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Traurige Bilanz: Der 20. Ausfall einer Mittelstandsanleihe

Mittelstandsanleihen erwecken fälschlicherweise den Eindruck, dass Anleger mit einem solchen Investment in den als grundsolide geltenden deutschen Mittelstand investieren und dabei nahezu kein Risiko eingehen würden.

Dass letzteres nicht der Fall ist, müssen aktuell die Besitzer von Anleihen des deutschen Immobilienprojektentwicklers Golden Gate GmbH schmerzlich erfahren.

Das Unternehmen stellte am vergangenen Donnerstag den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.

Der Fall Golden Gate

Die Golden Gate GmbH hat im Jahr 2011 eine sogenannte Mittelstandsanleihe über 30 Mio. Euro platziert, die samt der letzten Zinszahlung in Höhe von 1,95 Mio. Euro am 11. Oktober 2014 fällig gewesen wäre.

Sämtliche vom bisherigen Management unternommenen Versuche einer Refinanzierung sind jedoch gescheitert.


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Die Anleihe ist allerdings mit Immobilen besichert und der jetzt zurückgetretene Golden Gate-Chef Uwe Rampold hatte zuletzt – nachdem Gerüchte die Runde machten, dass die Anleihe womöglich nicht zurückgezahlt werden könne – noch geäußert, die Anleihe zur Not aus der eigenen Tasche zurückzahlen zu wollen.

Es handelt sich bei letzterem juristisch gesehen um eine sogenannte Patronatserklärung, aus der möglicherweise rechtliche Ansprüche gegen den Ex-Chef Uwe Rampold abzuleiten sind.

Dies will Volkert Volckens, der neue Golden Gate-Chef, jetzt juristisch prüfen lassen.

Die Golden Gate-Anleihe wurde wegen der Tatsache, dass sie mit Immobilien besichert ist und wegen der Patronatserklärung von Herrn Rampold von der Rating-Agentur Creditreform bis vor kurzem noch mit dem relativ guten Rating von „BB“ eingestuft.

Doch jetzt ist die Golden Gate GmbH überschuldet und zahlungsunfähig und die Anleihe notiert heute rund 80% unter dem Ausgabepreis.

Die traurige Bilanz von Mittelstandsanleihen

Viele deutsche Kleinanleger griffen bei Mittelstandsanleihen gerne zu. Mit einer Zeichnungsgröße von nur 1.000 Euro und einer Verzinsung von durchschnittlich 7,5% schienen diese auf den ersten Blick auch sehr attraktiv zu sein.

Doch aus dem Segment der Mittelstandsanleihen in Deutschland sind mittlerweile schon 20 ausgefallen.

Und immer wieder werden Insolvenzen in diesem Zusammenhang ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

So auch beim Windpark-Entwickler Windreich, gegen den wegen Bilanzmanipulation und Insolvenzverschleppung ermittelt wird. Windreich hatte durch die Emission von 2 Mittelstandsanleihen insgesamt 125 Mio. Euro eingesammelt.

Fazit: Höhere Zinsen bedeuten in der Regel höhere Risiken

Seien Sie bei derart hohen Zins-Angeboten grundsätzlich vorsichtig. Die genannten Beispiele zeigen, dass in der aktuellen Niedrigzinsphase derartige Zinsversprechen mit Vorsicht zu genießen sind.

Im Zweifel sollten Sie lieber auf Anleihen von börsennotierten Unternehmen setzen, da bei diesen der Informationsfluss wesentlich besser ist.

Wenn Sie einen Aktienkurs als Referenz haben und in ein Unternehmen investieren, das regelmäßig Quartalsberichte veröffentlichen muss, ist Ihr persönliches Risiko deutlich geringer.

7. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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