Sto AG: Energiewende und robuster Wohnungsbau treiben Sto
Der Spezialist für Dämmstoffe erfüllt weiterhin die Kriterien der 3-Filter- Strategie nach James O’Shaughnessy:
1. Das Unternehmen schreibt seit dem Börsengang schwarze Zahlen und hat in den vergangenen 8 Jahren den Gewinn sogar kontinuierlich gesteigert; der leichte Rückgang auf Nettoebene im Jahr 2007 beruhte auf einer deutlich höheren Steuerquote, das Vorsteuerergebnis übertraf aber den Vorjahreswert.
2. Bei einem Umsatz von gut 1,1 Mrd. € errechnet sich ein KUV von knapp 0,7.
3. Die Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten den Vergleichsindex General Standard sowie alle deutschen Small- und Mid-Cap-Indizes outperformt.
Anhaltend hohe Nachfrage nach Wärmedämmung
Sto hat das Jahr erneut mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Der Umsatz stieg um 12,3% auf 1,1 Mrd. €, das operative Ergebnis um 22% auf 104,5 Mio. € und der Gewinn um 20,6% auf 70,2 Mio. €. Gestiegene Personal- und Rohstoffkosten wurden durch das starke Umsatzwachstum mehr als ausgeglichen.
Wachstumstreiber waren die anhaltend hohe Nachfrage nach Wärmedämmsystemen sowie Zukäufe im In- und Ausland. Immerhin wuchs das Auslandsgeschäft trotz schwieriger Rahmenbedingungen um 16% auf 577,4 Mio. €.
Dazu beigetragen hat auch die erstmalige Konsolidierung der im Juli übernommenen tschechischen STOMIX. Das Wachstum auf dem Heimatmarkt unterstützte die Anfang 2011 übernommene Inotec GmbH.
Die Konsolidierungs- und Währungseffekte summierten sich auf 23,6 Mio. €, sodass sich auf Konzernebene ein organisches Wachstum von 9,9% errechnet. Die Ergebnisse übertrafen nicht nur unsere, sondern auch die konzerneigenen, im Jahresverlauf angehobenen Erwartungen.
Starke Finanzlage ermöglicht weitere Zukäufe
Infolge der ausgezeichneten Ergebnisentwicklung hat sich auch die ohnehin solide Finanz- und Vermögenslage weiter verbessert. Die Eigenkapitalquote stieg von 60,5 auf 63,6%, und die langfristigen Schulden konnten von 23,8 auf 9,3 Mio. € reduziert werden.
Am Jahresende 2011 verfügte Sto über ein Nettofinanzguthaben von 69,6 Mio. €. Ein Jahr zuvor waren es nur 45,2 Mio. €. Mit diesem Finanzpolster ist Sto für mögliche kommende Krisen gewappnet und kann gleichzeitig seinen Expansionskurs fortsetzen.
Aber auch die Aktionäre kommen nicht zu kurz. Die Dividende steigt um 44,5% auf 4,87 € pro Aktie (4,56 € Bonus plus 0,31 € Basisdividende).
Konservative Jahresprognose
Der Jahresausblick war wie gewohnt sehr vorsichtig und lässt Raum für Überraschungen. Sto erwartet ein Umsatzwachstum von 3,5% und wegen höherer Kosten ein operatives Ergebnis unter Vorjahresniveau.
Für bessere Ergebnisse spricht zum einen die Tatsache, dass Sto schon im vergangenen Jahr die gestiegenen Aufwendungen für Rohstoffe und Personal überkompensieren konnte und zum anderen der immer noch robuste Wohnungsbau.
Zwar dürfte das Wachstum moderater ausfallen, weil die Dynamik im deutschen Wohnungsbau nachlässt und weil sich die anhaltende Finanzkrise besonders in Süd- und Osteuropa negativ auf die Bauinvestitionen auswirkt.
Das Marktwachstum sollte Sto aber wie 2011 erreichen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet im deutschen Wohnungsbau ein Wachstum von 6%, nach 12,5% im Vorjahr.
Profiteur der staatlichen Förderung
Ein zusätzlicher Umsatz- und Ergebnistreiber ist die staatliche Förderung der Gebäudesanierung. Hauseigentümer, die ihre Wände und Dächer dämmen wollen, werden auch in Zukunft mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten unterstützt.
Der Bund wird in diesem und den kommenden beiden Jahren jeweils 1,5 Mrd € für die Gebäudesanierung zur Verfügung stellen. Ähnliche Förderprogramme gibt es in Frankreich und Großbritannien (Green Deal).
Mit diesen Maßnahmen soll der Energieverbrauch der Wohngebäude und damit auch deren CO2-Ausstoß gesenkt werden. Immerhin entfällt auf die privaten Haushalte ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs.
Schreckten die Kosten für energetische Sanierung viele Hausbesitzer bisher ab, sorgen steigende Energiepreise jetzt für ein Umdenken. Schließlich macht sich Wärmedämmung umso schneller bezahlt, je höher die Preise für Öl, Gas und Strom steigen. Sto kann also entspannt nach vorn schauen.
Fazit
Für Spezialisten wie Sto bieten sich mittel- und langfristig erhebliche Wachstumschancen. Die aktuelle Konsolidierungsphase ist eine günstige Einstiegsgelegenheit.



