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Softbank übernimmt ARM: Beginnt jetzt der Brexit-Ausverkauf?

Heute Morgen hat eine unerwartete Übernahme für großes Aufsehen gesorgt: Der japanische Mobilfunk-Konzern Softbank will für 32 Mrd. Dollar den britischen Chip-Designer ARM übernehmen.

Die Offerte kommt ziemlich unerwartet, da der Deal wenig Synergien mit sich bringt. Doch auch wenn die Übernahme eine industrielle Logik vermissen lässt, ist der Deal deswegen nicht automatisch schlecht.

Denn ARM verfügt über eine Chip-Architektur, die bei Smartphones und Tablets nicht mehr wegzudenken ist. Kunden wie Apple nutzen direkt und über andere Anbieter das ARM-Design für ihre Produkte.

So basieren z. B. die vom TecDAX-Unternehmen Dialog Semiconductor an den Großkunden Apple gelieferten Power-Management-Chips auf ARM-Baupläne.

Nennenswerte Konkurrenz bei den Chip-Designs hat ARM in dem Bereich nicht. Hauptgrund für die tiefe Marktdurchdringung ist die hohe Energie-Effizienz.

Und das wird in den kommenden Jahren noch extrem wichtig. Denn in vielen Bereichen steckt das „Internet der Dinge“ noch in den Kinderschuhen.


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In den kommenden Jahren wird sich die Chipnachfrage aus dem Bereich allerdings vervielfachen. Die Übernahme passt also zum seit Jahren andauernden Wachstumskurs der Japaner.

40% Übernahme-Prämie für starke Positionierung im Internet der Dinge

Um sich in dem Zukunftsmarkt frühzeitig zu positionieren, greift Softbank augenscheinlich tief in die Tasche. 17 Pfund je Aktie bieten die Japaner den ARM-Aktionären, ein Aufpreis von 43% auf den Freitags-Schlusskurs.

Die Aktie des britischen Übernahme-Kandidaten schossen heute in einem festeren britischen Gesamtmarkt auf 16,85 Pfund. Die geringe Lücke zum Angebotspreis zeigt Ihnen, dass der Markt einen reibungslosen Deal erwartet.

Dank des Brexits erhält Softbank 30% Währungs-Rabatt

Die Aktie des Bieters kommt heute nach der Deal-Ankündigung ein wenig unter Druck. Das liegt daran, dass Softbank zusehends von einem Mobilfunker zu einem Gemischtwarenladen mutiert und dieser auch noch eine sehr hohe Verschuldung mit sich führt.

Der für ARM-gezahlte Preis wird indes trotz des hohen Aufschlags auf den aktuellen Aktienkurs für angemessen gehalten. Dies liegt auch daran, dass das Pfund gegenüber dem Yen nach dem Brexit deutlich abgegeben hatte.

Vereinfacht kann man sagen, dass Softbank im Vergleich zum Juli 2015 einen 30%-Währungs-Discount bekommen hatte. Das Management des Übernahme-Kandidaten unterstützt die Offerte der Japaner dennoch, da sie für die ARM-Aktionäre sehr, sehr attraktiv sei.

Weitere „Brexit-Deals“ könnten folgen – die meisten britischen Übernahme-Kandidaten werden aber unattraktiver

Die Pfund-Schwäche könnte dazu führen, dass weitere britische Unternehmen in das Visier internationaler Käufer geraten. Gegenüber dem Dollar hat die Währung auf Jahressicht 15% abgegeben.

Das ist ein guter Rabatt, besonders bei weltweit operierenden britischen Übernahme-Kandidaten die Einnahmen in anderen Währungen haben.

Bei ARM heißt es, dass alles sehr schnell ging, da Softbank nicht nur ARM einfach übernimmt, sondern auch einen großen Investitions-Plan inklusive Verdopplung der Belegschaft vorstellte. Das überzeugte die Unternehmens-Führung.

Brexit-Befürworter werten den zusätzlichen Investitions-Plan das als klares Indiz dafür, dass Großbritannien immer noch sehr attraktiv für internationale Investoren ist.

ARM kann allerdings wohl kaum als Maßstab für die britische Wirtschaft genommen werden. Sicher: Großbritannien bietet aufgrund des Währungs-Verfalls aktuell günstigere Übernahme-Chancen als 2015.

Doch das hat einen Grund: Der Währungs-Verfall ist kein Segen, sondern ein Zeichen das es schwieriger werden wird. Das ist genauso wie mit guten und schlechten Börsen-Phasen.

Das Übernahme-Volumen ist in guten Börsenphasen immer viel höher – auch wenn dann die Kandidaten mehr kosten. Daher dürfte ein großer Ausverkauf britischer Übernahme-Kandidaten ausbleiben.

Ausgewählte, international aufgestellte Konzerne könnten noch ins Fadenkreuz der Übernahme-Jäger geraten – aber an vielen mittelgroßen britischen Unternehmen wird das Interesse aufgrund des Brexits eher geringer.

18. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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