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Valeant: Erst Einkaufstour dann Pleite?

Sie interessieren sich für Pharma, Übernahmen, Ethik oder Finanzinvestoren? Dann ist Ihnen zwangsläufig der Name Valeant über den Weg gelaufen. Wenn Sie die Aktie im Portfolio hatten, hatten Sie vielleicht sogar einen großen Gewinn verbucht.

Vorausgesetzt, Sie sind rechtzeitig ausgestiegen. Denn es folgte eine monatelange Talfahrt nachdem das Analyse-Haus Citron Research über Bilanzierungs-Ungereimtheiten berichtete.

Valeants unethische Übernahme-Strategie: Kaufe Unternehmen die ihre Medikamente zu billig anbieten

Valeant war bis vor wenigen Wochen Liebling renommierter Finanzinvestoren. Besonders Bill Ackman, bekannt für seine sehr erfolgreichen Pershing Square-Hedgefonds, setzte viel Geld auf die Kanadier.

Aber auch etliche andere Branchengrößen (z.B. ValueAct, Paulson) hatten große Positionen in dem von Michael Pearson gemanagten Unternehmen investiert.

Den Investoren gefiel die Strategie ebenso gut wie den Analysten. Alle waren sich einig: Valeant setzt neue Maßstäbe und hat eine glorreiche Zukunft vor sich.


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  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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Dass Konzept, Unternehmen mit attraktiven Medikamenten ohne große Konkurrenz zu kaufen, ordentlich die Werbetrommel zu rühren und die Preise für die zugekauften Medikamente in die Höhe zu treiben, war zwar nicht ethisch – aber ertragreich. Genau das richtige für Finanzinvestoren.

Valeant-Geschäftsmodell nicht nachhaltig: Nur ein Analyst warnt

Je mehr Valeant übernahm, desto weiter stieg der Aktienkurs. Im „Schnitt machen wir 25 Übernahmen pro Jahr“ sagte der Valeant-Chef einst. Waren es bis 2011 nur kleinere Deals, nahmen danach die Milliarden-Deals zu.

Wer braucht schon Forschung, wenn man attraktive Wirkstoffträger einfach zukaufen kann? Dass die neue Genialität allerdings einen Pferdefuß hat, fiel nur einem einzigen Analysten auf.

Bereits 2011 bezeichnete der Veritas-Analyst Dimitry Khmelnitsky das Geschäftsmodell der Übernahmen als nicht nachhaltig und warnte in den Folgejahren immer wieder vor einem Einstieg.

Viele Investoren hörten nicht auf Khmelnitsky. Die Aktie lief von 40 Dollar auf 260 Dollar hoch. Doch Khmelnitsky blieb bei seiner Sichtweise und sollte 5 Jahre später Recht behalten.

Valeant-Krediten droht Zahlungsausfall

Aktuell kostet die Valeant-Aktie nur noch 37 Dollar. Vom Hoch im Frühjahr 2015 hat das Papier inzwischen über 85% verloren. Heute kommt es besonders bitter: Gegenüber dem Vortagesschlusskurs beträgt das Minus 45%. Von 89 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung sind nur noch 13 Mrd. Dollar übrig geblieben.

Und es ist gut möglich, dass es weiter nach unten geht. Dem Unternehmen wird Bilanzfälschung vorgeworfen, die Prognose musste zurückgenommen werden und schafft es Valeant nicht, bis zum 29 April den Jahresabschluss 2015 vorzulegen, drohen Kredite zu platzen.

Vom Börsenliebling zum „normalen“ Pharma-Konzern

Valeant steht nicht unmittelbar vor der Pleite. Doch die Börsenaufsicht ermittelt und Valeant hat bereits Fehler bei der Bilanzierung zugegeben. Es folgen immer wieder neue Hiobsbotschaften. Das Vertrauen der Investoren wird immer weiter zerstört und es ist gut möglich, dass der Druck auf der Aktie trotz des hohen Verlustes weiter anhält.

Mittlerweile notiert die Aktie sogar unter dem Kursziel des Researchhauses Citron, dass bei Erhebung der Vorwürfe  ein 50 Dollar Kursziel für Valeant ausrief. Citron wurde dafür belächelt. Wer heute kauft, würde inzwischen bei dem Kursziel 35% Gewinn machen.

Es ist einsam geworden um den Valeant-Fürsprecher Bill Ackman. Wer den Absprung nicht geschafft hat, der kann nur hoffen, dass die Angaben des Valeant-Managements stimmen und die Vorwürfe in Teilen haltlos und in anderen Teilen übertrieben sind.

Aber auch dann gilt: Die alte Valeant, die mit Übernahmen die Investoren immer reicher macht, gibt es nicht mehr. Der Fokus liegt jetzt auf Schuldentilgung, Verkauf von Randaktivitäten und – wer hätte damit gerechnet – die Erforschung neuer Medikamente. Valeant ist also plötzlich ein „normaler“ Pharma-Konzern.

Vielleicht ist Normalität aber auch genau das, was Valeant jetzt braucht, um Investoren-Vertrauen zurück zu gewinnen.

15. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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