vonnöten ist.

Der wohl führende Makler für den vorbörslichen Handel mit Neuemissionen ist die Firma Schnigge & Partner aus Düsseldorf (Tel. 0211/138610). Sobald der Emissionskurs feststeht, können Sie hier über Ihre Hausbank Kauf und Verkaufsaufträge erteilen.

Doch seien Sie dabei äußerst vorsichtig! Es lohnt sich nämlich für Sie häufig nicht, bei diesem Spiel kräftig mitzumischen. Und das hat einen ganz einfachen Grund. Der Makler versucht – ähnlich wie beim vorbörslichen und nachbörslichen Handel vor Eröffnung oder nach Ende des offiziellen Parketthandels – die Tendenz vorwegzunehmen, die sich am Markt im Laufe der nächsten Börsensitzung ergeben wird.

Geht er davon aus, dass die Aktie auf eine erhebliche Nachfrage stößt, wird er von vornherein Kurse stellen, die sein eigenes Geschäft sichern: Bei erheblicher Nachfrage drückt er die Graumarktkurse nach oben, bei starkem Verkaufsdruck nach unten – und zwar in der Regel sehr viel mehr, als dies der erwarteten Tendenz wirklich entspricht.

Wie sollte er auch anders? Denn auch der Makler handelt ja mit Werten, die er noch gar nicht besitzt. Und es springt für ihn selbst nur etwas dabei heraus, wenn er am Ende – also bei Neuemissionen am Tag der 1. Börsennotierung – diese Aktien billiger einkaufen kann, als er sie Ihnen verkauft hat. Es sei denn, innerhalb dieses Handels per Erscheinen kann er die für ihn maßgeblichen Gewinnmargen über den Ausgleich vorliegender Graumarktkauf und -verkaufsaufträge ausgleichen. Der Makler betreibt also hier eine Art Leerverkauf, für den er teuer bezahlen muss, falls sich die Kurse im nachhinein anders entwickeln.

Graumarktpreise für Neuemissionen: überwiegend zu hoch gepokert Aktie 1. Notierung Graumarkt Differenz Kurs am 3.7.98 Differenz 1&1 (NM)

300 DM 280 DM 7%

186 DM 66%

Transtec (NM)

195 DM 280 DM +44%

116 DM 59%

Graphisoft (NM)

65 DM 95 DM +46%

47 DM 52%

Concord (GM)

225 DM 330 DM +47%

281 DM 15%

Kinowelt (NM)

130 DM 240 DM +85%

252 DM +5%

Graphisoft (NM)

65 DM 95 DM +46%

47 DM 52%

Elsa (NM)

220 DM 290 DM +32%

145 DM 50%

Die Tabelle macht Ihnen deutlich: In vielen Fällen lohnt sich der Einstieg in Neuemissionen über den vorbörslichen Handel am Grauen Markt nicht. Dabei verwundert es nicht, dass die (negative) Differenz besonders bei den Neuemissionen am Neuen Markt (NM) so hoch ausfällt. Hier ist der Unterschied zwischen den Erwartungen und der Wirklichkeit derzeit am größten. Dies lässt auch die letzte Spalte deutlich erkennen, in der die prozentualen Gewinne und Verluste gegenüber den Graumarktpreisen aufgeführt sind.

Die oben aufgeführte Übersicht zeigt, dass Sie in vielen Fällen also sehr viel besser gefahren wären, wenn Sie – statt über den Graumarkt – die Sie interessierende Neuemission zum Eröffnungskurs am 1. Handelsstag gekauft hätten. Meiden Sie also den Kauf von Neuemissionen im vorbörslichen Handel, wenn Sie sich Ihrer Sache nicht ganz sicher sind. Wirklich Schnäppchen machen Sie hier allenfalls, wenn Sie

so nahe am Markt agieren, dass Sie die Papiere innerhalb dieses Handels aufgrund der hohen Volatilität wenige Tage nach dem Kauf wieder verkaufen können. Wie die Übersicht zeigt, ergaben sich auch im Vergleich zum Schlusskurs am 3. Juli 1998 – außer bei Kinowelt – in den aufgeführten Fällen erhebliche Verluste.

Mehrfachzeichnung: So haben Sie die besten Chancen, zum Emissionspreis zum Zuge zu kommen

Die letzten Aktienemissionen haben gezeigt, dass Ihre Chancen, bei der Emission zum günstigen Ausgabepreis zum Zuge zu kommen, geradezu einem Lotteriespiel gleicht.

Obwohl beispielsweise die Commerzbank bei der Emission von Jenoptik im Konsortium war, schlug mein Versuch, die Aktie über Mehrfachorder doch noch zum Emissionspreis zu erhalten, diesmal fehl: 5 Konten bei den an der Emission direkt beteiligten Banken reichten nicht aus, um auch nur 1 Aktie zu ergattern. Bei der Emission von CEComputer bekam kürzlich nur jeder 40. Zeichner 50 Aktien zugeteilt. Dies macht sehr deutlich: es ist derzeit soviel Liquidität an der Börse, dass nahezu jede Neuemission (noch) ein Renner wird.

Dennoch bietet Ihnen die Strategie der Mehrfachzeichnung noch eine der besten Chancen, von der hohen Differenz zwischen dem Emissions und dem Eröffnungskurs zu partizipieren und womöglich – unter kurzfristigen Tradinggesichtspunkten – den einen oder anderen schnellen Gewinn gleich wieder mitzunehmen.

Wenn Sie diese Strategie konsequent nutzen, können Sie eine solche Zeichnung (beim selben oder bei verschiedenen Instituten) auch für Ihre Familienangehörigen einrichten. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie bei Zuteilung und Verkauf von Stücken innerhalb der 6-monatigen Spekulationsfrist Gewinne unter 1.000 DM im Kalenderjahr pro Person nicht versteuern müssen.

Vergewissern Sie sich zuallererst, welche Bank bei der Emission Konsortialführer ist und welche anderen Kreditinstitute zum Konsortium gehören. Das wird Ihnen Ihr Sachbearbeiter bei Ihrer Hausbank jederzeit sagen können, sobald der Emissionszeitpunkt einigermaßen feststeht.

Bei allen anderen Instituten lohnt sich eine Teilnahme an der Emission derzeit in den seltensten Fällen, vor allem dann, wenn bereits in der Vorphase erkennbar wird, dass die Emission zigfach überzeichnet ist. In diesem Fall erhalten nicht am Konsortium beteiligte Institute in der Regel nur – wenn überhaupt – eine Handvoll Aktien, damit wenigstens der äußere Anschein einer „gerechten“ Verteilung gewahrt bleibt.

Manchmal verschwinden die besonders interessanten Aktien auch in irgendwelchen dunklen Kanälen, dass Sie als Anleger selbst bei Banken, die im Konsortium sind, keine klare Auskunft über die Zuteilungsusancen erhalten. Ich halte das eigentlich für einen Skandal, dem der Gesetzgeber längst entgegengetreten sein müsste.

Bei der Mehrfachzeichnung macht es natürlich wenig Sinn, wenn Sie dabei nur für den einzelnen Fall einer Neuemission ein Depotkonto bei den entsprechenden Banken einrichten.

Wenn Sie über genügend große Anlagebeträge von wenigstens 50.000 DM und mehr verfügen, sollten Sie – unabhängig von den sich daraus bei Neuemissionen für Sie ergebenden Vorteilen – überlegen, ob Sie ein größeres Wertpapierportfolio nicht überhaupt auf verschiedene Institute verteilen.

Achten Sie dabei darauf, Ihre Konten auf die unterschiedliche Institutsgruppen (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, Volksbank oder DGBank, Sparkasse oder Landesbank) zu verteilen, damit Sie möglichst im gesamten Bankenspektrum ein Anlaufdepot haben.

Da das Zuteilungsverfahren bei Neuemissionen keiner gesetzlichen Regelung unterliegt, sondern das Konsortium oder die einzelne Bank meistens selbst entscheidet, wie die Verteilung der Stücke bei Überzeichnung aussieht, ist manchmal auch ein kleiner Trick hilfreich. Versprechen Sie einer am Konsortium beteiligten Bank, zu der Sie bislang noch keine Geschäftsbeziehungen unterhalten haben, etwa, dass Sie bereit seien, sich stärker an sie zu binden. Einige Banken nutzen nämlich die Zuteilung gezielt aus, um darüber neue Kunden zu werben.

Sie sollten allerdings unbedingt bedenken, dass Sie mit der Strategie der Mehrfachzeichnung auch erhebliche Risiken eingehen, falls Sie (per Los oder aus anderen Gründen) die mehrfach bestellten Stücke dann womöglich auch zugeteilt erhalten. Wenn Sie dieses Geld dann gar nicht für den Kauf eingeplant hatten, weil Sie nur von einer geringen Zuteilungsquote ausgingen, kann die Strategie im Extremfall auch nach hinten losgehen. Falls die Marktlage nämlich plötzlich dreht, können Sie Ihre Aktien womöglich nur noch unter Verlusten veräußern.

Das ist zugegebenermaßen in der derzeitigen Situation unwahrscheinlich. Aber der Run auf Neuemissionen wird nicht grenzenlos anhalten.

