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Twitter-Gewitter

Wir verdanken es Plattformen wie Twitter, dass heute jeder, der sich dazu berufen und bemüßigt fühlt, seinen wie auch immer gearteten Kommentar zu jedem globalen Ereignis in die Welt hinauszwitschern darf.

Twitter (englisch: Gezwitscher) hat diese im Fachjargon auch als Mikroblogging bezeichnete Verbreitung „telegrammartiger Textbeiträge“ – auch Tweets genannt – kultiviert.

Und wo sich viele Menschen tummeln, da gibt es auch viel zu werben. Und genau damit, dem Verkauf von Werbeplätzen, verdient Twitter sein Geld.

Nun ja, „verdient“ ist möglicherweise etwas übertrieben: Seit 2011 wurden tatsächlich in jedem Geschäftsjahr Verluste geschrieben (2011: -164 Mio. USD; 2012: -79 Mio. USD; 2013: -645 Mio. USD; 2014: -578 Mio. USD).

Twitter-Gewitter

Gestern, 1 Stunde vor Börsenschluss an der Wall Street und vor dem eigentlich angesetzten Veröffentlichungs-Termin zwitscherte Twitter den Analysten und Aktionären seine Bilanz für das 1. Jahresviertel zu:

7 US-Cents Gewinn pro Aktie lagen über den Erwartungen der Fachleute, die lediglich mit 4 US-Cents gerechnet hatten.

Also mächtig Grund zur Freude: Es wurde schließlich endlich mal ein Quartalsgewinn erzielt. Oder?

Nun, es kam etwas anders, wie Sie im folgenden 5-Minuten-Chart sehen können:

twitter aktie in usd 5-minuten-chart-29-04-2015

Twitter Aktie am 28. April 2015 im 5-Minuten-Chart

Sehen Sie es mir bitte nach, aber mir drängte sich bei Betrachtung dieses Charts unwillkürlich das Bild eines Vogels auf, der nach einem Fehltritt gerade von der Stange gerutscht ist.

Innerhalb von 30 Min. nach Veröffentlichung der Quartalszahlen stürzte der Twitter-Kurs um sage und schreibe bis zu -21,9% ab. Was war geschehen?

Nur beim Umsatz zu wachsen reicht einfach nicht

Der Umsatz lag zwar +74% über dem entsprechenden Vorjahreswert, blieb jedoch mit 436 Mio. USD gute 20 Mio. USD unter dem Schätzwert der Analysten von 456,8 Mio. USD.

Vorstands-Chef Costolo machte einige der Direktwerbungs-Produkte, die hinter den Erwartungen zurück geblieben seien, für die Umsatzzahlen verantwortlich. Und er kündigte an, dass dies wohl auch im Gesamtjahr noch so anhalten werde:

Statt der von den Analysten für das 2. Quartal 2015 veranschlagten Erlöse von 538 Mio. USD werden es, laut Costolo, wohl nur 470 bis 485 Mio. USD Umsatz werden. Und das gefiel den Aktionären und Fachleuten so gar nicht.

Charttechnik warnte nur moderat

Wie der nachfolgende Tages-Chart zeigt, hätte Sie diesmal die Charttechnik nur bedingt vor dem gestrigen Verlust bewahrt. Die Charttechnik ist zwar extrem hilfreich, aber sie ist eben auch nicht allmächtig:

twitter aktie in usd tages-chart-29-04-2015

Twitter Aktie: Charttechnik kündigte Absturz nur bedingt an

Die Twitter-Aktie notierte klar über einer steigenden 200-Tagelinie.

Das On-Balance-Volumen (OBV), welches Ihnen das Verhalten der Großanleger anzeigt, tendierte bis gestern klar aufwärts – sowohl kurz- (rote Linie) als auch mittelfristig (gestrichelte rote Linie).

Aus Sicht der Charttechnik einzig zu bemängelnde Kriterien waren die seit 11 Monaten andauernde Seitwärts-Bewegung sowie der Bruch des seit Januar gültigen Aufwärtstrends.

Fazit

In meinem Börsendienst Momentum-Trader „Gewinne mit Wachstumsaktien“ wären Sie dem gestrigen „Twitter-Gewitter“ dennoch ausgewichen, da ich Ihnen die Aktie gar nicht hätte empfehlen können.

Denn: Twitter ist keine Wachstumsaktie!

Zwar wächst das Unternehmen Jahr für Jahr imposant beim Umsatz: von 106 Mio. USD in 2011 immerhin auf 1,4 Mrd. USD in 2014.

Doch Twitter gelingt es einfach nicht, dieses enorme Potenzial in klingende Münze, sprich: Gewinne, zu verwandeln.

In diesem Fall hätte Sie also weniger die Charttechnik vor Schaden bewahrt. Ein kurzer Blick auf die Bilanzdaten der letzten Jahre hätte bereits genügt.

29. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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