Übernahme-Welle in der Solar-Branche: Ein Fluch für die Aktionäre
Der Übernahme-Sensor hat Ihnen in der Vorwoche geschrieben, dass die deutsche Solar-Firma Q-Cells kurz vor einer Übernahme steht.
Die süd-koreanische Hanwha-Gruppe hat ein Auge auf das insolvente Unternehmen.
Es dauerte nicht lange, da haben die ersten Zocker ihr Glück versucht. Die Aktie konnte sich in der Spitze sogar verdoppeln. Die sehr große Gefahr, dass am Ende der Total-Verlust lauert, scheint ignoriert zu werden.
Dabei ist immer wieder zu beobachten, dass Penny-Stocks (Aktien mit Kursen unter 1 Euro) die Anleger magisch anziehen. Offenbar glauben einige Investoren, dass mit einer 10 Cent-Aktie nicht mehr viel verloren werden kann.
Übernahmen insolventer Firmen: Totalverlust-Risiko bleibt
Doch ja! Es geht auch günstiger als 10 Cent. Insbesondere wenn das Unternehmen bereits Insolvenz angemeldet hat, droht Total-Verlust.
Und auch wenn die Übernahme eines Pleite-Unternehmens schon ausgemachte Sache ist, heißt das noch lange nicht, dass man das Geld zurück erhält oder sogar einen Gewinn einfährt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich das Geschäft eines insolventen Unternehmens zu sichern, ohne dass die Aktionäre davon profitieren. Ist der Schuldenberg zu groß und reicht der Verkauf des Geschäfts nicht aus, um die Schuldner zu bedienen, dann bleibt eine wertlose Börsenhülle zurück.
Erfahrene Zocker kassieren
Der Übernahme-Sensor hat Sie in der Solarbranche bereits bei der Solon- und Sunways-Übernahme vor einer Anlage gewarnt und macht dies auch bei Q-Cells. Übernahme-Zockereien mit Pleite-Firmen sind kein Investitions-Ansatz – und vor allem nicht notwendig.
Es geht bei solchen Zocks sehr häufig nur um Schnelligkeit und nichts anderes. Erfahrene Zocker nutzen dabei aus, dass einige Anleger die Neu-Information missinterpretierten und sich zu einer vermeintlich sicheren Investition verleiten lassen.
Bis diese Gruppe einsteigt, halten die erfahrenen Zocker schon Positionen und können dann mit Gewinn verkaufen.
Sunways und Solon-Übernahmen: -80% und mehr
Ein kurzer Rückblick: Sunways-Übernahme-Gerüchte sorgten seit Mitte 2010 für wiederholte Kursanstiege. In der Spitze zog die Aktie auf 6 Euro. Doch der erhoffte Deal lies lange auf sich warten, die Geschäfte liefen mies und der Kurs ging ziemlich zügig auf 2 Euro.
Danach verdichteten sich die Übernahme-Gerüchte, wieder stieg der Kurs und wieder ging es nach Abflauen der Gerüchte runter. Mittlerweile kam es zu einer Übernahme – doch der Preis ist mehr ein Trostpflaster als ein Übernahme-Gewinn.
Bei Solon war es ähnlich. Wer bei Aufkeimen der Gerüchte investierte, hat heute fast alles verloren – bei Q-Cells gilt ähnliches.
Vorsicht bei der Aktienauswahl: Übernahme-Spekulationen sind keine Casino-Besuche
Übernahme-Spekulanten sollten den Solar-Sektor trotz der anhaltenden Konsolidierungswelle meiden. Wenn ein Solar-Unternehmen mit Verlust arbeitet und die Verschuldung hoch ist, sollte eine Übernahme-Chance liegen gelassen werden.
Achten Sie darauf, dass die Übernahme-Kandidaten auch ohne einen Deal Kurs-Steigerungspotenzial besitzen und ein tragfähiges Geschäftsmodell besitzen. Wenn eine Investition nur auf die Übernahme-Chance abgestellt ist und ansonsten Total-Verlust droht, können Sie gleich ins Casino gehen.
Wenn ein Unternehmen jedoch fundamental unterbewertet ist und gleichzeitig Übernahme-Kandidat – dann können Sie ein sehr ansprechendes Chancen-Risiko-Verhältnis erhalten, dass in allen Marktphasen hohe Gewinne abwerfen kann.



