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Übernahmegerüchte: Kauft Lanxess belgischen Konkurrenten?

Erst in der gestrigen Ausgabe habe ich Ihnen von der Übernahmewelle im Chemie-Sektor berichtet, da bahnt sich schon das nächste Übernahmegerücht an. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, ist der MDAX-Konzern Lanxess an einer Übernahme des belgischen Spezial-Chemikers Taminco interessiert und führt bereits Verhandlungen.

Lanxess: Schneller Abschluss unwahrscheinlich

Die Gespräche befinden sich laut FTD jedoch noch in einer sehr frühen Phase und es nicht mit einem schnellen Abschluss zu rechnen. Trotzdem sollen die Chancen für die Fusion gut stehen, denn Lanxess ist aktuell der einzige Interessent. Taminco ist bislang mehrheitlich im Besitz des Finanzinvestors CVC, der parallel zu den Verkaufsgesprächen auch einen baldigen Börsengang des Unternehmens anstrebt.

In einer Stellungnahme wollte der Lanxess-Unternehmenssprecher Christoph Sieder die Gerüchte nicht ausräumen – bezeichnete die Meldung aber gleichzeitig als reine Marktspekulation. Sollte es wirklich zu einem Deal kommen, wird die finanzielle Seite der Übernahme auf rund 1 Mrd. Euro geschätzt. Damit wäre Taminco gleichzeitig der größte Zukauf in der Lanxess-Firmenhistorie.


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Zukauf reduziert Abhängigkeit vom Kautschuk-Geschäft

Lanxess galt lange Zeit selbst als Übernahme-Kandidat und entzieht sich erst seit kurzem mit einer ausgedehnten Einkaufstour der lauernden Konkurrenz. Erst Anfang diesen Jahres hat das Leverkusener Unternehmen die Übernahme des argentinischen Kautschuk-Spezialisten Dermax bekannt gegeben, um damit die Kautschuk-Sparte zu stärken.

Mit der Taminco-Übernahme wird die bisher weniger starke Agrochemie-Sparte ausgebaut, denn die Belgier erwirtschaften ihre Gewinne mit der Chemikalienherstellung zur Wasseraufbereitung und für die Landwirtschaft. Diese auf Aminen basierende Herstellung ist bei Lanxess bisher stark unterrepräsentiert.

Lanxess reitet die Übernahmewelle

Lanxess-Konzernchef Axel Heitmann hatte die Aktionäre schon auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen auf eine größere Übernahme eingestellt. Das Unternehmen will bei der Branchenkonsolidierung mitmischen, um das Wachstum zu beschleunigen.

Mit einem Kaufpreis von 1 Mrd. Euro ist das Budget für Übernahmen allerdings dann auch für die nahe Zukunft erst einmal ausgeschöpft. Erste Lanxess-Investoren befürchten bereits eine Kapitalerhöhung und schicken die Aktie heute um 2,5% nach unten.

Übernahme-Sensor wittert guten Deal

Der Übernahme-Sensor hält den Unternehmenskurs von Lanxess für richtig und begrüßt den Deal. Sollte der Kaufpreis am Ende der Übernahme im Bereich des 6 bis 7-fachen Ergebnis-Multiplikators (EBITDA) liegen, bekommt Lanxess ein Unternehmen, das nicht nur Synergiepotenzial verspricht, sondern auch günstig bewertet ist.

Lanxess hat erkannt, dass die hohe Abhängigkeit vom Kautschuk-Geschäft reduziert werden muss. Mit Taminco kann dieses Ziel erreicht werden. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen auf den Expansionskurs der Konkurrenten. Wer inmitten einer Übernahmewelle die Hände in den Taschen lässt, droht im weltweiten Rennen um Marktanteile zurück zu fallen.

Invesotren sollten also hoffen, dass sich dieses Übernahmegerücht bewahrheitet.

1. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.