Einstieg in den ersten 3 Handelstagen: gute Chancen mit kalkulierbaren Risiken

Diese Strategie ist in der Situation einer anhaltend positiven Stimmung an der Börse für Neuemissionen immer noch die beste – wenn Sie sich dabei strikt an Regeln wie die folgenden halten, die ich selbst schon mehrfach mit großem Erfolg angewandt habe.

Versuchen Sie im Vorfeld der Aktienemission zunächst abzuschätzen, mit welchem Kurs der Wert ungefähr am 1. Handelstag eröffnen wird. Da Sie bei starken Überzeichnungen davon ausgehen können, dass der Emissionspreis am oberen Ende der vom Konsortium festgelegten BookbuildingSpanne liegt, haben Sie spätestens 1 Woche vor der Börseneinführung einen ziemlich genauen Anhaltspunkt für die Höhe des Emissionskurses.

Genau können Sie den Eröffnungskurs am 1. Handelstag aber selten vorhersagen. Nach meinen Erfahrungen liegt dieser Kurs aber bei großen Emissionen zwischen 10 bis 20% über dem Ihnen zu diesem Zeitpunkt auch bereits offiziell bekannten Emissionskurs. Andernfalls verlöre das Bankenkonsortium sowohl beim Emittenten wie auch bei den Anlegern sehr schnell sein Gesicht. Es wird also alles daransetzen, den Kurs an diesem Tag so zu stimulieren, dass die Emission in den Augen der Anleger ein Erfolg ist. Das setzt voraus, dass der Emissionskurs unterhalb der danach einsetzenden Notierungen liegt und auch im Vergleich zu den Kursen an den ersten Handelstagen mittelfristig noch ein schöner Spielraum nach oben bestehen bleibt.

Gehen Sie zudem davon aus, dass Anleger, die bei interessanten Neuemissionen nicht zum Zuge gekommen sind, häufig noch in den ersten Tagen nach Börseneinführung einzusteigen versuchen. Je begehrter die Emission dabei ist, desto mehr unlimitierte Aufträge werden dann vorliegen, was den Kurs zwangsläufig in die Höhe treibt.

Wie Sie wissen, ist die Marge von 20% allerdings häufig zu gering bei Aktienemissionen mit geringerem Volumen, wie sie beispielsweise für Einführungen am Neuen Markt typisch sind. Hier ist ein Zeichnungsgewinn von 50% und mehr, bezogen auf die ersten Handelstage, in der Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme gewesen. Das reizt verständlicherweise viele Anleger, die bei der Zeichnung zum Zuge gekommen sind, ihre Aktien gleich in den ersten Tage wieder zu veräußern, weil es ihnen eben vor allem auf diese Zeichnungsgewinne ankommt.

Wenn Sie an einer Neuemission stark interessiert und zum Emissionskurs nicht an die Aktien herangekommen sind, sollten Sie daher einen Einstieg am 1. bis 3. Börsentag überlegen. Legen Sie – je nach Anlagebetrag – etwa 3 bis 6 Order mit unterschiedlichen Limiten in den Markt.

Platzieren Sie die 1. Order zum Eröffnungskurs am 1. Tag. Geben Sie dafür aber unbedingt ein Sicherheitslimit vor, dessen Höhe Sie gut akzeptieren können. Sie verhindern damit, dass Sie bei unausgewogenen Marktverhältnissen über den Tisch gezogen werden könnten.

Geben Sie die 2. Order am folgenden Tag mit einem Kurslimit auf der Höhe der unteren, am 1.Tag gesehenen Kurse im variablen Handel auf. Wenn manche Anleger zu diesem Zeitpunkt ihre Emissionsgewinne bereits mitnehmen, besteht die Chance, daß Sie auf einem etwas niedrigeren Niveau (nochmals) einsteigen können. Je höher die Kursgewinne zu Anfang waren, desto wahrscheinlicher ist auch eine zwischenzeitliche, sich im Laufe der Börsensitzung ergebende Gegenbewegung.

Legen Sie Ihre 3. Order – mit einem Sicherheitslimit versehen – zum Kassakurs des 3. Tages in den Markt, wenn Sie mit den vorangegangenen Aufträgen zu einem Ihrer Ansicht nach „guten Preis“ zum Zuge gekommen sind. Falls Sie zu hohe Kurse bezahlt haben, sollten Sie diese Order auf niedrigerem Niveau in den variablen Handel geben. Mit diesem Verfahren konnte ich mir in der Vergangenheit schon sehr häufig gute Einstandskurse bei Neuemissionen sichern.

