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Steigender Energiebedarf in China treibt Rohstoffnachfrage

Eine weitere treibende Kraft hinter dem chinesischen Rohstoffhunger ist die Nachfrage nach Energie, vor allem elektrischer Energie. 2009 betrug Chinas Strombedarf etwa 3,7 Petawatt. Das Land verbrauchte damit an einem einzelnen Tag soviel elektrische Energie wie Litauen in einem ganzen Jahr. Der aktuelle Bedarf ist heute bereits dreimal so hoch wie noch vor 10 Jahren. Da 70% des Stroms in Kohlekraftwerken erzeugt werden, benötigt China pro Jahr über 1 Milliarde Tonnen Kraftwerkskohle. Es ist nicht nur die hohe Verschmutzung, die von diesen Kraftwerken ausgeht, die die chinesische Regierung intensiv nach Alternativen suchen und den Ausbau der Kernenergie sowie der regenerativen Energiequellen forcieren lässt.

Im Energiesektor sollen in den nächsten beiden Dekaden weitere 4 Billionen US Dollar investiert werden. China wird dadurch an den USA vorbeiziehen und vom derzeit zweitgrößten zum größten Stromerzeuger weltweit aufsteigen. Schon heute stellt der Transport der Kohle von den eigenen Bergwerken bzw. den Häfen zu den Kraftwerken ein logistisches Problem dar. Es dürfte sich in Zukunft mit dem Bau weiterer Kraftwerke verschärfen, sodass schnell klar wird, dass ein Ausbau der Stromproduktion nur Hand in Hand mit einem Ausbau des Schienennetzes erfolgen kann.

Mittelbar treibt der Ausbau der elektrischen Energie auch die Nachfrage nach Industriemetallen. Die Produktion der Generatoren verschlingt Tonnen von Kupfer, ebenso die innerstädtisch verlegten Kabel, während die großen Überlandleitungen den Aluminiumverbrauch in die Höhe treiben. Derzeit werden allein 16% der chinesischen Aluminiumproduktion aufgewendet um die Hochspannungsleitungen zu errichten.


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China als Werkbank der Welt

Im letzten Jahr hat die Volksrepublik Deutschland als größten Exporteur abgelöst. Rund ein Drittel der Rohstoff- und Energienachfrage des Landes geht von der Industrie aus. Beim Stromverbrauch sind die Zahlen sogar noch höher. Hier stammen etwa 70% des Bedarfs aus dem industriellen Sektor. Besonders stark ist in China die verarbeitende Industrie. Aus diesem Sektor kommt die zweitgrößte Nachfrage nach Stahl. Außerdem werden eine Reihe anderer Rohstoffe intensiv nachgefragt.

China produziert heute etwa 15% aller grundlegenden Geräte, gut 11% aller Maschinen und Anlagen, 14% aller Computer und Kommunikationsmittel und rund 19% aller weltweit erzeugten Güter entstehen in Fabriken oder auf Fließbändern in der Volksrepublik. Das meiste wird (noch) nicht für den heimischen Bedarf produziert, sondern in alle Welt exportiert. Der Exportanteil liegt derzeit bei etwa 66%. Ein hoher Anteil der chinesischen Rohstoffnachfrage ist somit nicht allein der Entwicklung im Land geschuldet, sondern viele Rohstoffe, die als Erze ins Land kommen, verlassen es später wieder in Form von Maschinen, Textilien und anderen hochwertigen Konsumprodukten.

Chinas Entwicklung in den vergangenen Jahren war beispiellos. Das atemberaubende Tempo wird in den kommenden Jahren sicher etwas nachlassen, doch die grundlegende Richtung hin zu einem höheren Verbrauch wird noch lange bestehen bleiben. Das sollte die Rohstoffnachfrage und in ihrem Schlepptau die Rohstoffpreise bis auf weiteres hoch halten.

8. September 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.