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VDAX: Wir leben in einer Zeit hoher Unsicherheit

Laut Wikipedia wird Unsicherheit definiert als ein „bewusst wahrgenommener Mangel an Sicherheit.

Ein tatsächlicher Mangel an Sicherheit wird auch als Gefahr bezeichnet. In der Entscheidungstheorie werden mit Unsicherheit zukünftige Umweltzustände beschrieben, für welche keine Wahrscheinlichkeiten vorliegen.“

Anders ausgedrückt: Prognosen über die Zukunft werden mit sich erhöhender Unsicherheit immer schwieriger.

Wenn Sie unsicher über Ihre persönliche berufliche Zukunft sind – weil Sie beispielsweise befürchten, Ihren Arbeitsplatz zu verlieren – dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit finanzielle Ausgaben zurückhalten, die Sie in finanziell sicheren Zeiten durchaus getätigt hätten, um nicht in ein mögliches finanzielles Loch zu fallen.

Hier sind natürlich Investitionen gemeint, die nicht unbedingt zur Lebensführung notwendig sind.

Ich selbst habe mich einmal in einer solchen Lebenssituation befunden. Und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich mit zunehmender Unsicherheit erst Investitionen zurückgestellt und später dann nicht lebensnotwendige Ausgaben gekürzt oder sogar gestrichen habe.

Volatilität ist der Unsicherheitsgrad an den Börsen

An der Börse lässt sich Unsicherheit sogar messen. Sie wird ausgedrückt durch die Volatilität, die Kursschwankungen eines Marktes.

In Zeiten großer Sicherheit über die künftige Tendenz an den Börsen neigen wir eher zu einer „kaufen-und-halten-Mentalität“.

Diese Sicherheit wird zumeist gestützt durch zunehmend positive Daten und Meldungen über die Konjunktur oder die Aussicht auf große Prosperität. So verlieh die Aussicht auf riesige Geschäfte mit China den Finanzmärkten viele Jahre lang hohe Sicherheit.


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Wenn Anleger hingegen über die künftige Tendenz an den Börsen unsicher sind, dann neigen Sie zu erhöhter Aktivität. Sie kaufen und verkaufen schneller und häufiger. Das wiederum führt zu erhöhten Kursschwankungen, also erhöhter Volatilität.

Für den DAX wird diese Volatilität seit 1996 durch den Volatilitätsindex VDAX gemessen. Ein Blick auf den Kursverlauf des VDAX (Wochenchart) bietet uns einige interessante Erkenntnisse.

Die Zonen des VDAX

Aufgrund meiner Beobachtungen habe ich den VDAX schon vor einigen Jahren grob in Zonen eingeteilt:

  • Werte bis 15 („Aufwärtstrendzone“) werden in der Regel in bullishen, also stark aufwärts gerichteten Marktphasen erreicht.
  • Der Bereich zwischen 15 und 20 ist als „Neutrale Zone“ anzusehen. Hier kommt es meist zu kleineren oder mittleren Auf- und Abwärtsbewegungen.
  • Stärkere Abwärtsbewegungen werden überwiegend von VDAX-Werten über 20 begleitet („Abwärtstrendzone“), sind also bearish einzuordnen.
  • Bei VDAX-Ständen oberhalb von 23 („Crash-Zone“) wächst die Gefahr eines Crashs (bei steigendem VDAX), zumindest jedoch beschleunigt sich in aller Regel die Abwärtsbewegung des Marktes.

Ein sinkender VDAX bringt tendenziell steigende Aktienkurse mit. Abhängig davon, in welcher Zone sich der VDAX während einer Abwärtsbewegung aufhält, bemisst sich das Risiko eines plötzlichen Trend-Wechsels und dessen Dynamik.

Für die Übersichtlichkeit

Aufgrund der Fülle der Daten wirkt der Chart oben etwas unübersichtlich. Daher habe ich im folgenden Chart die Wochendaten des VDAX ausgeblendet und stattdessen seinen 40-Wochen-Durchschnitt (entspricht in etwa der 200-Tagelinie) eingefügt. So wird der Trend des VDAX in den letzten 16 Jahren deutlicher.

Nun lassen sich auch einige Entwicklungen viel klarer erkennen.

Charttechnik: VDAX als 40-Wochen-Durchschnitt

  • So war die Phase von Mitte 1997 bis Mitte 2004 von hoher durchschnittlicher Volatilität geprägt. Bis auf wenige Ausnahmen bewegte sich der VDAX oberhalb von 20. Der DAX erreichte in dieser Phase Extremwerte von 2.300 und 8.000 Punkten.
  • Die mit Abstand günstigste Börsenphase der vergangenen 16 Jahre war die Zeit vom Herbst 2004 bis Sommer 2007. In dieser Zeitspanne bewegte sich der VDAX weitgehend unterhalb von 17 und zumeist unter 15 (hellgrün unterlegt).
  • Der Zeitraum ab Sommer 2007 bis heute ist erneut von extrem hoher durchschnittlicher Volatilität gekennzeichnet (gelb und grau unterlegt).
  • Es gab lediglich eine kleine Unterbrechung zwischen Oktober 2010 und Juli 2011. Auffallend ist, dass jedoch selbst in dieser relativ kurzen Phase der VDAX nicht unter das Niveau zurückfiel, welches in der Marktphase zwischen 2004 und 2007 das Top-Niveau bildete (zartgrün unterlegt).

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir befinden uns seit dem Sommer 2007 in einer Phase extrem hoher Unsicherheit der Marktteilnehmer. Diese Phase fällt ziemlich exakt zusammen mit der Hypothekenkrise, einem kurzzeitigen Konjunkturschock und der anhaltenden globalen Schulden- und Finanzkrise.

Und als ob das alles noch nicht reicht, ist diese Phase zusätzlich durchsetzt von politischen Entscheidungen mit extremen Auswirkungen (Rettungsmaßnahmen für systemrelevante Banken und Großkonzerne, milliardenschwere Hilfspakete an Griechenland, Euro-Rettungsschirme, Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität etc.).

Durch das ständige Bombardement mit großen Zahlen durch die Medien haben wir – so scheint es mir oft – etwas den Überblick über die tatsächlichen Dimensionen und deren Auswirkung auf die Finanzmärkte verloren.

So pumpte die Europäische Zentralbank EZB innerhalb von nicht einmal 3 Monaten 1 Billion Euro in die europäischen Banken und damit in das Finanzsystem. Zusätzlich! Zum Vergleich: Die USA haben Schulden von 15 Billionen USD oder umgerechnet rund 11,5 Billionen Euro. Dabei reden wir hier nur über von der EZB initiierte Liquidität…

Die im historischen Kontext hohe Volatilität, also Unsicherheit, sollten Sie sich immer wieder einmal vergegenwärtigen, wenn Sie möglicherweise unzufrieden sind mit der Entwicklung an den Börsen oder sich über die extreme Unstetigkeit der Finanzmärkte in den letzten Jahren wundern.

Ein relativ „sicheres“ Börsenumfeld haben wir schon seit Sommer 2007 nicht mehr.

Das alles erschwert Prognosen. Doch wie lautet noch gleich dieses hübsche Zitat, das dem dänischen Physiker Niels Bohr zugeschrieben wird:

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen!“

5. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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