Falls Sie genügend Zeit und Gelegenheit haben, sollten Sie diese Strategie noch dadurch verfeinern, dass Sie die Limitierung von den an den jeweiligen Tagen tatsächlich gesehenen Kursbewegungen abhängig machen. Dafür müssen Sie aber diese Kursbewegung entweder über den Videotext Ihres Fernsehens oder den Internetanschluss Ihres PCs an den entsprechenden Tagen genau verfolgen können. Es sei denn, Sie haben einen verlässlichen Anlageberater bei Ihrer Bank, mit dem Sie alle Einzelheiten und Eventualitäten sowie entsprechende Aufträge genauestes abstimmen können.

Wann Sie aus Neuemissionen wieder aussteigen sollten

Grundsätzlich sollten Sie in eine neu an die Börse kommende Aktie auch unter kurzfristigen Tradinggesichtspunkten nur dann einsteigen, wenn Sie den Wert substantiell für aussichtsreich und haltenswert ansehen. Immerhin kann es sein, dass Sie bei allen guten Vorsätzen und klugen Strategien die Aktien zu einem Durchschnittskurs ins Depot bekommen, der sich aufgrund plötzlicher Marktveränderungen kurzfristig als überhöht erweist.

Die Frage stellt sich dennoch immer wieder, ob Sie hohe Zeichnungsgewinne nicht doch – unabhängig von der dann fälligen „Spekulationssteuer“ – besser gleich mitnehmen sollten.

Für diejenigen von Ihnen, die nur einer geringen Steuerprogression unterliegen, ist die Sache recht einfach. Wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass der sich in den ersten Tagen ergebende Kurs vorläufig ausgereizt ist oder sogar nach womöglich erheblichen Übertreibungen stark zurückkommen wird, scheuen Sie sich nicht, Ihre Aktien gleich wieder zu veräußern: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach…

Falls Sie zu den hochbesteuerten Anlegern gehören, ist die Frage eines vorzeitigen steuerpflichtigen Verkaufs einfach eine Frage Ihrer Kalkulation. Rechnen Sie durch, was Ihnen nach Steuern unterm Strich bleibt. Sind Sie für die Aktie insgesamt positiv gestimmt, so daß Sie diese eigentlich als mittel bis langfristige Anlage halten wollen, spricht dennoch nichts dagegen, Übertreibungen zum vorübergehenden Ausstieg zu nutzen. Sie können die Papiere ja sofort nach dem Verkauf mit einer 10 bis 20% unterhalb des Verkaufskurses platzierten Order zurückkaufen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob diese Strategie aufgeht, verkaufen Sie stattdessen einfach die Hälfte. So sind Sie weiterhin im Markt, haben aber zugleich die Chance, zu günstigeren Kursen erneut einzusteigen.

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Checkliste: Wie Sie von Neuemissionen profitieren

  • Reservieren Sie einen Teil Ihrer für Aktien vorgesehenen Anlagebeträge für aussichtsreiche Neuemissionen.

  • Richten Sie bei verschiedenen Banken Depotkonten ein, um bei überzeichneten Neuemissionen eine größere Chance zu erhalten, bedacht zu werden.

  • Zeichnen Sie neue Aktien unlimitiert und kalkulieren Sie dabei den höchsten Kurs der Bookbuildingspanne als wahrscheinlichen Emissionskurs ein.

  • Falls Sie bei der Emission nicht zum Zuge gekommen sind, prüfen Sie bei besonders aussichtsreich erscheinenden Aktien einen Einstieg in den ersten Börsentagen.

  • Limitieren Sie Ihre Order streng, wenn Sie die Aktien über die Börse erwerben wollen. Das gilt ganz besonders für Aktien, die nur einen sehr engen Markt haben und deren Kurse durch eine zufällige ungünstige Orderlage leicht in die eine oder andere Richtung getrieben werden können.

  • Laufen Sie keiner Aktie hinterher, deren Kurse Sie bereits für übertrieben ansehen, und lassen Sie sich dabei auch nicht von irgendwelchen tatsächlichen oder vermeintlichen „Gurus“ von Ihrer Auffassung abbringen.

  • Verkaufen Sie Ihre Aktien wieder, wenn Sie den Eindruck gewinnen, daß die Kurse auf kurze oder mittlere Sicht ausgereizt sind. Bedenken Sie dabei aber, daß Sie die innerhalb der Spekulationsfrist von 6 Monaten anfallenden Kursgewinne versteuern müssen und dies bei hoher Steuerprogression zu einer erheblichen Minderung Ihrer Gewinne führt.

Ein „GeldanlageBerater“Beitrag von Chefredakteur Dr. Werner Kurzawa. Als ehemaliger Bankkaufmann ist er seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts- und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh- und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht. Er ist ein gefragter Experte der deutschen und internationalen Wertpapiermärkte und Redner auf zahlreichen Investmentkongressen und -Seminaren.

3. August 1998

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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