USA: Massenphänomen Armut

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Die USA ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der fast unbegrenzten Armut.

Das zeigen die jetzt wieder veröffentlichten Zahlen des US Census Bureau, der amerikanischen Version des Statistikamtes.

Vor allem die Daten zur Armutsentwicklung und zur Zahl der Krankenversicherten und den Beziehern von Lebensmittelkarten verdeutlichen einmal mehr: Die USA sind zwar noch die weltgrößte Volkswirtschaft. Aber in sozialer Hinsicht befindet sich das Land am Rande der Klippe und kurz vor dem Absturz.

Insofern bekommt auch die anstehende Wahl zum US-Präsidenten eine große Bedeutung. Wenn Armut ein großes Thema ist, wird der Kandidat mit einer plausiblen Lösung für das Problem sicherlich viele unentschlossene Wähler auf seine Seite ziehen können.

Aber bislang gibt es noch viel Raum für Spekulation, da sowohl Amtsinhaber Obama als auch sein Herausforderer Romney sich mit konkreten Aussagen zur Umsetzung bestimmter Ziele noch stark zurückgehalten haben.

Mehr als 46 Mio. US-Bürger gelten offiziell als arm

Stellen Sie sich vor: In den USA leben laut der aktuellen Zahlen 15,0% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. In absoluten Zahlen sind das knapp 46,25 Mio. Bürger.

Und auf den ersten Blick ist die Entwicklung sogar positiv: 2010 lag die vergleichbare Quote noch etwas höher bei 15,1%. Doch trotz der leichten Verbesserung ist dies noch immer der zweithöchste Wert seit 53 Jahren. Damals begann erst die Erhebung der entsprechenden Daten.

Nur zur Verdeutlichung der Entwicklung in den vergangenen Jahren: Zur Jahrtausendwende lebten weniger als 32 Mio. Menschen unter der Armutsgrenze. Seit dem ist die Zahl um mehr als 14 Mio. gestiegen und das in nur wenigen Jahren.

Dabei ist die aktuelle Armutsgrenze mit einem Bruttoeinkommen von rund 23.000 Dollar für eine Familie schon sehr niedrig angesetzt. Umgerechnet sind das gerade einmal knapp 18.000 Euro.

Armut ist aber nur eine Facette des Problems. Viele US-Bürger haben zudem auch keine Krankenversicherung. Das System ist nicht nur teuer sondern auch ineffizient. Und Präsident Obama will das ja gerade mit seiner großen Reform ändern. Aber noch haben rund 48,6 Mo. US-Bürger keine Krankenversicherung. Das entspricht 15,7% der Bevölkerung.

Eine Wende ist hier aber kaum zu erwarten. Ein Beleg dafür ist das stetig sinkende Haushaltseinkommen. Mit rund 50.000 Dollar sank der Wert im vergangenen Jahr weiter ab und erreichte den tiefsten Stand seit 1997. Allein seit 2007 ist das Haushaltseinkommen um mehr als 8% gesunken.

Sollte diese Entwicklung weiter andauern ist wohl kaum eine Verringerung der Armut zu erwarten. Die sozialen Grenzen in der Bevölkerung werden sich weiter vergrößern. Und das wird unabhängig davon geschehen, wer im Weißen Haus einziehen wird.

13. September 2012
von
gunter_hannich
Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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