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Solon-Übernahme: Nicht die Finger verbrennen!

In der Solarbranche bahnt sich ein weiterer Deal mit deutscher Beteiligung an.

Nachdem schon das angeschlagene Solar-Unternehmen Sunways vom chinesischen Anbieter LDK Solar gekauft wurde, sieht es danach aus, als wenn auch die insolvente Solon einen Käufer gefunden hat.

Das arabische Solar-Unternehmen Microsol hat beim Bundeskartellamt den Erwerb des Photovoltaik-Geschäfts von Solon angezeigt. Das bedeutet zwar nicht, dass es zwangsläufig zu einer Übernahme kommt – ist aber zunächst „good news“ für die insolvente Firma.

Solon: Bleibt noch etwas für die Aktionäre?

Wie viele andere deutsche Solar-Anbieter hatte auch Solon im vergangenen Jahr erhebliche Probleme. Billig-Konkurrenz aus Fernost und Überkapazitäten machten es dem Unternehmen nicht möglich, kostendeckend zu arbeiten.

Am Ende belief sich der Schuldenberg auf über 400 Mio. Euro. Die Sanierungs-Verhandlungen mit den Banken scheiterten und dem einstigen Branchen-Pionier blieb nur noch der Ausweg Gläubigerschutz. 


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Jetzt muss ausgerechnet werden, wie viel Vermögen noch in dem Unternehmen schlummert und wie viele Gläubiger bedient werden können. Wenn es Solon gelingt, große Konzernteile als Ganzes zu verkaufen, steigt die Chance für die Gläubiger. Ob am Ende jedoch noch was für die Aktionäre gibt, die in der Gläubigerhierarchie praktisch ganz unten stehen, ist ungewiss.

Erste Zocker bereits nach wenigen Stunden mit 30% im Minus

Zocker lassen sich von der Insolvenz nicht beirren und greifen im großen Stil zu. Die Solon-Aktie steigt kurz nach Markt-Eröffnung um 126% auf 0,68 Euro. Im weiteren Handelsverlauf verliert die Aktie jedoch vom Hoch wieder 33% und notiert aktuell zu 0,46 Euro. Immerhin ist das noch ein ordentliches Plus von 53% gegenüber dem Vortag.

Wie immer bei insolventen Unternehmen ist die Performance für längerfristig investierte Solon-Anleger allerdings grausam. Wer zum Jahreshoch 2011 eingestiegen ist, liegt trotz des heutigen Kurssprungs mit 92% im Minus.

Kurssprung bei Solar-Millennium: Wenn Äpfel Geld bringen können, dann auch Birnen

Im Schatten von Solon springt sogar die Aktie des insolventen Unternehmens Solar-Millennium kurzzeitig an. Zum Mittag kostet das Papier rund 9% mehr als am Vortag. Es gibt zwar keine positiven Neuigkeiten, aber wenn Solon übernommen werden könnte, dann anscheinend auch Solar-Millennium.

Die Voraussetzungen sind zwar komplett verschieden – aber die Börse hat manchmal ihre eigene Logik. Gerade bei insolventen Unternehmen glauben von Gier getriebene Glücksritter, dass sie jetzt eine große Chance erkannt haben.

Was Gier auslösen kann, haben wir beim Platzen der Dotcom-Blase gesehen!

Zocken Sie nicht mit insolventen Unternehmen

Eine Investition in die Solon-Aktie ist auch nach der sich abzeichnenden Übernahme immer noch hoch spekulativ. Die Chance, dass Aktionäre eine Prämie auf den aktuellen Aktienkurs bekommen existiert nur dann, wenn Microsol das Unternehmen komplett übernimmt.

Dies ist jedoch nicht so wahrscheinlich, dass es die Investitions-Risiken aufwiegen würde. Wie schon bei der Übernahme von American Airlines, besteht auch bei der Solon-Aktie großes Totalverlust-Risiko.

Das Unternehmen ist insolvent und es gibt für den Käufer die Möglichkeit, Solon auch weitestgehend zu kaufen, ohne dass die Aktionäre ein Übernahme-Angebot erhalten. Aus Sicht des Übernahme-Sensors lohnt es sich daher nicht, die hohen Verlust-Risiken einzugehen. Es gibt genug andere Kandidaten mit großem Potenzial, bei denen das Risiko wesentlich geringer ist.

23. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.