MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

USA: Das Land der „Hungerleider“

Einst wurden die Vereinigten Staaten von Amerika mit Attributen wie das „Land der großen Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten“ bedacht.

Doch das scheint schon lange her. Aufgrund der anhaltenden Rezession könnte der USA bald der unrühmliche Ruf als „Land der Hungerleider“ folgen.

„Elendsschlangen“ und „food stamps“

Immer am letzten Tag eines Monats strömen Millionen hungernde Bedürftige in die Supermärkte Amerikas. Dann sind die „Elendsschlangen“ an den Kassen besonders lang. Denn pünktlich um Mitternacht werden die elektronischen Essens-Chipkarten, so genannte „food stamps“, vom Staat neu mit Dollar aufgeladen.

In einem so hoch industrialisierten Land wie die USA, sind immer mehr Menschen auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen. Wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld ausgereizt ist, bekommt ein US-Amerikaner keine Sozialhilfe. Er steht buchstäblich im „Regen“. So ist schon jeder Siebte von Hunger betroffen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


In diesen Fällen springt das Supplemental Nutrition Assistance Programm (SNAP) des US-Landwirtschaftsministeriums ein. Über 46 Millionen Menschen erhalten bereits Essensmarken. Das sind siebzig Prozent mehr als noch vor drei Jahren, bei Ausbruch der Finanzkrise.

Ein neuer, ein beschämender Rekord, bei dem die hohe Dunkelziffer noch gar nicht mit eingerechnet ist. Denn aus Scham und Unwissen stellen viele gar keinen Antrag. Und die, die Essensmarken haben, hungern trotzdem weiter, denn sie sind häufig schon nach zwei Wochen aufgebraucht.

„Teurer“ Hunger

Die Kosten für das Essensmarken-Programm explodieren. Sie haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. In einer Studie beziffert das Center for American Progress die landesweiten Kosten des Hungers auf umrechnet rund 170 Milliarden Euro pro Jahr.

Der durchschnittliche Wert der Marken liegt bei 133,85 Dollar im Monat. Jeder der als Alleinstehender ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 908 Dollar hat, kann die staatliche Hilfe beantragen. Bei einer vierköpfigen Familie liegt die Grenze bei 1.863 Dollar.

Seit 2010 hat SNAP fast vier Millionen Amerikaner über die Armutsgrenze gehievt. Darunter sind 1,7 Millionen Kinder.

Die Republikaner aber wollen die Ausgaben für 2013 um acht Milliarden Dollar kürzen. Eine Steilvorlage für die Demokraten im Präsidentenwahljahr. Sie werfen ihrer politischen Konkurrenz vor „sehenden Auges Millionen Amerikaner hungern“ lassen zu wollen.

Auch in New York, der größten Stadt der USA, steigt die Zahl der Hungernden. Inzwischen beziehen etwa 1,9 Millionen, der insgesamt 8 Millionen New Yorker, Essensmarken. In über drei Millionen Haushalten ist die Lebensmittelversorgung nicht mehr gesichert. „Nur in der Großen Depression ging es den Menschen in diesem Land dreckiger“, sagt Joel Berg, Chef der New Yorker Koalition gegen Hunger.

Die Situation in den Vereinigten Staaten ist dramatisch. Wer hofft, dass die steigende „Hungersnot“ bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl thematisiert wird, sieht sich enttäuscht. Armut spielt keine Rolle. Die richtig Armen werden einfach übersehen.

So stimmen die Amerikaner am 6. November nicht nur über den Demokraten Barack Obama oder den Republikaner Mitt Romney – ab, sondern auch über die Zukunft des Millionenheers der Hungernden vor ihrer eigenen Haustür.

30. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Geldanlage-Berater Grafik 26
Von: Michael Grandt. Über den Autor

Ein Mann, der mit seiner knallharten Recherche und seinem unbestechlichen Gespür schon Tausende von Anlegern vor schweren Verlusten bewahrt hat.