Unternehmensanleihen aus Südeuropa: Renditefallen mit hohen Zinsen
Achtung: ein Finanzmagazin empfiehlt Anleihen aus Griechenland zum Kauf.
Der Lohn: 33% Rendite, wenn alles gut geht.
Dies aber halten wir für unwahrscheinlich. Denn: Die Anleihe läuft noch bis zum 5.8.2013. Schuldner ist das griechische Telekommunikations-Unternehmen OTE. Dieses zahlt einen Kupon von 5%.
Die Rendite allerdings entsteht durch den niedrigen Kurs des Wertpapiers. Dieser liegt bei knapp 70%. Das Rating von Standard&Poor’s beträgt „“, dies ist noch nicht „Ramsch“.
Trotzdem: in Griechenland können demnächst die Lichter ausgehen. Das würde bedeuten, die Anleihe kann kaum bedient werden. Auch ein Telekommunikationsunternehmen hängt davon ab, dass die Kunden zahlen können.
Telefongesellschaft hängt an Konjunktur
Damit ist OTE von der Konjunktur und letztlich recht schnell von der allgemeinen Wirtschaft abhängig. Wenn die Einnahmen wegbrechen, wird diese Gesellschaft eine der ersten sein, die zahlungsunfähig sind. Dann helfen auch staatliche Verbindungen des Konzerns nicht mehr.
Eineinhalb Jahre zittern mit niedrigen Kursen an den Börsen sind jedoch aus unserer Sicht kein attraktives Investment, das Privatinvestoren nutzen sollten. Sackt der Kurs eines solchen Titels nach unten durch, geht es für Sie darum, an den Börsen Käufer zu akzeptablen Kursen zu finden.
Faktisch werden die Titel dann jedoch kaum handelbar sein – Sie müssten entweder weitere Abschläge in Kauf nehmen (oft zweistellig zwischen 10% und 20%) oder würden die faktische Illiquidität in Kauf nehmen.
- Wer hohe Zinsen erzielen will, muss nicht automatisch höchste Risiken auf sich laden.
- Griechische Anleihen meiden wir zur Zeit, da schon staatliche Anleihen mit einem Schuldenschnitt den Gläubigern weniger Geld bringen werden.
- Andere südeuropäische Anleihen, die empfohlen werden, bringen gerade einmal Zinsen in Höhe von knapp 5%. Auch dies ist zu wenig, um das Risiko abzudecken.
- So kommen diese Papiere beispielsweise von der spanischen Telefonica. Spanien selbst aber hat derzeit größere Probleme. Telefonica verfügt zwar auch in Südamerika über viele Kunden, wirtschaftliche Probleme in Spanien jedoch würden das Unternehmen hart treffen.
GeVestor meint: hohe Zinsen oder Renditen sind zwar verlockend. Besser ist es jedoch, wenn Sie zur Zeit auf hohe Dividenden-Renditen achten. Aktien bringen eine anständige Verzinsung, wenn Sie sich etwa auf den Dax konzentrieren.
3,6% Durchschnittsrendite lassen sich mit Dividenden-Renditen erzielen. Das heißt auch: kaufen Sie die Aktien und halten Sie diese zumindest für ein Jahr – dann sinkt auch das Kursrisiko, da die Titel derzeit vergleichsweise günstig bewertet sind.
Kürzerfristig können jedoch auch günstig bewertete Aktien sinken – deshalb die Laufzeit von 12 Monaten, falls Sie Dividendenrenditen als Zinsersatz betrachten.
Hohe Dividenden schütten Unternehmen wie RWE oder Münchener Rück aus. Diese zählen auch zu unseren Favoriten.



