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Übernahme-Volumen in Nordamerika bleibt bei über 100 Mrd. Dollar

Vermutlich ist es auch Ihnen schon aufgefallen: In den USA jagte 2015 ein Milliarden-Deal den nächsten.

Die Konsequenz hoher Übernahme-Aktivität ist logischerweise ein sehr hohes Übernahme-Volumen.

So wundert es Sie wahrscheinlich auch nicht, dass im Vorjahr Rekord beim Übernahme-Volumen erzielt wurde.

Rund 6,1 Bio. Dollar betrug im Vorjahr das Übernahme-Volumen gemäß dem Übernahme-Institut Bureau van Dijk.

Den bisherigen Rekord hielt das Jahr 2007 mit einem Übernahme-Volumen von 5,6 Bio. Dollar.

Was danach kam, ist bekannt: 2008 begann mit der Subprime-Krise der Einbruch der Aktienmärkte und das Übernahme-Geschäft flachte stark ab.

Dass auch 2016 die Spitzenwerte aus dem Vorjahr nicht erreicht werden würden, wurde mehrheitlich erwartet.

Aber: Anders als 2008 ist die wirtschaftliche Entwicklung robust, die Bilanzen sind stark und das Zinsniveau ist niedrig  – Faktoren, die dafür sorgen, dass auf dem Übernahme-Markt die Aktivität weiterhin hoch ist.


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Spitzenwerte von 2015 werden nicht erreicht: US-Übernahme-Markt dennoch sehr robust

Neue Daten des M&A-Instituts Bureau van Dijk (M&A ist englisch für Übernahmen und Fusionen) zeigen, dass im Mai das Übernahme-Volumen in Nordamerika erneut über 100 Mrd. Dollar lag.

Damit ist im fünften Monat dieses Jahres das Volumen im dreistelligen Milliardenbereich. Auch die Anzahl der Deals bewegt sich auf hohem Niveau.

In den ersten 5 Monaten wurden über 10.000 M&A-Transaktionen in Nordamerika angekündigt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von rund 11%, jedoch immer deutlich mehr als vor 2,3 oder 4 Jahren.

Der Übernahme-Hunger ist also weiterhin hoch.

Investoren wollen mehr: Übernahmen nicht selten einziger Weg zu höherer Marge

Eine der wichtigsten Einflussgröße für das Übernahme-Geschäft ist der Zins: Je besser die Zinskonditionen sind, desto rentabler ist eine Übernahme, da die Kosten für die Kapital-Beschaffung geringer sind.

Sie sind wahrscheinlich auch eher bereit einen Kredit aufzunehmen, wenn der Schuldzins 5% anstelle von 15% ist.

So ist es auch bei den Firmenbossen. Einer Umfrage unter führenden US-Managern zu Beginn dieses Jahres zeigte, dass über 60% einen Deal zur Geschäfts-Erweiterung in Erwägung ziehen.

Zwar wird der Zins in diesem Jahr noch angehoben, doch wird auch das nichts daran ändern, dass die Unternehmen sich mit Übernahmen verstärken werden.

Viele Investoren verlangen von den Unternehmen, dass die Gewinnspannen ausgeweitet werden. Bei nicht wenigen Firmen sind allerdings ohne Deals keine Steigerungen mehr möglich.

Kommende Zinserhöhung verringert Übernahme-Anreiz von Private-Equity-Gesellschaften

Während die kommende Zinserhöhung die Entscheidung von Firmenbossen bezüglich eines Deals kaum beeinflussen wird, muss davon ausgegangen werden, dass Private Euqity-Gesellschaften in Nordamerika nicht mehr ganz so tiefe Taschen haben werden wie zuletzt.

Noch ist die Aktivität hoch, doch das wird sich ändern. Denn ausgehend von den erreichten Gewinnspannen einiger Übernahme-Kandidaten und den seit Februar wieder gestiegenen Bewertungen, werden die Anreize geringer.

Erste Gesellschaften haben bereits angekündigt, vorsichtiger zu agieren.

Vor kurzem wurde das Anreiz-Problem auf einem Private Equtiy-Event in den USA thematisiert. Der Zeithorizont, mit dem Käufer aus der Branche kalkulieren, liegt bei rund 5 bis 7 Jahren.

Ausgehend vom aktuellen Niveau müssen die Käufer auf Basis aktueller Wirtschaftsdaten einen Abschwung einkalkulieren, auch wenn er vermutlich nicht sehr zeitnah kommen wird.

Das führt dazu, dass sich das Auszahlungs-Profil verschlechtert, ein späterer Verkauf womöglich komplizierter wird. In Summe: Eine Übernahme wird unattraktiver.

Börsendienst American Targets: Ihre Eintrittskarte für den US-Übernahme-Markt

In den vergangenen Monaten lag der Anteil von Private-Equity-Deals in Nordamerika gemessen am Gesamtvolumen zwischen 15 und 20%. Dieser Anteil wird sich mit Blick auf die zweite Jahreshälfte vermutlich verringern.

Für Privatanleger, die an Deals innerhalb der Branche (Private Equity verkauft an Private Equity) ohnehin nicht mitverdienen können, bleibt das „normale“ Übernahme-Geschäft in den USA jedoch sehr attraktiv.

9. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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