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Thyssen-Krupp holt sich die Heuschrecken ins Haus

Dass es bei Thyssen-Krupp mit den Geschäften nicht zum Besten steht, ist hinlänglich bekannt. Die beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA finden trotz intensiven Bemühens keine Käufer und produzieren Milliardenverluste.

Kartellstrafen für Preisabsprachen bei Schienen und Aufzügen belasten die Bilanzen und beschädigen den Ruf.

Und an diesem Wochenende berichtet das Manager Magazin von neuen Hausdurchsuchen und Korruptionsvorwürfen bei einer Thyssen-Tochter im Zusammenhang mit U-Boot-Lieferungen an Griechenland.

Und als ob Thyssen-Krupp-Vorstand Heinrich Hiesinger nicht schon genug Baustellen zu bearbeiten hätte, macht er eine neue auf, die ihn in der Schlusskonsequenz sogar seinen Posten kosten könnte.

Milliardenverluste zehren das Eigenkapital auf

Dass das Unternehmen nach seinen Stahlabenteuern in Brasilien und den USA auf einem Schuldenberg von 5,3 Mrd. Euro sitzt und durch die bisherigen Jahresverluste von 1,3 Mrd. Euro das Eigenkapital auf 8% der Bilanzsumme abgeschmolzen ist, ist nicht neu.

Ebenso, dass es laute Überlegungen des Vorstandes gibt, die Schulden durch eine Kapitaler-höhung  abzubauen und die Eigenkapitalquote zu stärken.

Als Retter in der Not hatte sich da vor einigen Wochen die RAG-Stiftung (Eigentümer der Evonik AG) unter ihrem Vorsitzenden und Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ungefragt ins Spiel gebracht, wurde aber vom Thyssen-Chef dafür verbal rüde abgewatscht.

Warum eigentlich, fragt man sich, angesichts der Nachrichten, die in diesen Tagen ans Licht der Öffentlichkeit gelangen?

Was hat Hiesinger gegen einen Mitgesellschafter, der neben dem fehlenden Kapital auf eine gewisse Kontinuität in den Aktionärskreis bringen würde?


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Denn die Alternativinvestoren, die Thyssen-Boss Hiesinger in Erwägung zieht und mit denen angeblich schon seit März Sondierungsgespräche geführt werden, zählen zu den Schmuddel-kindern der Finanzbranche.

Der Thyssen-Krupp-Vorstand spricht, man mag es kaum glauben, mit Hedgefonds.

Nicht mit irgendwem, nein, George Soros muss es sein. Der US-Investor, bekannt wegen seiner Finanzwetten gegen das britische Pfund im Jahr 1992, mit dem er das Europäische Währungssystem fast zum Einsturz brachte, prüft angeblich seinen Einstieg in den Stahlkonzern.

Wird Thyssen-Krupp zerlegt und aufgespalten?

Auch John Paulsen und David Einhorn sind als mögliche Investoren im Gespräch, glänzten in der Vergangenheit aber ebenso wenig wie Soros durch nachhaltige Investition.

Die drei potentiellen Einsteiger eint der Hang zur Zerschlagung und Aufspaltung der Konzerne, an denen sie sich in der Vergangenheit beteiligt hatten. Unter vorheriger Ausplünderung der Firmenkasse, versteht sich.

Und da gibt es bei Thyssen-Krupp derzeit immerhin 3,7 Mrd. Euro an flüssigen Mitteln abzugreifen.

Verlockend für einen oder mehrere Raider (=Angreifer, Plünderer), zumal ihnen der Vorstand gedenkt, den Weg über eine Kapitalerhöhung im Umfang von 800 Mio. bis 1,5 Mrd. Euro  zu ebnen.

Ein lukratives Geschäft für die Hedgefonds, die sich so mit kleinem Geld den Zugriff aufs große Ganze sichern würden. Denn  eines ist klar und auch von Konzern- und Analystenseite unbestritten.

Wird Thyssen-Krupp in seine konzerneigenen Einzelteile zerlegt und dann veräußert, steigt der Gesamtwert des Unternehmens massiv an, der Konzern gilt schon lange als klassische unterbewertet.

Eine ideale Konstellation für Raider also, die an die wilde Zeit der 80er Jahre erinnert, in denen solche Konzernzerschlagungen gang und gäbe waren und an denen neben den Akteuren auch häufig die Aktionäre  mitverdienten.

Und so verwundert es nicht, dass sich der Aktienkurs von den „Schreckensmeldungen“ erfreut zeigt und steigt.

Der aktuelle Blick auf den Point&Figure-Chart zeigt den jüngsten Kursanstieg auf 16,40 € (letzte X-Säule) und damit die Chance auf eine Umkehr des negativen Trends.

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(anklicken zum Vergrößern)

Übergeordnet notiert die Thyssen-Krupp-Aktie in einem Point&Figure-Verkaufssignal (roter Kreis) mit einem abwärts gerichteten Kursziel bei 13,40 €.

Ob wir nun mit den starken Umsätzen von Donnerstag und Freitag bereits die Wende für die Aktie gesehen haben, darüber gibt es noch keine endgültige Klarheit. Hierzu bedarf es weiterer Kurszuwächse und Kurse oberhalb der 16,80 € besser noch von 17,60 €.

Denn erst hier wäre der Abwärtstrend gestoppt und ein neues Point&Figure-Kaufsignal würde das jetzige Verkaufssignal ablösen.

Warten wir also ab, ob die Hedgefonds die Einladung des Managements zur Zerschlagung  annehmen.

Und ob Konzern-Boss Hiesinger, wie in solchen Fällen bislang üblich, mit einem „goldenen Handschlag“, sprich einer sehr hohen Abfindung, seinen Posten räumt und den Weg zur Zerschlagung damit frei macht.

26. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.