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US-Zinssorgen: An den Haaren herbeigezogen

Wenn Menschen keine Gründe für ihr Handeln haben, dann „schnitzen“ sie sich gerne welche. Der Volksmund bezeichnet das auch als „an den Haaren herbeigezogen“.

Am vergangenen Freitag gerieten die Kurse an der Wall Street deutlicher unter Druck.

Auslöser für diesen Rückschlag waren die US-Arbeitsmarktdaten für Februar, die über den Erwartungen der Experten lagen: Geschätzt worden waren 240.000 neu geschaffene Stellen. Tatsächlich fanden 295.000 US-Bürger einen neuen Job. Die Arbeitslosenquote sank von 5,7% auf 5,5%.

Die Gedankenkette hinter den Arbeitsmarktdaten und den fallenden Wall Street-Notierungen: Ein robuster Arbeitsmarkt ist Ausdruck einer starken US-Konjunktur. Und wenn die Wirtschaft gut läuft, muss die amerikanische Notenbank FED (Federal Reserve Bank) mit Zinserhöhungen den Lauf abbremsen.

Sind die US-Zinssorgen angebracht?

Steigende Zinsen sind jedoch, so die traditionelle Lehre, schlecht für den Aktienmarkt. Da haben Sie Ihre Erklärung. Doch macht die Sorge der Marktteilnehmer vor Zinsanhebungen auch wirklich Sinn?


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Der Future des US-Dollar Index ist in der abgelaufenen Handelswoche auf ein neues 12-Jahres-Hoch gestiegen (Anmerkung: Leider reichen die Daten meiner Chart-Software hier nur bis Oktober 2003 zurück).

us-dollar index-10-03-2015

US-Dollar Index auf 12-Jahreshoch

Der US-Dollar Index misst den Wert des US-Dollars gegenüber den sechs danach wichtigsten Währungen der Welt: Euro, Japanischer Yen, Britisches Pfund, Kanadischer Dollar, Schwedische Krone und Schweizer Franken. Mit anderen Worten: Der US-Dollar zeigt nicht allein gegenüber dem Euro (den wir zumeist betrachten) Stärke.

Eine Währung ist immer dann stark, wenn sich die Kapitalströme entsprechend gestalten. Im Falle der Euro macht dies auch Sinn: Hier flieht weiterhin Vermögen aus dem Euro. Und da Länder wie die Schweiz, Schweden oder Dänemark auf Dauer zu klein sind, sucht sich das Kapital seit einem halben Jahr verstärkt Anlagemöglichkeiten im US-Dollar.

Auch die Zinsunterschiede spielen hier eine Rolle: So liegt die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen in den USA bei 2,20%, in Deutschland – dem vermutlich am meisten vertrauten Land im Euro-Verbund – bei lediglich 0,26%. Wer es darauf anlegt, bekommt also in den USA knapp 2% mehr Zinsen für sein Geld als beispielsweise in Deutschland.

Fazit

Und damit sind wir beim Kern: Was glauben Sie, geschieht, wenn die US-Notenbank nun noch die Zinsen anhöbe, weil „die US-Konjunktur brummt“? Richtig:

Der US-Dollar würde weiter klettern, weil es sich noch mehr lohnen würde. Für die außerhalb der USA Geschäfte treibenden Unternehmen würde aus dem ohnehin schon jetzt üblen Problem des starken US-Dollars indes ein lebensbedrohendes.

Davon abgesehen, können sich die USA aufgrund ihres gigantischen Schuldenberges ohnehin keine massiv höheren Zinsen leisten.

Last not least: Die US-Notenbank „droht“ inzwischen seit mehr als einem Jahr mit möglichen Zinsanhebungen. Passiert ist jedoch rein gar nichts. Und die Notenbank wird nach meinem Dafürhalten auf weiterhin nicht in dieser Hinsicht „aktiv“ werden.

Und selbst wenn sie es tut, dürfte es allenfalls eine Mini-Anhebung werden, um den „Anschein zu wahren“. Die Sorgen der US-Marktteilnehmer vom vergangenen Freitag sind daher bei sorgfältiger Analyse eher „an den Haaren herbeigezogen“.

10. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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