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Turbulenzen bei Euromicron – Aktie stürzt ab

Das ehemalige TecDax-Mitglied Euromicron meldete, dass falsch bilanzierte Projekte gefunden wurden. Daraufhin hat der Vorstandsvorsitzende Willibald Späth sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die Euromicron-Aktie verlor daraufhin in der Spitze über 20% an Wert.

„Bis auf weiteres werden die bisher in die Zuständigkeit von Herrn Späth fallenden Geschäfte vom Alleinvorstand Thomas Hoffmann wahrgenommen“, teilte das Unternehmen gestern in Frankfurt mit.

Späth war bereits seit dem Jahr 2000 der Chef des Telekomzulieferers und in den vergangenen Jahren die prägende Figur des Unternehmens.

Er hatte Euromicron nach dem Börsengang im Jahr 1998 groß gemacht, sich dann aber mit seinen ehrgeizigen Wachstumszielen zu viel vorgenommen. Diese wurden ihm bereits im Jahr 2013 zum Verhängnis. Im Jahr 2013 rutschte das Unternehmen zum ersten Mal in die roten Zahlen.


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Zu den Zielen: Späth hatte einen Umsatz von 500 Mio. Euro als Ziel ausgegeben. Das Unternehmen Euromicron litt darunter, denn es fokussierte sich aus meiner Sicht zu stark auf das Umsatzziel und verlor dadurch unter anderem den Blick auf die Profitabilität.

Zu den Bilanzierungsfehlern

Die jetzt öffentlich gewordenen Bilanzierungsfehler betreffen die Bilanzierung und Bewertung von Projekten in den Vorperioden. Da der Konzern nach den IFRS-Standards (internationale Rechnungslegungsstandards) bilanziert, schlagen sich die Korrekturen im Jahresabschluss für 2014 nieder.

Über die genaue Höhe des Korrekturbedarfs machte das Unternehmen bislang noch keine Angaben. Das Eigenkapital von Euromicron werde jedoch voraussichtlich um rund 15 Mio. Euro schrumpfen. Ende September des vergangenen Jahres betrug dieses noch 126 Mio. Euro. Das entsprach zu dem Zeitpunkt einer Eigenkapitalquote von etwa 40%.

Das Unternehmen betonte aber, dass die Verringerung des Eigenkapitals aufgrund der Bilanzierungsfehler nicht dazu führen würde, dass es Probleme im Hinblick auf bestehende Bankfinanzierungen geben werde.

Die Bilanzierungsfehler sollen nach Unternehmensangaben zudem keine ernsten Auswirkungen auf die Liquidität von Euromicron haben. Allerdings hat sich die Cashposition unabhängig von der fehlerhaften Bilanzierung und ihren Folgen in den ersten 9 Monaten des vergangenen Jahres sehr schlecht entwickelt.

Die liquiden Mittel gingen gegenüber 2013 um 26,3 Mio. Euro auf 12,6 Mio. Euro zurück. Nach Angaben von Euromicron vor allem wegen eines „niedrigeren Factoringwachstums“.

Besonders kurios in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass Euromicron nach eigenen Angaben erst im vergangenen Jahr mit den Fox Awards ausgezeichnet wurde, die dem Preisträger eine weit überdurchschnittliche Wirkungskraft und eine hohe Gestaltungseffizienz bescheinigen.

Vorläufige Zahlen für 2014 und mein Fazit

Die vorläufige Umsatzprognose für 2014 beließ Euromicron bei 340 bis 360 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge werde sich bei rund 6% bewegen, was dem unteren Ende der zuvor prognostizierten Spanne entsprechen würde. 2013 lag dieser Wert bei 4,3%.

Mein Fazit lautet wie folgt: Das Unternehmen Euromicron ist grundsätzlich ein solides Unternehmen mit guten Produkten und einer sehr guten Kundenbasis. Probleme bekam das Unternehmen erst, nachdem der heute entmachtete ehemalige Chef Späth zu ehrgeizige Wachstumsziele ausgab und Euromicron dadurch in Schieflage geriet.

Wenn sich das Unternehmen künftig mit einem niedrigeren Umsatzwachstum zufrieden gibt, ist die Euromicron-Aktie ein klassischer Turnaround-Kandidat und damit mittelfristig aussichtsreich. Aber zunächst sollten alle Interessenten abwarten, wie sich die Bilanzierungsfehler konkret auf die Zahlen auswirken.

25. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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