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Übernahmekampf: Vonovia gegen Deutsche Wohnen

Der neue Schwächeanfall des Ölpreises überdeckte heute am Aktienmarkt die positiven Konjunkturdaten aus Deutschland. Am Ende des Tages verlor der DAX fast 2% und sackte auf 9.581 Punkte ab. Abseits der oft etwas kuriosen Ölpreis-Krisen-Diskussion (mehrheitlich profitieren die deutschen Unternehmen von den niedrigen Energiekosten) gibt es aber einige spannende Unternehmens-Geschichten.

Die Übernahmeschlacht zwischen Vonivia und Deutsche Wohnen geht in die nächste Runde und der große Showdown naht. Der deutsche Marktführer im Bereich Wohnimmobilien, Vonovia, will seinen Konkurrenten Deutsche Wohnen für insgesamt 14 Mrd. Euro (inklusive der Schulden) übernehmen.

Insgesamt läuft der Übernahmekampf zwischen dem seit 2015 im DAX notierten Branchenprimus Vonovia und einem seiner Hauptkonkurrenten, Deutsche Wohnen, bereits seit Oktober des vergangenen Jahres.

Deutsche Wohnen wehrt sich mit Händen und Füßen

Beim erbitterten Übernahmekampf zwischen den beiden Wohnimmobilien-Spezialisten geht es Schlag auf Schlag. Vor wenigen Tagen hatte Vonovia die Mindestannahmeschwelle für das Übernahmeangebot von zuvor 50% + 1 Aktie auf 44% + 1 Aktie herabgesetzt.


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Die Begründung: Die meisten Inhaber der beiden laufenden Deutsche-Wohnen-Wandelanleihen (Wandelanleihen sind Anleihen, die in Aktien umgewandelt werden können) hätten zugesagt, ihre Aktien umzutauschen.

Jetzt kontert jedoch Deutsche Wohnen mit der Ankündigung, die in Rede stehenden Wandelanleihen gegebenenfalls in bar auszuzahlen – womit sie nicht mehr auf die von Vonovia erworbenen Aktien angerechnet werden könnten. Ergebnis: Vonovia käme so aller Voraussicht nach nicht auf die angestrebte Annahmequote von 44% + 1 Aktie.

In der vorherigen Wasserstandsmeldung hatte Vonovia einen Tag vor Ende der ursprünglichen Annahmefrist mitgeteilt, über 22,5% der Deutsche-Wohnen-Aktien zu verfügen, von denen 4% aus den Wandelschuldverschreibungen stammen.

Barauszahlung der Wandelanleihen als Streitpunkt

Vonovia bewertet das Vorgehen von Deutsche Wohnen (die Wandelanleihen gegebenenfalls in bar auszahlen zu wollen) als „bewussten Versuch, den Markt zu verunsichern und so die attraktive Übernahmeofferte zu vereiteln“.

Zur Begründung verweist das in Bochum ansässige Unternehmen Vonovia auf eine Mitteilung an die Gläubiger der Wandelanleihe von Deutsche Wohnen vom 2. Dezember 2015. Darin habe Deutsche Wohnen offiziell erklärt, dass beabsichtigt sei, die Wandelanleihen durch Schaffung neuer Aktien zu tilgen.

Nach Ansicht von Vonovia handele es sich dabei um Anlegertäuschung, da diese Ankündigung nun nicht mehr länger gültig sei. „Ein solcher Richtungswechsel würde nicht nur die Entscheidungsfreiheit der Aktionäre der Deutsche Wohnen beschränken, sondern zudem die Verschuldung der Deutsche Wohnen weiter in die Höhe treiben“, heißt es von Seiten Vonovias.

Bei Deutsche Wohnen, die den Übernahmeversuch als feindlich bewerten, heißt es dagegen, dass der Meinungswechsel ausschließlich aus der vorangegangenen Absenkung der Mindestannahmeschwelle von Vonovia resultiere. Der Meinungswechsel sei also lediglich eine Antwort auf den Meinungswechsel von Vonovia.

Zudem werde bei einer Barauszahlung der Wandelanleihen lediglich Fremdkapital für die Brückenfinanzierung gegen heute schon vorhandenes Fremdkapital in Form der Wandelanleihen getauscht, womit sich die Verschuldung nicht erhöhe.

Statt die Verschuldung durch einen Tausch der Wandelanleihen in Aktien zu senken, bleibt die Verschuldung somit durch die Barauszahlung konstant und wird nicht erhöht. An dieser Stelle handelt es sich also um eine Frage der Perspektive.

Ende des Streits abwarten

So lange die mögliche Übernahme noch nicht geklärt ist und sich beide Unternehmen bekämpfen, empfiehlt es sich aus meiner Sicht, sowohl von der Vonovia-Aktie als auch von der Deutsche-Wohnen-Aktie die Finger zu lassen.

2. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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