MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

SuccessFactors-Übernahme: SAP wählt die richtige Strategie

Nach monatelanger Abstinenz mischt jetzt auch wieder ein deutsches Unternehmen im Übernahme-Markt mit.

Für 3,4 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) übernimmt der Walldorfer Software-Konzern SAP den amerikanischen Cloud-Spezialisten SuccessFactor. Die Übernahme kommt nur wenige Wochen nachdem Erzrivale Oracle sich den Cloud-Anbieter RightNow für 1,5 Mrd. Dollar gesichert hat.

Cloud-Computing ist keine Mode-Erscheinung

Ein größerer Zukauf im Cloud-Computing war schon seit einiger Zeit vom Markt erwartet worden. SAP hatte mit seiner Software „Business by Design“ bisher auf organisches Wachstum im schnell wachsenden Markt gesetzt – der Erfolg blieb jedoch aus. Von den angestrebten 10.000 Kunden konnte SAP nicht einmal 1.000 für sich gewinnen.

Mit SuccessFactors will SAP das Wachstum im Cloud-Markt beschleunigen und den Marktanteil ausbauen. Immer  mehr Unternehmen erkennen die Vorteile des „Cloud Computing“. Denn die Lagerung von Unternehmenssoftware auf Internet-Rechnern ist nicht nur sehr praktikabel, sondern liefert auch einen erheblichen Kostenvorteil.

Fairer Preis für beide Seiten

Beim Übernahme-Preis zeigt sich SAP fair. 40 Dollar je Aktie sollen die SuccessFactors-Anteilseigner bekommen. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag, beträgt die Übernahme-Prämie satte 52%. Wer beim Börsengang vor vier Jahren eingestiegen ist, konnte sein Geld sogar vervierfachen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Das SuccessFactors-Management hat dem Deal bereits zugestimmt und empfiehlt auch den Aktionären die Angebots-Annahme. Angesichts des großzügigen Preises, wir mit großer Zustimmung gerechnet.

Langfrist-Ziele nicht aus den Augen lassen

SAP-Investoren sind von dem Deal erst einmal weniger begeistert. Die Aktie verliert in einem freundlichen Markt 2,5%. Zwar wird der Sinn der Übernahme erkannt, doch erscheint ihnen der Übernahme-Preis für ein aktuell verlustreiches Unternehmen hoch.

Auch wenn die SAP-Aktionäre heute die Aktie abstrafen, war der Schritt aus Sicht des Übernahme-Sensors richtig. Langfristig dürfte das Unternehmen von dem Deal profitieren. Es kann nicht sein, dass sich Konkurrent Oracle mit einer Milliarden-Übernahme im Cloud-Markt breit macht und SAP tatenlos zusieht.

Jüngste Analysen gehen davon aus, dass der Cloud-Markt bis 2020 von 40 Mrd. Dollar (2011) auf über 240 Mrd. Dollar anschwellen wird. Diese Wachstumschance darf SAP nicht vernachlässigen, wenn man weiterhin ganz oben mitmischen will.

SuccessFactor bietet 3.500 neue Kunden und hat in den ersten neun Monaten 2011 ein Erlös-Wachstum von 50% verbucht. SAP hat Umsatz und wichtiges Knowhow hinzugekauft. Auch wenn der Übernahme-Kandidat aktuell noch Verluste schreibt – die Gewinne werden kommen.

Übernahme bringt SAP im Cloud-Computing nach vorne

Kritische Stimmen bemängeln, dass SAP mit der Übernahme nicht nur zu viel zahlt, sondern sich selbst das Geschäft kaputt macht. Zukünftig werden mehr Unternehmen Teile des SAP-Angebots nur noch mieten und nicht mehr kaufen. Das schwächt das Gewinnpotenzial.

Auch wenn diese Kritik ein Stück weit berechtigt ist, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich der Markt verändert hat. Oracle, Microsoft und IBM gehen dem Kundenwunsch nach Internet-Software bereits aggressiv nach. Sie haben sich dem Markt „angepasst“.

Soll SAP das einfach ignorieren und riskieren, dass die Kunden wechseln?  Soll SAP in einem Markt, dessen Prognose auf eine Versechsfachung des Umsatzes lautet, weiterhin auf mageres internes Wachstum im Cloud-Bereich setzen?

Aus Sicht des Übernahme-Sensors war ein großer Zukauf strategisch vollkommen richtig.

5. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.