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Tesla Motors widersetzt sich (noch) dem Naturgesetz der Börse

Kennen Sie meine These, die ich sogar für eine Art „Naturgesetz“ an der Börse halte?

„Der Aktienkurs eines Unternehmens wird vornehmlich durch dessen Gewinne getrieben. Je höher das Gewinnwachstum, umso stärker ist der Aktienkurs-Turbo.“

Tesla Motors: Gegen das Naturgesetz?

Hin und wieder scheinen sich Aktien diesem „Naturgesetz“ jedoch zu entziehen. Ein Beispiel dafür sind die Anteile des amerikanischen Herstellers von Elektro-Fahrzeugen, Tesla Motors Inc. (Ticker: TSLA):

tesla motors in usd-04-08-2016

Tesla Motors Inc. in USD: Kursgewinne basieren bis dato auf Luftschlössern

Der Aktienkurs hat seit dem Börsengang im Juni 2010 von 23,83 USD, dem Schlusskurs am ersten Handelstag, in der Spitze (291,42 USD am 5. September 2014) +1.123% zugelegt. Aktuell notiert Tesla Motors bei 225,58 USD.

Verluste pur

Seit 2009 hat Tesla Motors in jedem seiner Geschäftsjahre Verluste gemacht: In diesen 7 Jahren hat der Konzern insgesamt rote Zahlen in Höhe von 2,117 Mrd. USD aufgetürmt.

Der höchste Verlust wurde im vergangenen Geschäftsjahr eingefahren: In 2015 wurden allein 888,66 Mio. USD Miese gemacht.

Tatsächlich konnte Tesla Motors bis heute nur ein einziges Quartal – Januar bis März 2013 – mit einem Gewinn, von allerdings bescheidenen 11,25 Mio. USD, abschließen.

Am Ende des Geschäftsjahres 2015 hatte Tesla Motors langfristige Schulden in Höhe von 2,04 Mrd. USD sowie laufende Verbindlichkeiten über 2,816 Mrd. USD.

Bislang werden nur Versprechungen honoriert

Bislang zehrt die extrem gute Performance der Tesla-Aktie also ausschließlich von der Fantasie der Anleger:


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Die Aktionäre gehen davon aus, dass die Gesellschaft den Vertrauens-Vorschuss bald in Form von gigantischen Unternehmens-Gewinnen zurückzahlt – wenn Tesla irgendwann den Weltmarkt für Elektro-Fahrzeuge beherrscht.

Firmenchef Elon Musk ist jedenfalls bemüht, diesen Optimismus bei den Anteils-Eignern solange wie möglich aufrecht zu erhalten. Dazu stellt er immer neue und zumeist auch anspruchsvollere Ziele in Aussicht – geliefert hat er indes so gut wie nie!

Ein Beispiel:

Irrwitziger Plan: 500.000 Fahrzeuge bis 2018, 1 Mio. bis 2020

Im Mai zog Elon Musk sein ursprüngliches Planziel, im Jahr 2020 satte 500.000 Elektro-Autos zu produzieren, auf 2018 vor. Bis 2020 soll die Herstellung auf 1 Mio. Fahrzeuge verdoppelt werden. Fakt ist indes:

Mit Ausnahme von 2013 hat Tesla Motors bislang stets weniger PKW produziert, als zuvor angekündigt: 2014 und 2015 blieb der Absatz gleich -9,5% bzw. -7,9% unter den eigenen Planzielen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 50.635 Fahrzeuge gefertigt!

Den Vorstellungen von Elon Musk entsprechend müssten die Kapazitäten bis 2018 – also in gerade einmal 1,5 Jahren – verzehnfacht werden.

Das mag für Traditions-Firmen wie General Motors oder Ford Motors machbar sein – bei Tesla Motors habe ich da doch erhebliche Zweifel.

Der dubiose SolarCity-Deal

Das gilt auch deshalb, weil Elon Musk neuerdings Investitionen tätigt, die seinen Auto-Konzern auf Dauer wohl eher belasten werden. Gemeint ist seine Rettung für das Insolvenz-gefährdete SolarCity:

Natürlich „verkauft“ Musk die Übernahme von SolarCity für 2,6 Mrd. USD seinen Aktionären erneut mit einer Vision: Er will Tesla Motors zu einem Komplett-Anbieter für Elektro-Mobilität ausbauen, der dann auch Elektro-LKW und -Busse anbietet.

Bislang nutzt SolarCity die Tesla-Batterien, um den erzeugten Solarstrom zu speichern.

Fusion mit SolarCity hat ein „G’schmäckle“

Das Ganze hat allerdings ein „G‘schmäckle“, wie wir hier in Baden-Württemberg zu sagen pflegen:

Musk ist nämlich Mitgründer von SolarCity und mit 22,5% am Unternehmen beteiligt. An Tesla Motors besitzt er übrigens 21,1% der Anteile. Doch damit nicht genug:

SolarCity wird von 2 Cousins von Elon Musk geleitet, die beide jeweils 2,3% an ihrem Unternehmen halten. Das hat schon arg den Anschein von Vetternwirtschaft.

Erschwerend kommt hinzu: SolarCity installiert Solar-Panels gegen Leasing. Das bedeutet: Die hohen Ausgangs-Investitionen rentieren sich erst nach vielen Jahren durch den kontinuierlichen Cash-Rückfluss.

In der Folge haben sich die Schulden von SolarCity in den vergangenen 3 Jahren auf 3,25 Mrd. USD verdreizehnfacht!

Somit fusionieren also 2 Konzerne mit einem hohen negativen Cash-Flow und gigantischen Schuldenbergen, deren Produktpaletten – zumindest derzeit – nur wenig gemein haben.

Quartals-Zahlen enttäuschen – wieder einmal

Fast hätte ich es vergessen: Gestern meldete Tesla Motors seine Zahlen zum 2. Quartal.

Der Umsatz blieb mit 1,56 Mrd. USD gut -4% unter den Erwartungen der Analysten. Auch beim Gewinn – entschuldigen Sie bitte den Versprecher – natürlich beim Verlust enttäuschte Tesla ein weiteres Mal die Experten:

Statt eines Minus von erwarteten -0,60 USD je Aktie setzte es einen Verlust von -1,06 USD je Anteil: Das waren +76,7% mehr als angenommen!

Mit 14.402 verkauften Fahrzeugen blieb die Zahl der Auslieferungen im 2. Quartal übrigens sogar unter dem Wert des 1. Jahresviertels, als noch 14.820 PKW abgesetzt wurden.

Fazit

Natürlich ist mir bewusst, dass derart ambitionierte Ziele wie die Eroberung des Weltmarktes für Elektro-Fahrzeuge nur mit gewaltigen Investitionen erreicht werden können, denen erst sehr viel später Gewinne folgen.

Bisher werden jedoch nicht einmal die verkündeten Ziele erreicht.

Somit erhöht sich das Risiko, dass die Tesla-Aktie für die verfehlten Versprechungen irgendwann gnadenlos abgestraft wird, mit jeder weiteren Enttäuschung, die Musk seinen Aktionären noch zumutet.

4. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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