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Statoil-Aktie: Eingestellt auf Niedrigpreise

Man kennt das: Hat man hohe oder sogar zunehmende Einnahmen zur Verfügung, steigen auch die Ausgaben schnell in gleichem Maße. Umgekehrt ist das schwieriger:

Brechen sicher geglaubte Einnahmen weg, braucht es eine Weile, sich darauf einzustellen, an den richtigen Ecken den Rotstift anzusetzen und einen Sparkurs einzuhalten, der einen wieder in die richtige Spur führt.

Was vielen aus dem privaten Bereich durchaus bekannt sein dürfte, erleben derzeit auch die großen Ölkonzerne. Jahrelang waren sie verwöhnt durch hohe Ölpreise.

Mehr als 110 US-Dollar wurden je Barrel fällig im Sommer 2014. Seitdem allerdings ging es bekanntlich steil abwärts.

Schock für die Ölmultis

Der Ölpreis fiel auf zeitweise unter 30 Dollar je Barrel zu Jahresbeginn 2016 – und riss damit tiefe Löcher in die Bilanzen der großen Ölkonzerne, die nicht darauf eingestellt waren, mit solch niedrigen Preisen zu kalkulieren.

Der Schock hat gesessen. In der Folge meldeten die Unternehmen immer wieder hohe Verluste und verkündeten zugleich Sparmaßnahmen.

Investitionen in neue Projekte wurden gekürzt oder verschoben, Arbeitsplätze abgebaut, Kosten gespart und Spielräume neu berechnet.


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Statoil enttäuscht mit Q4-Bilanz

So haben Ölriesen wie BP oder Statoil für das abgelaufene Quartal z. T. verheerende Zahlen gemeldet.

Beide verfehlten die Analysten-Erwartungen, besonders deutlich traf dies bei den Norwegern zu.

Der staatlich gelenkte Konzern schrieb in Q4 einen Betriebs-Verlust von 1,9 Mrd. US-Dollar – Analysten hatten mit einem Überschuss von 2,1 Mrd. Dollar gerechnet.

Hintergrund dieser klaffenden Lücke sind Wertminderungen in Höhe von 2,3 Mrd. Dollar, weil das Unternehmen mit niedrigeren Preisen rechnet als gedacht.

Das bereinigte Ergebnis weist einen Verlust von 208 Mio. Dollar aus. Doch es gibt auch kleine Lichtblicke:

So verläuft das Sparprogramm erfolgreicher als erwartet, anstelle von 2,5 Mrd. Dollar konnte Statoil bereits mehr als 3 Mrd. Dollar einsparen.


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Zudem hat man in der Kalkulation nachgebessert:

So sollen die neuen, bis 2022 geplanten Ölförderprojekte bereits ab einem Ölpreis von 27 Dollar je Barrel profitabel sein. Im vergangenen Jahr lag diese Schwelle noch bei 41 Dollar.

Statoil-Aktie: Besser als die Konkurrenz

Das lässt auch Anleger hoffen, denn zuletzt konnte sich der Ölpreis auf einem Niveau von rund 55 Dollar stabilisieren.

Der Anstieg von zuvor etwa 40 – 45 Dollar auf nun rund 55 Dollar je Barrel geht v. a. zurück auf den Kompromiss, den die OPEC-Staaten gemeinsam mit weiteren Ländern im Herbst beschlossen hatten und der zunächst für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres eine Kürzung und Deckelung der Fördermengen vorsieht.

Die Statoil-Aktie verzeichnete zwar nach Vorstellung der Quartals-Bilanz einen Knick, entwickelt sich auf Jahressicht aber immer noch besser als die brancheninterne Konkurrenz.

Mit Blick auf die vergangenen 12 Monate liegt das Plus der Aktie derzeit bei rund 35%. Zuletzt fiel das Papier jedoch wieder unter 17 €.

2017-02-17 Statoil

26. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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