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US-Notenbanksitzung: heimliche Zinsrevolution der FED

Die Märkte starren heute Abend auf die USA. Um 20.15 geht es los:

Die FED – US-amerikanische Zentralbank – hält ihre wichtige Sitzung ab. Denn:

Es geht um den Zins, mit dem die Notenbank die Märkte in der Hauptsache steuern, die berühmten „Leitzinsen“. Die stehen derzeit faktisch bei 0% – und alle Welt erwartet, dass sich daran auch nichts ändert.

Wir schließen uns der Erwartung an, aber: eine andere Mitteilung der US-Notenbank wird die Märkte auf jeden Fall bewegen. Dabei geht es um die erstmalig verfasste „Projektion“ der Zinsen, die aus der Bernanke-Institution kommen soll.

Notenbank schätzt die nächsten Zinsen

Das macht die Situation recht kurios. Die Notenbank versucht mit ihrer Politik nicht nur die realen Zinsen zu steuern, sondern auch die Zinsentwicklung der nächsten Monate. Erhöht sie beispielsweise Zinsen leicht, werden auch andere Marktteilnehmer Schritt für Schritt hinterherziehen.


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Entsteht dann der Eindruck, dass die Zinserhöhung nicht ausreicht, steigen die Zinsen Anderer oft im Vorhinein schon weiter. Jetzt wird es kompliziert.

Die US-Notenbank ist in diesem Sinne also Motor und Ursache der kommenden Zinsen – und greift mit ihrer eigenen, ab heute veröffentlichten Projektion, gleichzeitig noch die kommenden Zinsen auf. Das wirft wahrscheinlich mehr Fragen auf, als die Projektion beantwortet.

Schätzung: ist die kommende FED-Politik schon inklusive?

Nehmen wir an, die Zinsen werden nach Einschätzung der FED leicht steigen. Wenn dies Gegenstand der Zinsprojektion sein sollte, fragt sich, ob die Bank die eigene Zinspolitik schon in der Projektion berücksichtigt – oder gegebenenfalls nachjustiert.

Wird also eine solche Zinsprojektion die berühmte „Self-fulfilling prophecy“? Also eine Prophezeiung, die sich nachher wie von selbst erfüllt, weil der Prophet eingreift?

Das hätte Konsequenzen:

  • Wenn die veröffentlichte Zinsschätzung beim nächsten Mal „nur“ deshalb stimmt, weil die FED im Nachhinein eingreift, wird aus der nächsten Schätzung eine Ankündigung.
  • Dann wären wir wieder bei den Zeiten von Alan Greenspan, als am Tag der Notenbanksitzung schon die Gangart des Notenbankchefs die Stimmung widerspiegeln sollte.
  • Die FED würde dann die Märkte noch mehr als bislang in der Geiselhaft der eigenen Zinspolitik behalten. Das kann dem Markt nicht helfen, denn:
  • Auch der Zins muss sich am freien Markt bilden können und nicht erst durch Eingriffe der Notenbank. „Falsche“ Zinsen, die durch staatlichen Eingriff entstanden, waren Auslöser der zahlreichen Blasen der vergangenen Jahre.

GeVestor meint: Die Zinsprojektion der US-Notenbank FED kann einen tiefen Einschnitt in die Märkte bedeuten. Liegen die Banker falsch, verliert die FED Einfluss. Daher wird sie zum Ende ihres Projektionszeitraums eingreifen.

Jeder Eingriff aber schadet wiederum dem Markt, weil „verzerrte“ Zinsen entstehen. Mit anderen Worten: die FED sollte besser keine öffentliche Zinsprojektion wagen. Gut wäre der Abend nur dann, wenn die Projektion möglichst vage ausfällt.

25. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.