Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Sommer 2015: Verrückte Börsenwelt

Derzeit beherrscht das Thema China – oder besser gesagt die Sorgen um Chinas Wirtschaft und Chinas Börsen – die Börsenschlagzeilen. Ich habe dabei das Gefühl, dass immer dann, wenn sich ein kleiner (Börsen-)Aufschwung andeutet, besonders viele Negativschlagzeilen zu finden sind.

Und diese Negativschlagzeilen haben teilweise recht wenig zu tun mit dem, was in den dazugehörigen Artikeln zu finden ist. So schrieben einige Online-Portale beispielsweise in der vergangenen Woche, dass der DAX nach dem China-Crash und der Abwertung der chinesischen Währung Yuan ins Bodenlose gestürzt sei.

Ein Blick auf die Faktenlage zeigt jedoch, dass der DAX an diesem Tag rund 3% seines Wertes verlor und aktuell noch gut 12% über den rund 9.800 Punkten notiert, mit denen er in das Börsenjahr 2015 gestartet ist. Eine provokante Frage: Wenn wir in den vergangenen Tagen einen Sturz ins Bodenlose erlebt haben, was spielte sich dann 2008 ab?

Hinzu kommt: Die zuletzt etwas schwächelnden Konjunktur in China und die Kurseinbrüche an Chinas Festlandbörsen haben kaum einen Einfluss auf die Wirtschaft in Deutschland und somit auch kaum einen Einfluss auf die börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Und dennoch verlor der DAX zuletzt mehr an Wert als beispielsweise der wichtigste US-amerikanische Leitindex Dow Jones.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Doch woher kommt das? Aus meiner Sicht liegt es daran, dass deutsche Anleger grundsätzlich nervöser sind als US-amerikanische Anleger. Obwohl sich die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die auf die US-Wirtschaft im Falle der China-Thematik nicht grundlegend unterscheiden dürften, tun es die Reaktionen der Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dennoch. Rational ist dies nicht zu erklären.

Börsianer sind nur selten rational

Ebenfalls nicht rational erklären lassen sich die folgenden Entwicklungen: Im Frühjahr und Frühsommer 2013 sorgte man sich an den Börsen um die Entwicklung in Syrien. Der DAX verlor in dieser Zeit rund 10% seines Wertes.

Was ist seitdem passiert? Nichts! Der Bürgerkrieg tobt in Syrien nach wie vor und dort sterben noch immer täglich viele Menschen und zahlreiche Flüchtlinge strömen aus Syrien nach Europa.

Warum ich Ihnen das schreibe? Weil sich (leider) nichts geändert hat, sich aber an den Börsen dennoch niemand mehr für dieses Thema interessiert. In dem Moment, in dem der Bürgerkrieg in Syrien nicht mehr die Schlagzeilen beherrschte, war plötzlich auch der negative Einfluss verschwunden, den das Thema auf die Börsen hatte.

Ähnlich verlief es mit dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Im vergangenen Jahr war es eines der beherrschenden Themen und im Herbst 2014 sorgten sich die Börsianer massiv wegen dieses Konfliktes.

Leider hat sich auch hier nichts zum Positiven verändert! Doch an den Börsen interessiert sich auch für dieses Problem (fast) niemand mehr, seitdem dieses Thema nicht mehr die Schlagzeilen beherrscht.

Ein Beispiel aus diesem Jahr ist das Schuldendrama um Griechenland. Seitdem dieses Thema nicht mehr die Medien beherrscht, spielt auch das an der Börse allenfalls noch eine untergeordnete Rolle. Obwohl das Problem mit Griechenland – genau wie die anderen genannten Probleme bzw. Konflikte – keinesfalls gelöst ist.

Sie sehen: Die Medien funktionieren in diesem Zusammenhang oft als eine Art Stimmungsverstärker. Und wenn die Medien nicht mehr sehr intensiv über ein spezielles negatives Ereignis oder einen negativen Einflussfaktor berichten, wird es bzw. er zumeist kaum oder gar nicht mehr wahrgenommen, obwohl das Problem nach wie vor nicht gelöst ist.

Und so wird es auch dieses Mal sein. Wenn über das Thema China nicht mehr berichtet wird, spielt es auch an der Börse keine Rolle mehr – egal ob die vermeintlichen Probleme noch vorhanden sind oder nicht. Getreu nach dem Motto: „Aus den Augen aus dem Sinn“.

Daher bringt es Ihnen auch nichts, auf Negativ-Schlagzeilen mit Depot-Umschichtungen zu reagieren. Ganz im Gegenteil: Die langfristigen Trends entscheiden über Ihren Börsenerfolg, nicht tagesaktuelle Schlagzeilen.

18. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt