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Traditionsunternehmen WMF: Abschied von der Börse

In dieser Woche hat sich ein traditionsreiches deutsches Unternehmen von der Börse verabschiedet. Mit dem Eintrag in das Handelsregister ist die Übernahme des schwäbischen Küchengerätespezialisten WMF durch Finanzinvestoren nun wirksam.

Alle Anteile der Minderheitsaktionäre seien auf die Holding-Gesellschaft Finedining Capital übergegangen, teilte WMF in dieser Woche mit.

Der Hersteller von Besteck und Kaffeemaschinen verabschiedete sich damit von der Börse. „Damit sparen wir uns viele Kosten“ sagte WMF-Sprecher Kai Hummel. So entfallen künftig beispielsweise die Publizitätspflichten und die Kosten für die Hauptversammlung der Aktionäre für das Geislinger Unternehmen.

Die Komplettübernahme von WMF durch Finedining Capital war im Januar 2015 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Stuttgart beschlossen worden.

Das Investoren-Duo KKR und Fiba verfügte über das Vehikel Finedining Capital zu diesem Zeitpunkt bereits über deutlich mehr als 90% des WMF-Grundkapitals und hatte damit formell bereits das Sagen bei WMF.


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Die Stufen einer Übernahme

Anlässlich des Börsenabschieds von WMF in dieser Woche möchte ich Ihnen heute hier im „Schlussgong“ die Stufen einer Übernahme vorstellen:

1) Ab 30% muss ein Pflichtangebot erfolgen

Wenn ein Großaktionär bei einem Unternehmen auf mindestens 30% aufstockt, muss dieser Investor zwingend ein Übernahme-Angebot veröffentlichen. Die restlichen Aktionäre können entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen und einen sogenannten Barausgleich erhalten, oder ob sie Anteilseigner des Unternehmens bleiben wollen.

2) Ab 75% kann ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag erfolgen

Spannend wird es dann wieder, wenn der Großaktionär auf mindestens 75% erhöht. Dann können der Großaktionär und das Unternehmen, welches übernommen wird, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen. Nach Abschluss dieses Vertrages übernimmt der Großaktionär die operative Leitung des Unternehmens.

In einer solchen Situation können Sie als Aktionär frei wählen, ob Sie die Aktien über die Börse verkaufen, ein neues Übernahmeangebot annehmen oder Aktionär bleiben und zukünftig eine festgelegte Garantie-Dividende kassieren, die jedes Jahr gezahlt werden muss.

Da die Garantie-Dividenden im Regelfall deutlich über der Standard-Dividende liegen, können Sie hier mit Renditen in Höhe von 4 bis 6% rechnen. In der aktuellen Niedrig-Zins-Phase sind Garantie-Dividenden daher eine gute Alternative zu Zins-Anlagen.

3) Ab 95% kann ein Squeeze-out-Verfahren eingeleitet werden

Die nächste Stufe ist erreicht, wenn der Großaktionär über mindestens 95% der Aktien verfügt. Ab diesem Zeitpunkt kann ein sogenanntes Squeeze-out-Verfahren eingeleitet werden.

Squeeze-out bedeutet „herauspressen“. Wenn ein Großaktionär mindestens 95% der Stimmrechte besitzt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen herauspressen und so seinen Anteil auf 100% aufstocken.

In dem Fall wird ein Gutachten erstellt, das den Wert des Unternehmens ermittelt. Der Großaktionär hat dann zwei Optionen: Er kann den Mindestpreis bieten. Wenn er damit durchkommt, spart er bei der Übernahme viel Geld.

Der Nachteil: Profi-Investoren werden gegen diesen Preis klagen. Der Rechtsstreit dauert mehrere Jahre. Der Großaktionär muss daher die Gerichtskosten einkalkulieren und zusätzlich das Risiko, dass ein Gericht den Übernahme-Preis erhöht.

Daher ist es aus Sicht des Großaktionärs taktisch oft klüger, einen Aufpreis zu zahlen, wenn dadurch die Übernahme ohne Gerichtsverfahren glatt und zeitnah über die Bühne geht.

Fazit: Übernahme-Kandidaten (wie bis zum Börsenabschied WMF) bieten Ihnen hohe Gewinn-Chancen, wenn Sie etwas Geduld mitbringen und die einzelnen Übernahme-Phasen abwarten.

27. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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