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Übernahmephantasie um K+S-Aktie

Am Wochenende war es soweit, wir haben unseren Pkw winterfest gemacht, die Winterreifen aufgezogen und den Vorrat an Frostschutz für die Wisch-Wasch-Anlage aufgestockt. So ganz nebenbei wanderte auch noch ein Sack Streusalz in den Kofferraum.

Ein Blick auf das Herstelleretikett beim „Auftausalz“ weckt dann die Erinnerung an meine Mitte diesen Jahres verfasse Aktienanalyse zur K+S AG aus Kassel. Und wie es der Zufall will, eben im Moment laufen auch neue Nachrichten zum Unternehmen über den Ticker.

Zu lesen ist: Der Salz- und Düngemittelhersteller wird zum Gegenstand von Übernahmespekulationen, angeblich interessiert sich der amerikanische Konkurrent Mosaic für Teile des Gesamtkonzerns und wäre bereit, dafür die komplette AG zu übernehmen.

Was am Gerücht wahr ist, oder ob es sich nur um eine weitläufige und eigensinnige Interpretation eines Interviews mit dem Vorstand von Mosaic vor einigen Tagen handelt, bleibt vorerst ungewiss, hier erfahren wir in den nächsten Stunden oder Tagen sicherlich mehr.

Gesunkener Aktienkurs beflügelt Übernahmephantasien

Dass es früher oder später zu solchen Gerüchten, eventuell tatsächlich zu einem Übernahmeangebot kommen musste, ist den regelmäßigen Lesern der Wirtschaftsberichterstattung schon länger klar, denn K+S steht unter Druck, und zwar mächtig.

Bereits mit der Aufkündigung des Exportkonsortiums Uralkali (Russland) und Belaruskali (Weißrussland) Ende Juli wurde eine Schockwelle in der Branche ausgelöst, die die Preise für Kali-Dünger und artverwandte Produkte mächtig unter Druck setzen.

Verunsicherte Großhändler strichen ihre Aufträge zusammen und warteten erst einmal ab, ob die Preise nicht noch weiter sinken. Die Abwärtsspirale betraf den weltweiten Markt, Hersteller in Kanada und den USA waren ebenso betroffen wie die europäischen Mitbewerber.

In der Folge fielen die Gewinne der Hersteller drastisch, alleine beim amerikanischen Anbieter Mosaic zuletzt um -70%. Die schlechten Zahlen und verhaltenen Prognosen aus Übersee sorgen auch bei der deutschen K+S für besorgte Gesichter, es steht die Frage im Raum, ob man sich dem allgemeinen Negativtrend entziehen kann oder ebenfalls mit schwachen Zahlen zu kämpfen hat.

Bilanzpressekonferenz am 12.11. bringt Klarheit

Wie die Bilanz für das 3. Quartal ausfallen wird, wissen wir am 12.11. wenn der Vorstand vor die Presse tritt und die Zahlen vorstellt. Folgt man den Veröffentlichungen der letzten Tage sieht der K+S-Vorstand bislang keinen Grund zur Sorge, auch wenn das Unternehmen in den letzten Wochen nicht eben mit positiven Meldungen in den Schlagzeilen war.


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Das Grubenunglück im Kali-Bergwerk Unterbreizbach am 1. Oktober mit 3 toten Bergleuten sorgte für tiefe Betroffenheit, doch für ein Unternehmen mit weltweit mehr als 14.000 Mitarbeitern darf deshalb die Welt nicht lange stillstehen.

Auch dann nicht, wenn wie vorgestern geschehen die Ratingagentur Moody´s den Daumen senkt und die Bonität von K+S auf Ramschniveau absenkt und damit potentiellen Investoren von Anleihekäufen des Düngemittelkonzerns abrät.

War die Reaktion der Aktionäre auf die Auflösung des Preiskartells im Juni mehr als heftig und führte zu einer Halbierung des Aktienkurses, ging das Grubenunglück im Oktober nahezu bedeutungslos am Aktienkurs vorbei. Makaber, aber so sind die Märkte einmal.

Ratingabstufung belastet nur kurzzeitig

Auch die Moody´s-Abstufung der Bonität sorgte nur zeitweilig für nachgebende Kurse. Denn unmittelbar nachdem die Meldung über die Ticker lief, trat der Vorstand in einer Pressekonferenz auf und berichtete, man benötige auf absehbare Zeit sowieso kein neues Fremdkapital, die derzeitige Kapitalausstattung sei mehr als zufriedenstellend, die Abstufen träfe das Unternehmen kaum.

Eine Beruhigungspille für den Markt, der den Aktienkurs gestern vom Tief bei 19,74 € wieder auf 20,61 € in der Spitze führte. Dennoch, die Tagesbilanz blieb mit 2,90-% rot.

Und heute Morgen kommt dann das Gerücht auf, der amerikanische Mitbewerber Mosaic erwäge ein Übernahmeangebot für K+S. Es bestehe starkes Interesse an den neuen Kali-Minen in den USA und am ertragreichen Salzgeschäft in Europa. Es sei weiterhin beabsichtigt, die nicht gewollten Unternehmensteile anschließend wieder zu veräußern.

Wie üblich, kann man zu einem so frühen Zeitpunkt den Wahrheitsgehalt des Gerüchtes nicht bewerten. Handelt es sich um konkrete Überlegungen oder wird  wieder einmal nur gezielt ein Gerücht gestreut, um dem Aktienkurs auf die Sprünge zu helfen?

Wir werden es vermutlich in den nächsten Stunden und Tagen erfahren. Und können uns als Anleger dann überlegen, ob wir hier eine Gewinnchance für uns sehen.

Bis dahin sollten wir vorsorglich schon einmal einen Blick auf den Point&Figure-Chart der K+S AG werfen, wie sieht es denn grundsätzlich für die Aktie aus?

K+S-Chart 07-11-2013

(anklicken zum Vergrößern)

Die Lage ist eindeutig, der übergeordnete Trend ist abwärts gerichtet, die fallende Diagonale (rot), die sogenannte Bullish-Resist-Linie,  zeigt es im Chartbild.

Doch hoffnungslos ist die Lage nicht, steigende Notierungen sind durchaus im Bereich des Möglichen und haben in den letzten Wochen und Monaten auch unterhalb der Resist-Linie bereits für einige Point&Figure-Kaufsignal (grüne Kreise) gesorgt.

Das jüngste Point&Figure-Kaufsignal sorgt dafür, dass die K+S-Aktie trotz der gestrigen Abgaben weiter im Kaufmodus notiert. Das nun bestätigte Kursziel liegt nach meinen Berechnungen nun bei 26,40 € und damit knapp +30% über dem heutigen Tageskurs.

Doch als bedachter Anleger sollte man auch die Risiken eines möglichen Investments nicht außer Acht lassen. Denn nach wie vor notiert die Aktie noch unterhalb der Resist-Linie und ist in Auslegung der Point&Figure-Regeln an sich kein Kauf.

Fällt der Kurs nämlich weiter, statt zu steigen, und unterschreitet die massive Unterstützung bei 18,40 €  (rote waagerechte Linie) haben wir ein sehr starkes Point&Figure-Verkaufssignal, das den Wert dann zum alten Tief bei 15,20 € aus dem August diesen Jahres und tiefer führen würde.

Mein Rat: Warten Sie ab mit Ihren Entscheidungen zum Aufbau einer Long- oder Short-Position in der K+S-Aktie. Die Lage aus Sicht der Point&Figure-Charttechnik ist mehr als durchwachsen, da gibt es momentan bessere Investitionsmöglichkeiten.

7. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.