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Urteil bringt Goldman Sachs in Schwierigkeiten

Der deutsche Leitindex DAX ist ohne klare Richtung in die neue Börsenwoche gestartet. Mit 8.398 Punkten schloss der DAX 0,1% unter dem Vortagesniveau.

Für Schlagzeilen sorgt weiterhin die Bankenbranche. In den USA wird Goldman Sachs wegen angeblicher Preismanipulation am Aluminiummarkt verklagt.

Diese Klage kommt aus Sicht der erfolgsverwöhnten US-Bank zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt, da Goldman Sachs erst vor wenigen Tagen vor Gericht eine schwere Niederlage einstecken musste.

Die peinliche E-Mail eines Bankers

Hier im „Schlussgong“ habe ich bereits am 16. Juli über den Prozess gegen den ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Fabrice Tourre berichtet. Tourre gilt als eine Schlüsselfigur im Banken-Skandal um „Wetten“ gegen die eigenen Kunden.

Um Sie an die Ausgangslage zu erinnern, hier noch einmal der Fall in Kurzform:

Im Rahmen der Bankenkrise hatte die US-Börsenaufsicht SEC eine sehr verdächtige E-Mail von Tourre gefunden.

In dieser E-Mail schrieb Tourre seiner Freundin kurz vor Ausbruch der Banken- und Immobilienkrise: „Das ganze Gebäude wird bald zusammenstürzen. Nur einen Überlebenden wird es geben. Den fabelhaften Fab.“


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Mit dem einstürzenden „Gebäude“ war der US-Immobilienmarkt gemeint und durch die Bezeichnung seiner selbst als „fabelhafter Fab“ in eben jener E-Mail erlangte er unter diesem Namen mediale Berühmtheit.

Goldman wettete gegen eigene Kunden

Goldman Sachs verbriefte US-Hypothekenkredite in einem „Abacus 2008 AC1“ genannten Wertpapier und Fabrice Tourre brüstete sich damit, diese Papiere an „Witwen und Waisen“ verhökert zu haben.

Zu den Geschädigten gehörte aber auch die deutsche Mittelstandsbank IKB, die mit Milliarden an deutschen Steuergeldern gerettet werden musste.

Gleichzeitig wettete Goldman Sachs auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes und somit gegen die eigenen Kunden.

Vergleichsangebot für Tourre und Goldman

Im Jahr 2010 gab es ein Vergleichsangebot für Goldman und für den „fabelhaften Fab“. Goldman nahm dieses an und musste 550 Millionen Dollar zahlen.

Wenn man bedenkt, dass Goldman pro Quartal 2 Milliarden Dollar verdient, kann diese Strafe vergleichsweise als „Peanuts“ bezeichnet werden.

Für Tourre gab es ebenfalls ein Vergleichsangebot. Er hätte neben einem Bußgeld ein Berufsverbot in Kauf nehmen müssen, welches aber nach 2 Jahren hätte aufgehoben werden können.

Dieses Angebot nahm er jedoch, wohl in der festen Überzeugung einen Freispruch erreichen zu können, nicht an.

Die Quittung: Verurteilung  wegen Betrugs 

Vergangene Woche ist Tourre von einer 9-köpfigen Jury eines Geschworenengerichts in Manhatten wegen Irreführung und Betrugs verurteilt worden.

Die Jury sah es als erwiesen an, dass Tourre seinen Kunden wichtige Informationen vorenthalten hatte und ihnen dadurch herbe Verluste bescherte.

Ein klares Indiz dafür, dass Tourre und seine Anwälte mit einem anderen Ausgang des Prozesses fest gerechnet hatten, ist die Tatsache, dass seine Anwälte überraschend darauf verzichtet hatten, eigene Zeugen aufzurufen.

Früherer Arbeitgeber wieder unter Druck

Der frühere Arbeitgeber Tourres, Goldman Sachs, war indirekt vor Gericht vertreten. Goldman zahlte Tourre sämtliche Anwaltskosten. Auf Seiten von Goldman hatte man großes Interesse daran, dass es nicht zu einer Verurteilung kommt.

Denn durch die Verurteilung Tourres sind plötzlich auch wieder finanzielle Risiken für seinen ehemaligen Arbeitgeber entstanden. Goldman muss nun befürchten, dass es neue Schadenersatzklagen geben wird.

Da es für Tourre noch die Möglichkeit zur Berufung gibt, ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig. Dadurch ist eine Prognose über mögliche Folgen aktuell noch sehr schwierig.

Fest steht allerdings, dass es im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung zu einer hohen Geldstrafe und einem voraussichtlich lebenslangen Berufsverbot (in der Finanzbranche) für Tourre kommen wird.

Auch die Bank Goldman Sachs müsste dann noch einmal zittern. Die neue Alu-Klage verschlimmert die Lage sogar noch.

5. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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