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Staatsverschuldung in Deutschland auf neuem Höchststand

Gestern hat der Schlussgong die Schuldenprobleme in den USA unter die Lupe genommen, heute folgt der Lagebericht aus Deutschland. Trauriger Anlass: Wie die Bundesbank jetzt mitteilte, ist die Staatsverschuldung im Jahr 2010 erstmalig über die Marke von 2 Billionen Euro gesprungen.

Mit 2.080.000.000.000 Euro stehen Bund, Länder und Gemeinden im Minus. Eine Zahl, an die man sich erst noch gewöhnen muss. Erschreckend ist nicht nur die Gesamtsumme der Schulden, sondern auch das Tempo der Schuldensteigerung. Das gilt kurzfristig (Steigerung von 2009 auf 2010), aber auch mittelfristig: Seit 1990 hat sich die Schuldenlast fast vervierfacht.

Mehr zum Thema: Schulden in Deutschland: Die Länderfinanzen

Der Retter muss gerettet werden

Die Bundesbank hat die „Schuldigen“ schnell identifiziert: Die Finanzbranche. Im Jahr 2010 stieg die Verschuldung um 319 Mrd. Euro. 241 Mrd. Euro wurden dafür gebraucht, die Banken und Finanzmärkte zu stabilisieren. Die größten „Geldverbrenner“ waren die Landesbanken und die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE).


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Das ist fast schon eine Ironie des Schicksals: Der Retter in der Not braucht dringend Hilfe, während die ehemaligen Opfer (Commerzbank) nach der geplanten Loslösung vom Staat schon wieder an Bonus-Zahlungen denken.

Die Staatsverschuldung erreicht fast die kritische Marke von 90%

Die seit 2008 durchgeführten Rettungsaktionen haben dazu geführt, dass die Staatsverschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung des Landes (BIP) auf über 83% gestiegen ist. Zur Erinnerung: Laut EU-Vertrag liegt die erlaubte Obergrenze bei nur 60%.

Werte oberhalb von 90% führen statistisch betrachtet relativ häufig zum Staatsbankrott. Ab einer gewissen Schuldenmarke, die von Fall zu Fall variiert, setzt eine Abwärtsspirale ein, die nicht mehr gestoppt werden kann.

Kurzfristig ist eine solche Gefahr in Deutschland nicht akut, aber was passiert, wenn eine zweite Finanzkrise ausbricht? Was passiert, wenn zeitgleich die Deutsche Bank und die Commerzbank „gerettet“ werden müssen? Dann wird es sehr eng… Aber auch ohne Krisen-Szenario kommt es langfristig noch schlimmer.

Gesamtschuldenstand in Deutschland: 7,85 Billionen Euro

Die „echte“ Verschuldungssituation ist in Deutschland wesentlich dramatischer als es der offizielle Schuldenstand in Höhe von 2 Billionen Euro aussagt. Neben den offiziellen Schulden gibt es auch noch die verdeckten (die impliziten Schulden). Die verdeckten Schulden berücksichtigen zum Beispiel die zukünftigen Kosten für Renten, Pensionen oder auch die steigenden staatlichen Ausgaben für Gesundheit und Pflege.

Bernd Raffelhüschen, Chef des „Forschungszentrums Generationenverträge“ der Universität Freiburg, nannte bereits im Jahr 2010 in einer Studie die Summe von 7,85 Billionen Euro, die gebraucht würde, um die offiziellen Schulden zu tilgen und die Zukunftslasten abzudecken.

Angesichts dieser Zahlen und Aussichten sollte Deutschland auf dem internationalen Parkett nicht unbedingt wie der Schulden-Lehrmeister auftreten. Die Situation in Deutschland sieht besser aus als in den Krisen-Staaten, aber Musterknaben sind wir auch nicht.

Mehr zum Thema: Auf einen Blick: Die Schulden Deutschlands

14. April 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.