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Umlaufrendite: Doppelter Boden oder bodenloser Abgang?

Die Regierungskrise in Italien führte zuletzt zu einem dramatischen Abverkauf italienischer Staatsanleihen. Die Renditen schnellten auf ein Mehrjahreshoch.

Das hat zum einen Konsequenzen für den Staat Italien: Refinanzierungen, also die Rückzahlung fälliger Staatsanleihen und die anschließende Neuverschuldung durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen, werden teurer.

Schließlich muss Italien bei der Refinanzierung die Zinsen zahlen, die der Markt verlangt. Und da macht es einen Unterschied, ob dieser Zins bei 5% oder, wie aktuell, bei mehr als 6% liegt. Bei einem Finanzierungs-Volumen von beispielsweise 1 Mrd. Euro macht das bereits 10 Mio. Euro aus, die der italienische Staat pro Jahr mehr aufwenden muss.

Die Kluft wird immer größer

Zum anderen führt diese Abkehr von Italien-Anleihen dazu, dass weiterhin Kapital in die Anleihen der Länder strömt, die mehr Sicherheit zu bieten scheinen. So wie beispielsweise deutsche oder auch US-Anleihen.

Während also in den besonders stark verschuldeten Euro-Ländern die Renditen steigen, sinken sie hierzulande. Was – ganz nebenbei – die Kluft zwischen Deutschland und diesen Schuldnerstaaten noch vergrößert.

Denn: Der deutsche Staat kann sich Geld an den Kapitalmärkten zu Jahresrenditen von 1,78% (für 10 Jahre) besorgen. In Italien lag die Rendite für diese Laufzeit gestern bei 6,7%!

Um auf das oben genannte Beispiel noch einmal zurückzugreifen: Für ein Finanzierungs-Volumen von 1 Mrd. Euro zahlt Deutschland jährlich 17,8 Mio. Euro Zinsen, Italien jedoch 67,0 Mio. Euro!


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Das ist eine gewaltige Differenz!

Umlaufrendite nahe Allzeittief

Die wieder deutlich angezogene Nachfrage nach deutschen Anleihen hat dazu geführt, dass die Umlaufrendite (das ist die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen, deutschen festverzinslichen Wertpapiere bzw. Anleihen erster Bonität, also vor allem Staatsanleihen) zuletzt wieder nahe an ihr Allzeittief herangekommen ist.

Der bisherige Tiefpunkt wurde am 22. September mit 1,49% markiert. Mitte letzter Woche sahen wir 1,51% im Chart. Aktuell notiert die Umlaufrendite bei 1,57% – also auch nicht wesentlich höher.

Doppelter Boden oder bodenloser Abgang?

Wenn Sie einmal auf den Kursverlauf seit Anfang September dieses Jahres schauen, dann sieht dieser so aus wie ein noch nicht ganz vollendetes W. Eine solche Formation bezeichnen wir in der Charttechnik als W-Formation oder auch als Doppel-Boden-Formation.

Diese Formation gehört zur Gattung der Trend-Wende-Formationen. In diesem Fall wäre daraus also eine Prognose abzuleiten, die auf steigende Renditen verweist.

Doch halt. So schnell geht das auch wieder nicht.

Denn eine Doppel-Boden-Formation wird erst dann zu einer solchen, wenn sie „aktiviert“ wird. Und das geschieht wiederum erst dann, wenn der zwischen den Böden liegende Hochpunkt (obere pinkfarbene Linie), die mittlere Spitze des W, überschritten wird.

Ohnehin befinden wir uns aktuell an einem recht „gefährlichen“ Punkt: Denn so ganz nebenbei besteht ja auch noch die Möglichkeit, dass die Umlaufrendite nochmals neue Allzeittiefs ansteuert.

Dann könnte aus dem doppelten Boden auch schnell ein bodenloser Abgang werden.

Kalkulieren Sie an den Börsen auch das Unvorstellbare ein

Falls Sie der Ansicht sein sollten, dass es wohl kaum noch weiter abwärts gehen kann: Den Lesern meines Börsendienstes Momentum Trader schrieb ich am Wochenende zu diesem Thema (hier bezogen auf den Bund-Future) folgende Zeilen:

„Auch wenn ich mir als rational denkender Anleger schwerlich vorstellen kann, warum man sich bei einer Rendite von nur 1,72% noch für eine Investition in eine 10 Jahre laufende Bundesanleihe entscheiden kann: Aufgrund des neuen Allzeithochs müssen wir unterstellen, dass wir möglicherweise noch niedrigere Renditen, sprich: noch höhere Bund-Future-Kurse sehen werden.

Allerdings habe ich in den vergangenen 31 Jahren, in denen ich mich mit der Börse beschäftige, schon einige Phasen durchlebt, in denen Investoren über ein zuvor unvorstellbares Maß hinaus unvernünftig gehandelt haben. Und da wir in historisch einmaligen Zeiten leben, sollten Sie gerade deshalb an den Börsen auch das Unvorstellbare einkalkulieren.“

Achten Sie auf das Momentum

Daher empfehle ich Ihnen, in den kommenden Tagen und Wochen ein besonderes Augenmerk auf die weitere Entwicklung der Umlaufrendite zu haben. Gute Hinweise dürfte dazu das 50-Tage-Momentum liefern.

Das steht nämlich ebenfalls an einem entscheidenden Punkt (blauer Kreis): Entweder Bruch des Aufwärtstrends (grüne Linie) oder dessen Fortführung.

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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